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Erstmals deutscher Meister im Einzelwettbewerb mit der Perkussionsflinte: Frank Waidner von der SG Pforzheim. Fotos: J. Keller
Erstmals deutscher Meister im Einzelwettbewerb mit der Perkussionsflinte: Frank Waidner von der SG Pforzheim. Fotos: J. Keller
Im Team eine Bank: Franz Lotspeich, Frank Waidner und Roland Dupont (von links) holten zum neunten Mal Gold bei einer deutschen Meisterschaft.
Im Team eine Bank: Franz Lotspeich, Frank Waidner und Roland Dupont (von links) holten zum neunten Mal Gold bei einer deutschen Meisterschaft.
20.07.2015

Vorderladerschützen ermitteln ihre deutschen Meister in Pforzheim

Pforzheim. Die Anlage der Schützengesellschaft Pforzheim war bei der deutschen Meisterschaft wieder einmal das Mekka für die Vorderladerschützen. Für die SG Pforzheim holten sich die Abonnement-Mannschaftsmeister Roland Dupont, Frank Waidner und Frank Lotspeich mit der Perkussionsflinte im zehnten Jahr ihrer Mannschaftszugehörigkeit das neunte Gold.

Bei den Wurfscheibenwettbewerben gab es aus Pforzheimer Sicht beim Einzelwettbewerb ein Novum, denn Frank Waidner präsentierte sich am Freitag bei brütender Hitze in bestechender Form und gab seinem Mannschaftskameraden Franz Lotspeich, dem mehrfachen Welt- und Europameister, in der zweiten Runde des Stechens das Nachsehen.

„Das muss sich erst mal setzen,“ sagte Waidner nach den Glückwünschen der insgesamt 53 Konkurrenten zu seinem ersten Einzelmeistertitel. Im Wettbewerb waren Waidner, Lotspeich und der bayrische Schütze Martin Huber mit 47 von 50 möglichen Treffern punktgleich.

Das Stechen war an Dramatik und Spannung nicht zu toppen. Jeder der drei Schützen leistete sich jeweils einen Fehlschuss, so dass das Stechen verlängert werden musste. Den ersten Fehlschuss leiste sich dann der Gastschütze aus Bayern.

Im vereinsinternen Duell legte Waidner fehlerlos vor, Lotspeich legte nach. Beide stellten sich schon auf ein längeres Duell ein, doch Lotspeich leistete sich überraschend einen Fehlschuss und die Meisterschaft war zugunsten von Waidner entschieden. Spannung war auch angesagt beim Mannschaftswettbewerb mit der Perkussionsflinte. Mit der Aussage „der letzte Schuss muss sitzen“ setzte sich Schlussschütze Roland Dupont, mit 74 Jahren, der Senior im SG-Team, selbst ein wenig unter Druck. „Am Ende hat es dann aber wieder einmal gelangt“, resümierte Dupont. Mit 138 Treffern (Dupont 44/Lotspeich und Waidner je 47), verfehlte das SG-Team nur um einen Treffer den 2012 selbst aufgestellten deutschen Rekord. „Mit so einem Ergebnis kann man Weltmeister werden“, meinte Dupont schmunzelnd, nachdem es erneut zum Meistertitel gereicht hatte.

Die Freude über den neunten Meistertitel war beim Pforzheimer Flintentrio unverkennbar, „denn die Qualifikation zur DM schafft nicht jeder“, ergänzte Dupont. „Plan des erfolgreichen Trios ist es“, so Waidner, „das Dutzend voll zu machen“. Hinter dem SG-Team platzierten sich mit 135 Treffern die Wurftaubenschützen Donau-Wald. Bronze ging mit 131 Treffern an die Schützen vom Hegering Haren (Ems). Die Qualifikation zur DM hatte auch das zweite Team der SG geschafft. Das Nachwuchsteam mit Johannes Männchen (41 Treffer), Josef Eppinger (37) und Philipp Lichtenfels (40) schaffte mit 118 Treffern den neunten Platz.

Seiner Favoritenrolle gerecht wurde Lotspeich im Einzel mit der Steinschlossflinte. Allerdings nicht für die SG, sondern für den Württembergischen Schützenverband, und zwar für seinen Heimatverein Sabt. Söhnstetten. Eine Ausnahmesituation, dass Lotspeich gleich mit zwei Landesverbänden erfolgreich bei der DM ist.

Medaillenspiegel

Im Medaillenspiegel belegt Württembergisch mit zehn Gold-, drei Silber- und sieben Bronzemedaillen den ersten Platz vor Hessen (6/4/2). Platz drei sicherte sich der Pfälzische Schützenverband (5/3/7). Die Vertreter aus Baden (2/2/0) erkämpfen sich Platz fünf hinter den Gästen aus Bayern.