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Er stammt aus Mannheim und spielt für Karlsruhe und wird doch nicht beim Badischen Pokalderby zwischen Waldhof Mannheim und Karlsruher SC dabei sein: Hakan Calhanoglu kickt an diesem Wochenende für die türkische U19.
Er stammt aus Mannheim und spielt für Karlsruhe und wird doch nicht beim Badischen Pokalderby zwischen Waldhof Mannheim und Karlsruher SC dabei sein: Hakan Calhanoglu kickt an diesem Wochenende für die türkische U19. © dpa
22.03.2013

Waldhof-KSC: Hoffen auf friedliches Derby und DFB-Pokalgelder

Wenn zwei Vereinspräsidenten gemeinsam in einer Pressemitteilung erklären, dass sie sich auf das Spiel ihrer beiden „Traditionsvereine“ freuen und sich „rund um das Spiel einen friedlichen und sportlich fairen Verlauf“ wünschen, dann darf man davon ausgehen, dass sich beide Clubchefs Sorgen machen. Am Samstag kommt es im Badischen Fußballpokal um 15 Uhr im Mannheimer Carl-Benz-Stadion zum Viertelfinalduell SV Waldhof Mannheim und Karlsruher SC. Die Polizei geht davon aus, dass es Auseinandersetzungen geben könnte.

Die Waldhof-Fans sind nicht gerade dafür bekannt, tolerant und duldsam zu sein und eine hohe Reizschwelle zu besitzen. Vor zwei Wochen hat der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz nach den Fan-Krawallen beim Regionalligaspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern II und Waldhof Mannheim harte Strafen gefordert. Die Mannheimer sind mit den KSC-Fans ganz gewiss nicht eng befreundet. Hinzu kommt, dass die Karlsruher Club-Unterstützer ebenfalls keinen besonders friedlichen Ruf genießen. Als Beispiel dafür mag das in Krawallen endende Relegationsdesaster sein, das den KSC in der vergangenen Saison in die Dritte Liga führte. Da ging einiges zu Bruch.

„Zum Fußball gehören Emotionen dazu, bei denen aber der Respekt gegenüber dem Gegner stets an oberster Stelle stehen sollte. Das bedeutet auch keinerlei Einsatz von Gewalt und der verbotenen Pyrotechnik“, sagt der Präsident des Badischen Fußballverbandes (BFV), Ronny Zimmermann. Verschiedene deeskalierende Maßnahmen seien getroffen worden. Über 10.000 Zuschauer werden am Samstag erwartet.

Von einem „vorweggenommenen Endspiel“ ist vielerorts die Rede, denn im Pokalwettbewerb des Badischen Fußballverbandes (BFV) treffen die beiden „ranghöchsten“ Teilnehmer dieser Saison schon im Viertelfinale aufeinander. Im Mannheimer Carl-Benz-Stadion stehen sich am Samstag der Regionalligist SV Waldhof und der Drittligist Karlsruher SC gegenüber. Das letzte Pflichtspiel zwischen den beiden Traditionsvereinen fand vor nicht ganz zehn Jahren statt.

Am 17. April 2003 gewann der KSC in Mannheim drei Punkte (2:0/Tore: Labbadia, Melkam), die wenig später zum Klassenerhalt der Wildparkprofis in der Zweiten Liga beitrugen. Die Gastgeber hingegen verschwanden nach dem letzten Spieltag der Saison 2002/03 aus dem professionellen Fußball und scheitern wahrscheinlich auch heuer wieder bei dem Versuch, wenigstens wieder drittklassig zu werden.

Waldhof will in den DFB-Pokal

Über den Gewinn des BFV-Pokals in den DFB-Pokal 2013/14 einzuziehen, stellt für die Kurpfälzer also vorerst die einzige Möglichkeit dar, bundesweit wieder einmal in Erscheinung zu treten und ordentlich Geld zu verdienen. Deshalb ist sich KSC-Trainer Markus Kauczinski sicher: „Für den SV Waldhof ist das ein besonderes Spiel. Das wird die Gastgeber beflügeln. Ich erwarte ein hart umkämpftes Spiel.“

Aber auch für seine Mannschaft geht es um die Teilnahme am DFB-Pokal. Nur die in der Abschlusstabelle ersten vier Drittligisten sind für den finanziell lukrativen Wettbewerb qualifiziert. Das sollte der derzeitige Spitzenreiter zwar schaffen, der KSC-Coach aber warnt: „Man weiß nicht, was in der Liga noch passiert.“ Deshalb werden die Wildparkprofis das Spiel so ernst nehmen wie ein Meisterschaftsspiel.

„Wir wissen um den Derbycharakter der Partie und haben Respekt vor dem SV Waldhof“, beruhigt der KSC-Coach etwaige Zweifler. Da seine Spieler gut trainiert haben, „hat keiner verdient, zuhause bleiben zu müssen. Wir fahren mit 19 Feldspielern und zwei Torhütern nach Mannheim.“ Außerdem darf im BFV-Pokal fünfmal ausgewechselt werden.

Der in Mannheim geborene KSC-Spieler Hakan Calhanoglu (19) wird im Carl-Benz-Stadion nicht mit dabei sein, denn er befindet sich seit Sonntag bei der türkischen U19 und kommt erst am 27. März zurück. Auch Kevin Akpoguma (deutsche U18) und der philippinische Nationalspieler Dennis Cagara widmen sich derzeit höheren Aufgaben.

Für Calhanoglu wird Selcuk Alibaz im rechten Mittelfeld auflaufen und links kommt entweder Gaetan Krebs oder Danny Blum zu Einsatz. Außerdem muss Kauczinski auf Silvano Varnhagen verzichten (Bänderdehnung im Sprunggelenk). Steffen Haas und Kai Schwertfeger werden die Doppel-Sechs bilden.

Dominic Peitz steht zwar im Aufgebot, ist aber im nächsten Punktspiel (heute in einer Woche daheim gegen die Stuttgarter Kickers) Gelb-gesperrt. Deshalb soll sich Schwertfeger im defensiven Mittelfeld einspielen. Das würde Dennis Kempe die Chance eröffnen, nach langer Verletzungspause und zwei Spielen auf der Ersatzbank auf seinen Stammplatz links hinten in der Viererkette zurückzukehren. Des Weiteren könnte Martin Stoll statt Daniel Gordon (Rückenprobleme) als Innenverteidiger auflaufen. Und sollte Philipp Klingmann ausfallen, würde Parker Walsh rechts verteidigen.

Nach dem Spiel werden schon die Halbfinalpaarungen bei der Pressekonferenz ausgelost. Folgende Viertelfinalpartien stehen noch aus: St. Leon – FC Nöttingen (27. März) und TSV Rosenberg – Astoria Walldorf (10. April). Der FV Lauda steht nach einem 3:2 gegen Durlach-Aue schon im Halbfinale.

Mögliche KSC-Aufstellung: Orlishausen – Klingmann (Walsh), Stoll (Gordon), Mauersberger, Kempe – Alibaz, Schwertfeger, Haas, Krebs – van der Biezen, Hennings.