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Im Angriffsmodus: Anton Brehme, später zum besten Spieler im deutschen Team gewählt, bei einem Schmetterschlag. Foto: Becker
Mit dem sprunggewaltigen Danny Poda (vorne) hatte das deutsche Team in der Abwehr so seine Probleme. Foto: Becker
29.12.2016

Volleyball in Pforzheim: Deutsche Junioren verlieren gegen Frankreich mit 1:3

Pforzheim. Die Bertha-Benz-Halle in Pforzheim hat sich erneut als guter Platz für großen Sport erwiesen. Eine prima Kulisse gab es obendrauf. Nur das Ergebnis stimmte aus Sicht der Gastgeber nicht ganz. Mit 1:3 (25:22, 26:28, 16:25 und 24:26) zogen die deutschen U18-Junioren im Länderspiel gegen Frankreich vor rund 650 Zuschauern den Kürzeren, was Trainer Matus Kalny natürlich nicht schmeckte: „Unser Gegner hat heute jeden unserer Fehler, jede Kleinigkeit bestraft“, ärgerte sich der Coach des deutschen Nachwuchses.

Es war – abgesehen vom dritten Satz – ein richtig enges Spiel, in dem tatsächlich die Kleinigkeiten entschieden. Die Gastgeber hatten vier richtige „Kanten“ im Team – Konrad Thole 2,12 Meter groß, Linus Weber und Anton Brehme jeweils 2,02 Meter, Daniel Dworzynski 1,98 Meter –, doch die Größenvorteile konnte der DVV-Nachwuchs nur im ersten Satz umsetzen, als Thole den zweiten Matchball zum 25:22 ins gegnerische Feld wuchtete.

Bildergalerie: Volleyballländerspiel U18 Deutschland - Frankreich

Die Franzosen, die vor allem in der Abwehr mit viel Einsatz kämpften, kamen postwendend zurück. Erst wehrten sie im zweiten Durchgang zwei deutsche Satzbälle ab, dann verwerteten sie ihren zweiten Satzball zum 28:26.

Der dritte Durchgang war dann mit 25:16 eine recht klare Angelegenheit für die Gäste. Im deutschen Team wurde nun kräftig durchgewechselt, schließlich ist die Serie von drei Länderspielen in Baden und der Pfalz gegen den französischen Nachbarn die Generalprobe für die EM-Qualifikation der U19, die im Januar ansteht und die die DVV-Junioren, die jetzt noch als U18 unterwegs ist, dann in Friedrichshafen spielen werden.

Doch der französische Block wurde mit zunehmender Spieldauer immer stärker. Und die Größennachteile glichen Gästeakteure wie Danny Poda mit Sprungkraft aus. „Der Gegner war im Angriff einfach besser, hat jede Chance ausgenutzt“, bilanzierte der deutsche Trainer Matus Kalny.

Im Gegenzug heißt das: die Deutschen waren nicht ganz so konsequent in der Chancenverwertung. Das war auch im vierten Satz zu sehen, als der DVV-Nachwuchs um den Ausgleich kämpfte. Zunächst verspielten die Gastgeber eine 21:18-Führung. Den ersten Matchball des Gegners wehrten sie dann ab, setzten aber beim Stand von 24:24 eine Angabe ins Netz. Die Franzosen sagten danke und machten mit 26:24 den Sack zu.

Während Trainer Kalny nicht ganz glücklich war, sah man beim ausrichtenden TV Brötzingen nur zufriedene Gesichter. Die Organisation hatte bestens geklappt und dafür, dass auch die Gäste in der Halle immer auf den Laufenden waren, sorgte Gerhard Herber von der deutsch-französischen Gesellschaft, der die Ansagen von TVB-Ehrenpräsident und Hallensprecher Thomas Dörflinger postwendend und reibungslos ins Französische übertrug. „Das war eine Werbung für den Sport“, sagte Dörflinger. Auch Dina Cierniak, die Brötzinger Cheforganisatorin, war „sehr zufrieden“, vor allem mit der Zuschauerzahl. Und die Organisation lief reibungslos, sieht man von kurzen „Anlaufproblemen“, beim Abspielen der Nationalhymnen vor der Partie ab.