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Stürmer Cem Tatar (links) wechselt von Bilfingen nach Niefern. Dort will er für den FV auf Torejagd gehen.  PZ-Archiv, Ripberger
Stürmer Cem Tatar (links) wechselt von Bilfingen nach Niefern. Dort will er für den FV auf Torejagd gehen. PZ-Archiv, Ripberger
15.07.2015

Viele Wechsel bei den Pforzheimer Fußball-Landesligisten

Am 30. Juni endete die Wechselfrist bei den Amateurfußballern. Wer sich jetzt noch nicht bei seinem Verein abgemeldet hat, hat jetzt nur noch die Option bis zum 31. August als „Berufsspieler“ (früher Vertragsamateur) bei einem neuen Club unterzukommen. Was hat sich bisher getan bei den sechs Pforzheimer Fußball-Landesligisten. Wer geht? Wer kommt? Wie lauten die Saisonziele? Die PZ hat nachgefragt:

1. FC Birkenfeld: Der letztjährige Zweite, der erst in der Relegation scheiterte, geht mit einer eingespielten Mannschaft in die neue Saison und zählt logischerweise zu den Mitfavoriten. Zwar haben mit Benjamin Krause und Sascha Mörgenthaler zwei Korsettstangen den Verein verlassen – zudem hängt Goalgetter und Routinier Moritz Hoeft endgültig seine Kickschuhe an den Nagel – doch mit Robin Wolfinger und Samet Tuzluca haben die Birkenfelder zwei starke Abwehrspieler dazubekommen und vorne im Sturm sollen es künftig Dominik Zenko und Cumur Levent richten. Mindestens einen Offensivspieler will Trainer Hakan Göktürk aber doch noch verpflichten. Die bisherigen Neuzugänge würden jedenfalls super zum Team passen. „Wir haben noch einmal ein paar Reizpunkte gesetzt“, so Göktürk, der sich noch nicht auf ein Saisonziel festlegen will. „Natürlich würden wir gerne wieder vorne mitspielen, doch wir müssen erst einmal die Vorbereitung abwarten.“

TuS Bilfingen: Der Aufsteiger, der es als Kreisliga-Vizemeister über die Relegation geschafft hat, steuert einen „gesicherten Mittelfeldplatz“ an. Und das ist dem Liga-Neuling durchaus zuzutrauen.

Die Mannschaft von Spielertrainer Dejan Svjetlanovic und Assistent Reiner Ackermann war schon in der Kreisliga gut aufgestellt. Francesco Grifo und Sascha Mörgenthaler sollen die Abgänge der Offensivkräfte Cem Tatar und Ignazio Scozzari kompensieren. Für Stabilität im defensiven Mittelfeld soll Benjamin Krause vom FC Birkenfeld sorgen. Verbandsliga-Erfahrung bringt Jeremy Kostka mit, der vor zwei Jahren noch beim 1. FC Bauschlott spielte. „Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen, hungrigen Spielern“, weiß der sportliche Leiter Joachim Kleiner und schätzt den Kader „stärker“ ein als in der vergangenen Saison. Schon jetzt fiebert man beim TuS vor allem einem Spiel entgegen: dem Derby gegen Ersingen am 13. September.

1. CfR Pforzheim II: Timo Fuhrmann nimmt gleich fünf Spieler (Oliver Wiedemann, Jan Pfleging, Tommaso und Rocco Paradiso sowie Tamas Goldschmid) mit zum SV Huchenfeld, wo er als Spielertrainer einsteigt. Doch darüber ist man beim Fusionsclub keineswegs verärgert. Alles wurde im Vorfeld besprochen. Und die CfR-Reserve kann dafür auch eine stattliche Anzahl von Neuzugängen präsentieren. Dabei gilt: Jugend forsch! Die Pforzheimer setzen weiter auf ihren starken Nachwuchs und holen mit Kazim Murati und Hakan Korkmaz zwei Ehemalige wieder zurück. „Die Qualität des Kaders ist gut“, sagt Trainer Benjamin Stumpp, der schon am 28. Juni mit der Vorbereitung begonnen hat. „Dadurch haben wir mehr Zeit, Dinge einzustudieren. Außerdem können wir uns dann auch mal eine Regenerationsphase gönnen“, erklärt der CfR-Coach. Wie lautet das Saisonziel? „Als Aufsteiger natürlich Klassenerhalt. Und der sollte mit unserer begeisterungsfähigen Mannschaft auch drin sein“, so Stumpp.

1. FC Ersingen: Ganz klar, der FCE will in seinem zweiten Jahr in der Landesliga nicht noch einmal so eine Zittersaison spielen wie im letzten Jahr. „Wir wollen diesmal die Punkte besser verteilt über die ganze Saison einfahren“, sagt Trainer Stefan Rapp mit einem Lächeln im Gesicht. In der vergangenen Runde hatte sein Team nach der Hinrunde nur einen einzigen Punkt geholt, in der Rückrunde startete man dann eine sensationelle Aufholjagd, die zum Klassenerhalt reichte.

Ziel ist auch diesmal wieder der Klassenerhalt – allerdings will man diesen so schnell wie möglich eintüten. Groß zuschlagen konnte der FCE auf dem Transfermarkt nicht (Rapp: „Dafür fehlen uns einfach die Mittel“). Prominentester Neuzugang ist deshalb nur Rene Strengfeld, der versuchen soll, die Lücke, die Sascha Boller (zum 1. FC Bruchsal) hinterlassen hat, irgendwie zu schließen. Ansonsten baut die Kirchberg-Truppe auf junge, hungrige Spieler vor allem aus den eigenen Reihen.

Sportfreunde Feldrennach: Jede Menge Zu- und Abgänge haben die Sportfreunde zu verzeichnen. „Wir starten quasi mit einer komplett neuen Mannschaft“, sagt Spielleiter Marko Knebel. Und: „Ich hoffe, dass sie alle das versprechen, was man von ihnen kennt. Unser Saisonziel lautet aber ganz klar Klassenerhalt.“ 13 Abgängen stehen 15 neue Spieler gegenüber. Auf den neuen Trainer Jens Wolfinger, der Adnan Akyüz (Ziel unbekannt) ablöst, wartet also viel Arbeit. Doch Wolfinger, bisher in der Spielleitung tätig, hat ja schon einmal bewiesen, dass er auch als Trainer erfolgreiche Arbeit abliefern kann. Man darf gespannt sein, ob die Sportfreunde die Abgänge des starken Torhüters Patrik Salscheider (Kickers), von Abwehr-Ass Tobias Wacker (Gräfenhausen) oder Mittelfeldrenner Sebastian Dirscherl (Ettlingenweiher) verkraften kann.

FC Nöttingen II: Nach dem Rückzug von Trainer Adolf Weidlich beginnt beim FCN eine neue Zeitrechnung. Uwe Rhein, bisher Coach der A-Junioren, übernimmt und wird versuchen, das Team weiter sicher in der Liga zu halten. „Im Mittelfeld wollen wir uns etablieren“, sagt der 48 Jahre alte Coach und freut sich auf die Arbeit mit seiner blutjungen Truppe. Mit einem Durchschnittsalter von knapp unter 20 Jahren dürfte die FCN-Reserve wohl das jüngste Team in der Liga sein.

Doch Uwe Rhein kennt seine Jungs und baut auf den jugendlichen Elan. Selbst bringt er die Erfahrung von rund 30 Jahren auf dem Fußballplatz mit – als Spieler in Unterreichenbach oder auch in Spielberg.