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Auf dem Spielfeld ließen Nicolai Gerstner (Mitte) und seine Kollegen von der SG Pforzheim/Eutingen die Punkte gegen Fürstenfeldbruck liegen, am Grünen Tisch bekam man sie zurück. Foto: Ripberger/PZ-Archiv
Auf dem Spielfeld ließen Nicolai Gerstner (Mitte) und seine Kollegen von der SG Pforzheim/Eutingen die Punkte gegen Fürstenfeldbruck liegen, am Grünen Tisch bekam man sie zurück. Foto: Ripberger/PZ-Archiv
22.12.2016

Vorweihnachtliches Geschenk für SG-Handballer

Pforzheim. In der Tabelle der 3. Liga Süd bei den Handballern gibt es reichlich Bewegung. Nicht wegen der vorgezogenen Partie, die Oftersheim/Schwetzingen erwartungsgemäß – wenn auch überraschend knapp – mit 22:20 gegen den Abstiegskandidaten Mundenheim gewonnen hat. Auslöser für die Turbulenzen ist die TuS Fürstenfeldbruck, die 13 Punkte abgezogen bekommt und dadurch aus der Spitzengruppe Richtung Abstiegszone rutscht. Für sieben Vereine, darunter die SG Pforzheim/Eutingen, gibt es dagegen eine vorweihnachtliche Bescherung. Sie profitieren mit zusätzlichen Pluspunkten vom Urteil der Sportrichter.

Ausgangspunkt für die Entscheidung der Spielleitung ist der Einsatz von Alexander Leindl bis zum 17. November. Der junge Handballer hatte keine gültige Spielberechtigung. Es handelt sich um einen Ergänzungsspieler, der vergangene Saison noch mit einem Doppelspielrecht für Erwachsenenmannschaften ausgestattet war. Als sein Jugendspielrecht im Sommer 2016 endete, vergaß Fürstenfeldbruck offensichtlich, eine neue Spielberechtigung für ihn zu beantragen.

Das ist bitter für Fürstenfeldbruck und Alexander Lipps kann mitfühlen. „Gut nur, dass der TuS eine stabile Mannschaft hat und trotz der Punktabzüge wohl nicht absteigen wird“, sagt der Trainer der SG Pforzheim/Eutingen. Dass Leindl nur Ergänzungsspieler war und gegen Pforzheim keinen Treffer erzielte, tut für Lipps nichts zur Sache. Er glaubt nicht, dass ein möglicher TuS-Einspruch gegen das Urteil Erfolg hat: „Ein solches Vergehen darf eine Spielleitung einfach nicht durchgehen lassen, sonst wird Manipulationen Tür und Tor geöffnet.“

Sechs Siege und ein Remis weg

In sieben Spielen, in denen Leindl eingesetzt war, holte Fürstenfeldbruck Punkte. Es gab sechs Siege gegen die SG Pforzheim/Eutingen, gegen Hochdorf, Mundenheim, Pfullingen, Zweibrücken und Kronau/Östringen II, außerdem ein Remis gegen Balingen-Weilstetten II. Die Partie gegen Tabellenführer Heilbronn-Horkheim wurde sowieso verloren. Jetzt gibt es in der Tabelle viele Gewinner, zu allererst die vier letzten der Tabelle (Kronau/Östringen, Pforzheim/Eutingen, Mundenheim und Zweibrücken, die ebenso zwei Zähler dazubekommen wie Pfullingen und Hochdorf, die zuletzt im unteren Mittelfeld am Rande der Abstiegszone wandelten. Der große Verlierer ist der Fünftletzte SG Köndringen/Teningen, die jetzt wieder mittendrin ist in der Abstiegszone – die Südbadener hatten erst im Dezember gegen Fürstenfeldbruck gespielt, und da war der Lapsus mit der fehlenden Spielberechtigung bereits bekannt. Pforzheim ist jetzt auf einen Zähler an Köndringen/Teningen dran. Alexander Lipps aber hätte den Rückstand „lieber mit einem Sieg im Kellerduell gegen Mundenheim verkürzt“, wie er verrät.

TGS kann nicht profitieren

An der Spitze ist Fürstenfeldbruck selbst der große Verlierer, steckt plötzlich punktgleich mit der SG Pforzheim im Tabellenkeller. Dabei lagen die Bayern bislang nur einen Zähler hinter Tabellenführer Heilbronn-Horkheim, der nun aber auch den Spitzenplatz räumen muss, weil Balingen-Weilstetten II mit dem zusätzlichen Punkt vorbeizieht. Für die TGS Pforzheim – jetzt drei Zähler hinter dem neuen Tabellenführer – ändert sich nicht viel. Die TGS hatte gewissermaßen Pech: Das Team verlor zwar im Oktober in Fürstenfeldbruck mit 29:33, aber Leindl kam in dieser Begegnung nicht zum Einsatz.