Bescheiden: Die Zuschauer-Tribüne der Sporthalle am Benckiserpark ist nur für 199 Besucher zugelassen. Interessiert hat das bis vor wenigen Tagen niemand.   becker, pz-archiv
Bescheiden: Die Zuschauer-Tribüne der Sporthalle am Benckiserpark ist nur für 199 Besucher zugelassen. Interessiert hat das bis vor wenigen Tagen niemand. becker, pz-archiv 
Sucht eine passende Heimspielstätte für die erste Herrenmannschaft: TGS-Chef Wolfgang Taafel.  müller, pz-archiv
Sucht eine passende Heimspielstätte für die erste Herrenmannschaft: TGS-Chef Wolfgang Taafel. müller, pz-archiv 

Vor Derby TGS-SG: Probleme mit Benckiserhalle

Ein Ergebnis hat das Pforzheimer Handball-Oberliga-Derby bereits: Wir wissen jetzt alle, dass in die Sporthalle am Benckiserpark eigentlich nur 199 Zuschauer hinein dürfen.. „Das ist nichts Neues, das war schon immer so“, erklärt Frank Mondring vom städtischen Amt für Gebäudemanagement. Bisher hat sich aber niemand darum gekümmert. Es gab auch keinen konkreten Anlass, auch wenn die TGS-Herren bei ihren Heimspielen in der Oberliga Baden-Württemberg in der Regel vor 250 bis 300 Zuschauern spielen.

Mit der kontroversen Hallen-Diskussion um das bevorstehende Derby der Handball-Oberliga Baden-Württemberg zwischen der TGS Pforzheim und der SG Pforzheim/Eutingen (3. Oktober, 17.00 Uhr) hat die TGS Pforzheim allerdings schlafenden Hunde geweckt – und vielleicht auch ein Eigentor geschossen. Denn die TGS wollte unbedingt in ihrer heimischen Benckiser-Halle spielen und dafür die Zuschauer-Kapazität erhöhen. Bei einer Begehung mit Schul- und Sportamt, Gebäudemanagement, Baurechtsamt und Feuerwehr wurde von städtischer Seite explizit darauf verwiesen, dass maximal 199 Zuschauer in die Halle dürfen, jetzt und in Zukunft.

Die merkwürdige Zahl 199 kommt übrigens zustande, weil ab 200 Zuschauern strengere Richtlinien für Sicherheit und Brandschutz gelten. Also wurde das Derby aus Sicherheitsgründen in die Sporthalle der Fritz-Erlerschule verlegt. Eine Maßnahme, die Kommunalpolitiker und auch der Gegner SG Pforzheim bereits zuvor gefordert hatten. Doch die TGS pochte aufs Heimrecht, zum Verdruss der SG Pforzheim/Eutingen und vieler Fans in der Region.

Für die TGS entsteht jetzt eine neue Situation. An die Vorgabe der Stadt muss man sich im Prinzip auch in Zukunft halten. Das heißt: Nicht mehr als 199 Zuschauer. „Für uns ist das eine Katastrophe“, sagt Wolfgang Taafel, der Handballabteilungsleiter der TGS. Wenn seine Handballer eine Perspektive haben wollen, muss in einer Halle mit größererer Kapazität gespielt werden. Eine Alternative wäre die Sporthalle der Fritz-Erlerschule, die Heimspielstätte der HSG Pforzheim. „Wenn es irgendwie geht, hilft man sich immer gegenseitig. Aber in dieser Saison geht sicher nichts mehr“, sagt Klaus Händler, der Sportliche Leiter der HSG.

Bei der Frage nach Alternativen rückt schnell die geplante Hilda-Sporthalle in den Blickpunkt, nur ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt von der Benckiserhalle. „Klar wäre das eine Alternative“, sagt Wolfgang Taafel. Das Problem mit den Parkplätzen erachtet der TGS-Macher nicht als gravierend: „Das lässt sich lösen.“ Für die Übergangszeit bis zur Fertigstellung der Hildahalle kann sich Taafel ein Arrangement mit der HSG vorstellen und kündigt an: „Wir müssen auch mit der zuständigen Hallenkommission reden.“

Doch zunächst richtet sich der Blick Richtung Derby am 3. Oktober. Die Fritz-Erlerhalle wird mit den zugelassenen 750 Zuschauern wohl ausverkauft sein, „sodass es nach derzeitigem Stand der Dinge keine Tageskasse am Spieltag geben wird“, heißt es in einer Mitteilung der TGS. Der Löwenanteil der Karten ging an TGS-Fans, sodass die Mannschaft ein echtes Heimspiel haben wird. Die SG Pforzheim erhielt nur die vorgeschriebenen zehn Prozent, also 75 Karten. „Wir würden das sicher nicht so handhaben. Bei uns gäbe es Karten an der Abendkasse“, findet Jörg Lupus, Vorsitzender der SG Pforzheim, dieses Vorgehen des Lokalrivalen nicht sportlich. Martin Mildenberger