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Zu Besuch in Straubenhardt-Conweiler: Der 25-jährige Mittelstreckler und WM-Überraschungsläufer Timo Benitz (Mitte) schaute sich das individuell betreute Gesundheitstraining von Alexander Skrzos (links) und Michael Gauss an. Dabei testete er den Slingtrainer, der bei den Körperstabilitätsübungen mit angewendet wird.   Molnar
Zu Besuch in Straubenhardt-Conweiler: Der 25-jährige Mittelstreckler und WM-Überraschungsläufer Timo Benitz (Mitte) schaute sich das individuell betreute Gesundheitstraining von Alexander Skrzos (links) und Michael Gauss an. Dabei testete er den Slingtrainer, der bei den Körperstabilitätsübungen mit angewendet wird. Molnar
08.09.2017

WM-Ass besucht Straubenhardt

Sein starker Vorlauf bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London ist noch vielen in Erinnerung. Timo Benitz ging das Risiko ein, wartete bis innen die Tür aufging und spurtete überraschend als Dritter ins Ziel. Im Halbfinale über 1500 Meter schied Benitz dann aus. „Das hängt mir immer noch nach“, erzählt der 25-Jährige, der kürzlich das „Gesundheitszentrum Körperordnung, Praxis für Physiotherapie und Sport“ von Alexander Skrzos und Michael Gauss in Straubenhardt-Conweiler besuchte. Ein Wunder sei es schon gewesen, dass er das Semifinale überhaupt erreichte, die Konkurrenz war mit Weltklasse-Läufern extrem hoch. Dennoch sei er hinterher richtig unzufrieden gewesen.

Umso mehr freut sich der Mittelstreckler und Student über den kurz danach errungenen Studenten-WM-Titel bei der Universiade in Taipeh, an der er erstmals teilnahm. „Das entschädigt schon“, sagt er, zumal der Lauf aufgrund der klimatischen Bedingungen alles andere als einfach war. Auch sonst lief die Saison sehr gut für Benitz: Er stellte eine neue persönliche Bestzeit von 3:34:87 Minuten über 1500 Meter auf, wurde unter anderem deutscher Meister und Team-Europameister. Zurzeit macht der Leichtathlet Trainingspause, Ende September fängt er wieder an.

Immer kleine Wehwehchen

Weil er sich die deutschen Zehn-Kilometer-Meisterschaften in Bad Liebenzell anschauen wollte, kam er spontan auf einen Sprung nach Conweiler – um sich die Körperstabilitätsübungen von Skrzos und Gauss genauer anzuschauen. „Als Leistungssportler tut einem immer etwas weh, die Reha gehört zum täglichen Training“, so Benitz. Kontakt zu Skrzos bekam er bei einem Trainingslager in Italien, wo der Physiotherapeut das Team mit seinem individuellen Gesundheitstraining „Körperordnung“ betreute. Zudem war Skrzos früher Mitglied des Vereins LG farbtex Nordschwarzwald, für den Benitz läuft, und trainierte bei demselben Trainer Jörg Müller. „Die Unterstützung der Sportler ist dürftig“, sagt er. In Genuss eines eigenen Physiotherapeuten zu kommen – diesen könne sich der kleine Verein sonst nicht leisten – bedeutete Benitz viel: „Wir trainieren hart“.

Zwei Mal am Tag und bis zu 14 Mal in der Woche läuft Benitz in Berlin, wo er nebenher Luft- und Raumfahrttechnik an der TU Berlin studiert und gerade seinen Master macht. Eine Ausbildung beim Flugzeughersteller Airbus hat der aus der Bodensee-Region stammende Sportler schon in der Tasche, Ende 2018 will er sein Studium beenden – mit dem Ziel, Ingenieur im Bereich Aero-Strömungsmechanik zu werden.

Tag voll durchgeplant

„Ich besuche keine Vorlesungen vor 12 Uhr“, erzählt er. Um morgens und abends trainieren zu können, wähle er die Kurse so aus, dass sie zeitlich perfekt passen. Der Tag ist straff, „Fernsehen ist extrem selten“. Um Sport und Studium zu vereinbaren, ist vor allem eines wichtig: „Man muss Lust auf beides haben“, so Benitz, der nun die Europameisterschaft 2018 in Berlin zum Ziel hat. „Da möchte ich eine Medaille holen“, sagt er.