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Erfolgsgarant:  Felix Zachmann trägt mit seinen starken Leistungen zum Erfolg des FC Nöttingen bei.
Erfolgsgarant: Felix Zachmann trägt mit seinen starken Leistungen zum Erfolg des FC Nöttingen bei. © Hennrich
15.11.2010

Viel Harmonie, kaum Baustellen beim FC Nöttingen

Noch wird beim FC Nöttingen tiefgestapelt. Noch ist das heiße Thema Regionalliga für die Vereinsverantwortlichen des Fußball-Oberligisten tabu. Immer wieder betont Michael Wittwer, Coach bei den Lila-Weißen, dass es noch zu früh sei, um in irgendeiner Form über den Titel zu sprechen.

Intern dürfte sich die Lage bei den Nöttingern inzwischen jedoch ein wenig anders darstellen: Nach 15 Spielen rangiert der FCN mit 36 Punkten unangefochten an der Spitze der Tabelle. Die Remchinger haben bereits elf Siege eingefahren und bislang lediglich eine Niederlage hinnehmen müssen (0:2 gegen den SV Waldhof Mannheim). Doch was zeichnet den FC Nöttingen in dieser Saison aus? Wo liegen die Stärken der einzelnen Akteure, wo haben sie noch Steigerungspotenzial? Die Sportredaktion der PZ wagt eine Analyse:

Der Torhüter: Daniel Jilg ist eine Bank, der große Rückhalt seines Teams. Woche für Woche zeichnet sich der 31-Jährige, der seit Juli 2008 für den FC Nöttingen spielt, durch Glanzparaden aus – so auch am Samstag beim 3:0-Erfolg über die Spielvereinigung Neckarelz, als Jilg einen Strafstoß parierte und weitere hochkarätige Tormöglichkeiten in souveräner Manier entschärfte. Für den Fall, dass sich der unumstrittene Stammtorhüter einmal verletzen sollte, stünde mit Mathias Dörrich hochwertiger Ersatz parat.

Die Abwehr: Als spielender Co-Trainer, Leitwolf und Wortführer ist der ehemalige KSC-Profi Dubravko Kolinger gesetzt. Der 34-Jährige ist für einen Innenverteidiger zwar nicht mehr der Schnellste. Dieses Manko gleicht der Routinier jedoch problemlos mit seiner Erfahrung und seinem guten Stellungsspiel aus. Links neben Kolinger gibt Holger Fuchs bislang eine starke Figur ab. Der 19-jährige Neuzugang von den A-Junioren des Karlsruher SC ist für sein junges Alter bereits erstaunlich abgeklärt, macht kaum Fehler und taucht bei Standardsituationen ab und zu gefährlich vor dem Tor der gegnerischen Mannschaften auf. Den etatmäßigen Innenverteidiger der vergangenen beide Spielzeiten, Moritz Bischoff, hat Holger Fuchs nach dessen Schienbeinverletzung in der Vorbereitung vorerst aus der Stammformation verdrängt.

Auf den beiden Außenpositionen in der Viererkette waren in dieser Saison fast immer Andreas Trick (links) und Timo Brenner (rechts) erste Wahl. Defensiv hat der 22 Jahre alte Trick bislang einen starken Part gespielt, offensiv könnte er seine Qualitäten dagegen noch häufiger einbringen. Der 20-jährige Brenner, als Allzweckwaffe praktisch überall einsetzbar, könnte im Mittelfeld noch wertvoller sein, als er es ohnehin schon ist, und dürfte wohl eher aus Mangel an Alternativen hinten rechts zum Einsatz kommen. Mit Matthias Franz, der im Sommer von der SG Sonnenhof Großaspach zum FC Nöttingen gekommen ist, fällt ein Kandidat für diese Position nämlich noch eine ganze Zeit lang verletzt aus (Kreuzbandriss). Der junge Nachwuchsspieler Devin Cillidag kommt als Stammspieler im Moment dagegen noch nicht in Frage.

Das Mittelfeld: Felix Zachmann spielt eine überragende Saison. Als Sechser in der Mittelfeldraute, mit der der FC Nöttingen zuletzt häufig agierte, räumt der 23-Jährige vor der Abwehr bislang alles ab. Zachmann ackert 90 Minuten, gewinnt einen Großteil seiner Zweikämpfe und ist längst zu einer zentralen Figur im Spiel der Lila-Weißen geworden. In ihrer aktuellen Form sind auch die beiden Außenbahnspieler Viktor Kärcher und Dejan Svjetlanovic nicht wegzudenken. Der 30-jährige Svjetlanovic präsentierte sich am Samstag gegen Neckarelz erneut in ganz starker Verfassung, als er beim 3:0-Erfolg ein Tor selbst erzielte und die übrigen Treffer vorbereitete. Als Spielmacher ist Riccardo Di Piazza gesetzt. Der 22-Jährige agiert manchmal zwar etwas unauffällig, ist jedoch enorm torgefährlich, was seine bisherige Ausbeute beweist: Mit acht Saisontreffern ist der Deutsch-Italiener der zweitbeste Nöttinger Schütze hinter Torjäger Metin Telle (9).

Für Marco Mössner, Youngster Torben Schmidt sowie die beiden Neuzugänge Ignazio Scozzari und Michael Cycon bleibt zurzeit daher nur die Rolle als Ergänzungsspieler. Ihre Oberligatauglichkeit haben Mössner, Scozzari und Cycon in der aktuellen Saison aber bereits unter Beweis gestellt. Außerdem hat der FC Nöttingen mit dem ehemaligen Profi Thomas Ollhoff noch einen Trumpf im Ärmel.

Der Sturm: Leutrim Neziraj und Metin Telle haben das in sie gesetzte Vertrauen bislang gerechtfertigt. Beide arbeiten sehr viel für das Team, beide sind torgefährlich. Telle hat bislang neun Tore erzielt, Neziraj hat fünfmal getroffen.

Der Trainer: Michael Wittwer passt zum FC Nöttingen wie die Faust aufs Auge. Seine ruhige und sachliche Art kommt beim Team, das von seiner Erfahrung als Ex-Profi profitiert, gut an. Bislang leistet der 43-Jährige sehr gute Arbeit – so, wie es schon sein Vorgänger Michael Fuchs getan hat. Jerôme Nell