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Von den jüngsten Pleiten unbeirrt geht VfB-Trainer Tim Walter seinen Weg. In der Abwehr kommt er am zuletzt schwachen Emiliano Insua (rechts) mangels Alternative wohl nicht vorbei.  Foto: Baumann 

Von Verunsicherung keine Spur: Trotz Liga-Pleiten sieht Coach Walter den VfB auf gutem Weg

Hamburg/Stuttgart. Drei Niederlagen in Serie und ein 2:6 beim Hamburger SV lassen Trainer Tim Walter beim VfB Stuttgart überhaupt nicht zweifeln. „Ich glaube, dass wir auf einem sehr guten Weg sind, weil die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, sehr gut ist“, sagte der 43-Jährige vor dem erneuten Duell mit dem HSV in der zweiten Runde des DFB-Pokals am Dienstag (18.30 Uhr/Sky). „Wir wissen, was wir falsch gemacht haben – aber auch, was wir gut gemacht haben.“

In der Liga ist der VfB auf Rang drei abgerutscht, leistet sich haarsträubende Fehler in der Defensive und geht arg großzügig mit den sich bietenden Torchancen um. Eine Anpassung des Systems kommt für Walter dennoch nicht infrage. „So viele Fehler, wie wir gemacht haben, kannst du ja nicht noch mal machen in einem Spiel“, begründete er dies am Montag: „Das hat nichts mit dem System zu tun. An diesem Tag war es so, dass wir einfache Fehler gemacht haben.“

Unsicherheit scheint für den selbstbewussten Trainer also noch immer ein Fremdwort. Rückschläge wie die Niederlagen gegen die Kellerkinder SV Wehen Wiesbaden (1:2) und Holstein Kiel (0:1) und am Samstag die Packung im Punktspiel bei Zweitliga-Tabellenführer Hamburg seien normal im Leben. „Das gehört dazu zu Menschen, die erfolgreich sein wollen. Da zähle ich mich dazu“, sagte Walter gute Laune geradezu demonstrierend. „Ich habe genug Krisen erlebt in meiner Karriere. Ich bin ja nicht erst seit einem Jahr Trainer oder seit zwei, ich bin seit zwölf Jahren Trainer“, betonte er.

Zumindest in der Öffentlichkeit geht der VfB den Weg seines Trainers noch unbeirrt mit. VfB-Sportdirektor Sven Mislintat wollte „das große Ganze nicht infrage stellen“ und verwies am Sonntag ebenfalls auf „ganz leichte individuelle Fehler“. Die hätten zu den meisten der sechs Gegentore geführt.

Badstuber steht zur Verfügung

Klar scheint daher, dass anstelle des zweimal patzenden U-21-Nationalspielers Maxime Awoudja der in der Liga gesperrte Holger Badstuber in die Innenverteidigung rückt. Der Ex-Bayern-Profi mit seiner Erfahrung kann viel besser umgehen mit einer Atmosphäre und einer Drucksituation, die im mit wohl 57.000 Zuschauern erneut voll besetzten Hamburger Stadion gegeben sein wird.

Wie Walter die Abwehr insgesamt formiert, ist fraglich. Borna Sosa ist nach seiner Gehirnerschütterung weiterhin keine Alternative für den arg schwachen Emiliano Insua, über den Walter sagte: „Ich glaube nicht, dass er mit (Bakery, Anm.) Jatta Probleme hatte. Ich glaube, dass er an dem Tag insgesamt mit dem Spiel ein Problem hatte.“

Vielleicht hilft den in der Liga gebeutelten VfB-Profis nun, dass es nun in einem anderen Wettbewerb zur Sache geht. „Morgen geht es nur darum: Friss oder stirb. Entweder du kommst weiter oder du scheidest aus. In der Liga geht es um Konstanz und Stabilität“, sagte Walter: „Morgen geht es darum, zu gewinnen.“ Nach seinem Selbstverständnis gilt das allerdings für jedes Spiel.