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Frust nach dem Schlusspfiff: Sebastian Schönthaler (am Boden) und Riccardo Di Piazza. Foto: Becker
Frust nach dem Schlusspfiff: Sebastian Schönthaler (am Boden) und Riccardo Di Piazza. Foto: Becker
Musste sich vom Schiri-Assistent einiges anhören: FCN-Coach Michael Wittwer. Foto: Becker
Musste sich vom Schiri-Assistent einiges anhören: FCN-Coach Michael Wittwer. Foto: Becker
Vergab viele Chancen: Leo Neziraj (links, hier gegen Freibergs Denis Zagaria. Foto: Becker
Vergab viele Chancen: Leo Neziraj (links, hier gegen Freibergs Denis Zagaria. Foto: Becker
09.09.2018

Völlig unnötig: FC Nöttingen verliert mit 2:3 gegen den SGV Freiberg

Remchingen-Nöttingen. Gleich fünf Geschichten lassen sich vom 2:3 (2:3) des FC Nöttingen gegen den SGV Freiberg erzählen: Die von der Verspätung etwa, mit der das Spiel angepfiffen wurde. Die von einem Disput. Die von einer überraschenden Taktik. Die von zwei verletzten Spielern. Und, natürlich, die Geschichten von fünf Toren, eines unnötiger als das andere.

Aber von vorne. Die Verspätung: Ausgebremst wurden am Samstagmittag die Gäste – aber nicht vom FCN, sondern von einer Vollsperrung der Autobahn bei Pforzheim Süd. Das Oberligaspiel in der Kleiner-Arena wurde daher mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen.

Der Disput: „Ich hätte mir vom Schiedsrichter den Mut gewünscht, dass er noch eine Aktion als Elfmeter wertet“, sagte Wittwer mit Blick auf zwei Szenen, in denen die Nöttinger Handspiel reklamierten. Noch größer war aber sein Ärger über den Assistenten: „Über die Äußerungen des Linienrichters legen wir mal den Mantel des Schweigens“, so Wittwer, der dann doch noch etwas konkreter wurde: „Was der sich erlaubt hat, war schon ein Highlight. Wir Trainer werden bei so was auf die Tribüne geschickt...“

Die Taktik: Anders als beim 1:0-Erfolg am Mittwoch in Backnang ließ Wittwer seine Elf im 3-5-2 statt im 4-4-2 auflaufen. Innenverteidiger Niklas Kolbe kam neu ins Spiel, Sascha Walter und Marco Manduzio mussten auf die Bank. Für Kolbe statt Manduzio hatte sich der Trainer entschieden, um den kopfballstarken Freibergern einen ähnlich hohen „Turm“ entgegenzusetzen und den erst 19-jährigen Manduzio nicht mit dem dritten Spiel in acht Tagen zu überlasten. „Und mit einer Dreierreihe haben wir begonnen, weil wir Freiberg beobachtet und gesehen hatten, dass sie nur mit einem Stoßstürmer spielen“, so Wittwer. „Da brauchen wir keine vier Verteidiger zur Absicherung.“

Die Verletzten: Francisco Rodriguez Carmona musste nach 32 Minuten raus und saß fortan mit bandagiertem rechten Oberschenkel auf der Bank. Und in der 53. Minute kam Mario Bilger nach einem Sprung so unglücklich auf, „dass er ohne gegnerische Einwirkung nach außen wegknickte“, wie der 30-Jährige erklärte. Wie schlimm die Verletzung ist, konnte er nach der Partie noch nicht einschätzen.

Die Tore: „Am Anfang hat die Abstimmung gar nicht gepasst“, räumte Kapitän Holger Fuchs ein. Zurecht. Nach nur zwei Minuten stand es 0:1, weil Maximilian Rohr nach einer Ecke des Ex-Nöttingers Leon Braun unbedrängt einköpfte. Das 0:2 folgte bereits zehn Minuten später durch eine missglückte Abwehraktion Sebastian Schönthaler, die im eigenen Tor landete. „Es hat mit der Taktik nichts zu tun, wenn man nach zwei Minuten beim Standard ein Tor bekommt und sich dann noch eins selber reinmacht“, verteidigte Wittwer seine Formation. Dennoch zog der Trainer danach Timo Brenner nach hinten und stellte auf eine Viererkette um, „um Sicherheit und Ruhe reinzubekommen“. Dies gelang – teilweise.

Michael Schürg verkürzte per Kopf, nachdem Riccardo Di Piazza gut nachgesetzt und Bilger zielgenau geflankt hatte (23. Minute). Schon in Minute 28 erhöhte Marco Pischorn (28.) aber auf 3:1: Weil Nöttingens Keeper Patrick Aust etwas zu weit vor dem Tor stand, verwandelte der Freiberger einen Freistoß von der Mittellinie direkt. Weitere drei Minuten später holte Schürg einen Elfmeter heraus, Riccardo Di Piazza verwandelte zum 2:3 (31.).

Danach stürmte nur noch der FCN, der sich zumindest bis zur 70. Minute auch zahlreiche gute Gelegenheiten erspielte. Doch mal lag die Latte im Weg (6. Minute Schürg, 37. Bilger), mal scheiterte der FCN im Eins-gegen-Eins an Freibergs Schlussmann Pascal Nagel (56. Jimmy Marton) – und gleich dreimal zielte Leutrim Neziraj zu ungenau (61., 62., 66.).