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Sieht aus wie eine liebevolle Umarmung, ist aber ein echter Kraftakt: Ispringens Freistilspezialist Kakhaber Khubezthy (in Blau) beim Final-Hinkampf gegen Weingartens Georg Harth. Auch am Samstag will der Russe seinen Gegner voll im Griff haben. Foto: Riipberger, PZ-Archiv
Sieht aus wie eine liebevolle Umarmung, ist aber ein echter Kraftakt: Ispringens Freistilspezialist Kakhaber Khubezthy (in Blau) beim Final-Hinkampf gegen Weingartens Georg Harth. Auch am Samstag will der Russe seinen Gegner voll im Griff haben. Foto: Riipberger, PZ-Archiv
12.01.2017

Vor dem Finale im Ringen: PZ-news zeigt das „Ringer-ABC“

Die Ispringer Ringer sind heiß – und zwar so richtig heiß. Erstmals in der Vereinsgeschichte kann der KSV Ispringen den deutschen Mannschaftsmeistertitel gewinnen. Eine Hürde müssen die Jungs von Trainer Bernd Reichenbach noch nehmen – und zwar die 9:13-Niederlage aus dem Vorkampf gegen den SV Germania Weingarten wettmachen. Das scheint machbar und die Unterstützung vieler Pforzheimer Ringerfans in der wohl ausverkauften Bertha-Benz-Halle ist ihnen am Samstag ab 19.30 Uhr sicher. Denn auch die Pforzheimer hat das Ringer-Fieber gepackt. Die PZ stellt die Sportart anhand eines Ringer-Abc vor.

Antike: Ringen ist eine der ältesten Sportarten überhaupt. Im Jahr 708 v. Chr. wurde der Ringkampf in die Olympischen Spiele der Antike aufgenommen. Die Premiere soll allerdings erst im Jahr 776 erfolgt sein. In der Antike wurde nackt gerungen. Gewichtsklassen gab es nicht. Wer seinen Gegner dreimal auf den Boden warf, hatte gewonnen.

Brücke: Besondere Verteidigungshaltung, bei der Kopf und Füße den Boden berühren und der Athlet im Hohlkreuz versucht, eine Schulterniederlage zu vermeiden. Die wohl berühmteste Brücke „baute“ Pasquale Passarelli. Bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles hielt der Ludwigshafener im Finale (griechisch-römisch bis 57 kg) 90 Sekunden lang eine Brücke und sicherte sich somit die Goldmedaille.

Champion: Der Russe Alexander Alexandrowitsch Karelin gilt mit vier olympischen Medaillen (3 x Gold und 1 x Silber), neun Weltmeistertiteln und zwölf Europameistertiteln unabhängig von der Stilart als der erfolgreichste Ringer aller Zeiten.

Damenringen: Wurde erstmals bei den Spielen in Athen 2004 ins olympische Programm aufgenommen. Besonders erfolgreich waren hier die Athletinnen aus Japan.

Erfolge: Die letzten drei DM-Finals gewann der ASV Nendingen, jeweils immer gegen den SV Germania Weingarten.

Freistil: Eine von zwei Ringvarianten. Hier sind Grifftechniken am ganzen Körper, vom Kopf bis zu den Füßen, erlaubt.

Griechisch-römisch: Auch Greco oder klassischer Stil genannt, bezeichnet den Kampf mit Grifftechniken von Kopf bis zur Gürtellinie.

Hammerlock: Hebelgriff am Boden, bei der die schwächste Stelle des Gegners, der Ellbogen, ausgenutzt wird, um den Hebel anzusetzen für einen Wälzer.

Intensiv: Auf der Matte geht’s immer ordentlich zur Sache – und dabei bekommen im Eifer des Gefechts auch die Ohren ordentlich was ab. Die sogenannten Blumenkohlohren bei den Ringern entstehen durch vernarbtes Knorpelgewebe nach Blutergüssen. Sieht nicht schön aus, ist aber auch nicht schlimm.

Jahrhundertwurf: Wilfried Dietrich, der „Kran von Schifferstadt“, ist wohl der bekannteste deutsche Ringer. Sein sensationeller Schultersieg gegen den 182-Kilo-Koloss Chris Taylor aus den USA, den er mit einem sensationellen Wurf kopfüber besiegte, blieb bei den Sommerspielen 1972 zwar ohne Medaille, prägte sich aber in den Köpfen der Menschen ein. Dietrich starb 1992 im Alter von nur 58 Jahren an einem Herzinfarkt.

KSV Ispringen: Der Kraftsportverein wurde 1906 gegründet. Neben Ringen beherbergt der KSV noch eine Gymnastik- und eine Armwrestling-Abteilung (mit einem Vize-Europameister). Der Verein zählt rund 150 Mitglieder. Der bisher größte Erfolg der Ringer: Halbfinale 2016.

Limit: Bis zu den Olympischen Spielen 1924 in Paris gab es beim Ringen keine Zeitbegrenzung. Kämpfe dauerten deshalb schon mal bis zu zwölf Stunden. 1912 in Stockholm wurde das Finale im Halbschwergewicht (griechisch-römisch) nach neun Stunden abgebrochen. Beide Ringer erhielten eine Silbermedaille.

Mattenflucht: Ständiges Rückwärtsgehen und Entziehen aus einer Griffhandlung durch Ausweichen nach hinten. Kann mit Verwarnungen und Disqualifikation geahndet werden.

Niederlage oder Sieg: Hängen von der Punktzahl ab, die man durch verschiedene Aktionen erzielt: Je nach Schwierigkeit gibt es zwischen 1 und 5 Punkte. Für einen Durchdreher z.B. bekommt man zwei Punkte, für einen Ausheber drei.

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