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Immer am Ball:  FCN-Kapitän Viktor Kärcher.
Immer am Ball: FCN-Kapitän Viktor Kärcher. © Hennrich/PZ-Archiv
13.03.2011

Viktor Kärcher beim FC Nöttingen: Der unermüdliche Arbeiter

Die beiden bösen Worte bleiben beim FC Nöttingen vorerst ein Tabu im Mannschaftskreis. Das A-Wort und das M-Wort. A wie Aufstieg und M wie Meisterschaft. Nur die Fans dürfen schon mal feiern. „Mission Aufstieg“ stand auf einem Transparent, das die Nöttinger Anhänger am Freitag beim 3:0 gegen Weinheim hochhielten.

Ansonsten gilt das Schweigegelübde. Daran hält sich auch der Kapitän. Natürlich habe man Ziele, sagt Viktor Kärcher, „sonst macht es ja keinen Spaß.“ Und natürlich laufe derzeit alles in die richtige Richtung: „Aber es sind noch 45 Punkte zu vergeben.“ So gesehen nehmen sich die 52 Punkte, die die Nöttinger in den ersten 21 Spieltagen gesammelt haben, tatsächlich noch nicht so übermächtig aus. Doch der Blick auf die Tabelle zeigt eine andere Wirklichkeit: Die Lila-Weißen thronen unangefochten an der Tabellenspitze. Verfolger Waldhof Mannheim liegt ein Spiel und stolze 13 Punkte zurück.

Das liegt auch daran, dass die Nöttinger derzeit jedes Spiel gewinnen. Wie gegen den Tabellenvorletzten TSG Weinheim. Überragend hat das FC-Team nicht gespielt. Dennoch gab es reichlich Chancen, von denen viele sogar ausgelassen wurden. So blieb es am Ende bei den Treffern von Dubravko Kolinger, Ricardo di Piazza und Metin Telle. Danach durfte auch Viktor Kärcher unwidersprochen feststellen. „Heute haben wir nicht ganz so gut gespielt – aber gewonnen.“

Dass Kärcher Kapitän der Mannschaft ist, scheint auf den ersten Blick alles andere als selbstverständlich. Denn es gibt wahrlich prominentere Namen im Team, erfahrenere Akteure und auffälligere Spieler.

Dennoch wurde die Binde vergangene Saison von Trainer Michael Fuchs dem heute 24-Jährigen überreicht. Und vor dieser Saison wurde Kärcher von der Mannschaft wiedergewählt. Sein neuer Trainer weiß, warum: „Er ist vorbildlich auf und neben dem Platz. Was er macht, ist nicht spektakulär, aber er ist ein Arbeiter, der nie aufgibt.“

„Ich mache das gerne. Ich bin zwar nicht der Älteste, habe aber schon einige Oberligaspiele absolviert“, sagt Kärcher über seine Rolle selbstbewusst. Im Winter 2006 war der Linksfuß und Mittelfeldrenner vom VfR Pforzheim ins Panoramastadion gewechselt, ist seither auf dem Platz ein Dauerbrenner. Eigentlich ist der Machinenbaustudent eher ein ruhiger Typ. „Aber sein Wort hat Gewicht“, weiß Wittwer. Und der Trainer weiß auch, dass er sich auf seinen Kapitän verlassen kann: „Den Viktor kannst Du nachts wecken, der gibt sofort 100 Prozent.“Udo Koller