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Höhenflüge vor ausverkauftem Haus: Bei der KTV Straubenhardt, hier Steve Woitalla beim jüngsten Heimkampf gegen Schwäbisch Gmünd, ist immer etwas los. Foto: Becker
Höhenflüge vor ausverkauftem Haus: Bei der KTV Straubenhardt, hier Steve Woitalla beim jüngsten Heimkampf gegen Schwäbisch Gmünd, ist immer etwas los. Foto: Becker
14.09.2018

Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung: KTV Straubenhardt geht in die Offensive

Straubenhardt. Ein kleines Beben hat es in den vergangenen Tagen in der Deutschen Turnliga (DTL) gegeben. Erst verkündete die KTV Obere Lahn, dass sie sich im kommenden Jahr aus der DTL zurückzieht. Vor einer Woche zog der MTV Stuttgart nach und gab bekannt, dass man zur Saison 2019 keine Mannschaft für die erste Liga stellen werde. Bei der KTV Straubenhardt, dem deutschen Meister der vergangenen drei Jahre, bedauert man diesen Rückzug, wie der Verein gestern in einer Presseerklärung mitteilte.

Die Verantwortlichen der KTV wehren sich allerdings gegen den aus Stuttgart erhobenen Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung. Es gebe keine einheitlichen Regelungen für die Vergütung von Turnern in der DTL, heißt es aus Stuttgart. Der MTV habe dadurch schlechtere Bedingungen auf dem Transfermarkt. So wechselte der Spitzenturner Marcel Nguyen 2014 von Stuttgart nach Straubenhardt.

Regeln sind für alle gleich

Sowohl die DTL als auch die KTV Straubenhardt heben allerdings hervor, dass alle Vereine in der Turnliga den gleichen gesetzlichen Regularien und Prüfungen unterlägen. „Die KTV Straubenhardt sowie der Förderverein der KTV Straubenhardt haben sich zuletzt Ende 2016 den regelmäßigen obligatorischen Prüfungen der entsprechenden Behörden unterzogen, welche zu keinerlei Beanstandungen geführt haben. Somit kann die KTV Straubenhardt ganz klar Stellung beziehen und unterstreichen, dass es hier zu keiner Wettbewerbsverzerrung oder Vorteilen in Bezug auf Regionen oder Standorte gekommen ist. Gegenteilige Äußerungen sind schlichtweg ohne Substanz und unzutreffend“, heißt es in der Erklärung des Vereines.

Die Stärke und Ausnahmestellung der KTV Straubenhardt ruht auf zwei Säulen: Einer sehr intensiven Nachwuchsförderung mit einem hauptamtlichen Trainer – und einem potenten Kreis an Förderern und Sponsoren. Hauptsponsor ist die Firma Polyrack aus Straubenhardt. Sei 15 Jahren gibt es einen Förderverein. Dessen Gründung bezeichnet der Fördervereins-Präsident Andreas Rapp (37) als Meilenstein in der Geschichte der KTV, die bei ihren Heim-Wettkämpfen stets auf eine ausverkaufte Straubenhardt-Halle setzen kann. Gründungsmitglied des Fördervereines war Horst Rapp, der Vater von Andreas Rapp. Beide sind Geschäftsführer der Polyrack-Gruppe. Andreas Rapp legt Wert auf die Feststellung, dass sich die KTV auf weitere 70 Sponsoren, Freunde und Gönner verlassen könne. Er räumt aber auch ein, dass es in einem Umfeld wie Stuttgart, wo sehr viel Spitzensport geboten wird, natürlich ungleich schwerer sei, Geldquellen zu erschließen.

Durch die gute finanzielle Struktur kann sich die KTV immer wieder Stars wie in der Vergangenheit Fabian Hambüchen oder jetzt Marcel Nguyen oder Andreas Bretschneider leisten, was die Konkurrenz neidvoll anerkennen muss.

Ausblick auf Saison 2019

Die KTV Straubenhardt steht bereist als Teilnehmer am DTL-Finale am 1. Dezember in Ludwigsburg fest. Doch die Planungen im Verein gehen schon Richtung Saison 2019. „Das Derby zwischen der KTV und dem MTV Stuttgart war immer ein Highlight der Saison. Auch die sportlich heißen Duelle mit der KTV Obere Lahn werden die Sportfreunde in Straubenhardt vermissen“, blickt Andreas Rapp schon mal voraus. Es gebe aber hungrige Vereine aus der 2. Liga wie den TSV Monheim oder den TV Schiltach, welche die DTL auffrischen könnten.

Was Vermarktung und mediale Präsenz angeht, wolle die KTV Straubenhardt weiter eine Vorreiterrolle übernehmen, kündigt der Verein an. Sportlich will sich die KTV für 2019 nur punktuell verstärken, so Andreas Rapp. Spekulationen über eine Rückkehr von Nationalturner Lukas Dauser entkräftet Rapp: „Mit Lukas Dauser hatten wir eine sehr erfolgreiche gemeinsame Zeit und wir freuen uns über seine sportliche Entwicklung bzw. Rückkehr nach seiner schweren Verletzung. Er ist immer ein willkommener Gast in Straubenhardt, aber für die Kaderplanung 2019 spielt er für uns keine Rolle“, betont der für das Management der 1. Bundesliga bei der KTV zuständige Funktionär.