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Hier geblieben: In der Europa League durfte Augsburgs Linksverteidiger Philipp Max gegen Alkmaar ran. Foto: dpa
Hier geblieben: In der Europa League durfte Augsburgs Linksverteidiger Philipp Max gegen Alkmaar ran. Foto: dpa
Stammspieler in Sandhausen: Philipp Klingmann (rechts), hier gegen Paulis Christopher Buchtmann. Foto: dpa
Stammspieler in Sandhausen: Philipp Klingmann (rechts), hier gegen Paulis Christopher Buchtmann. Foto: dpa
Meist nur Ersatz in Bielefeld: Dennis Mast (links), hier gegen Nürnbergs Miso Brecko.  Foto: dpa
Meist nur Ersatz in Bielefeld: Dennis Mast (links), hier gegen Nürnbergs Miso Brecko. Foto: dpa
Verletzt in Salzburg: Reinhold Yabo (rechts) war nur in der Vorbereitung aktiv – hier gegen Bremens Grillitsch.  Foto: dpa
Verletzt in Salzburg: Reinhold Yabo (rechts) war nur in der Vorbereitung aktiv – hier gegen Bremens Grillitsch. Foto: dpa
08.12.2015

Was machen eigentlich die Sommerabgänge vom Karlsruher SC?

Ja, wo spielen sie denn? In Südkorea und in Dänemark, in der Bundesliga und in der Regionalliga – und zum Teil auch gar nicht: Die PZ hat nachgeforscht, was aus den acht Fußballern wurde, die den Zweitligisten Karlsruher SC im Sommer verlassen haben.

Philipp Max (für etwa 3,8 Millionen Euro zum FC Augsburg):

„Die Fußstapfen, die Abdul Baba hinterlassen hat, sind natürlich groß“, sagt Robert Götz, Sportredakteur der „Augsburger Allgemeinen“. Um die Nachfolge des zum FC Chelsea gewechselten Linksverteidigers kämpft Philipp Max mit Stafylidis Konstantinos – und der Ex-Karlsruher hat derzeit die Nase vorn. „Ihm kommt die defensivere Grundordnung entgegen, die Trainer Markus Weinzierl seit dem Stuttgart-Spiel (4:0 am 13. Spieltag) spielen lässt“, berichtet Götz. Dreimal schnupperte der 22-Jährige sogar Europa-League-Luft.

Zwar sei Baba „einfach der komplettere Spieler und Max hat im Zweikampfverhalten noch leichte Schwächen“, sagt Götz. Jedoch mache er offensiv ordentlich Druck, was in Weinzierls System sehr wichtig sei. Bei den KSC-Fans hat der Sohn von Ex-Torjäger Martin Max seit dem 25. Oktober einen Stein im Brett: Da verweigerte er beim 1:5 gegen Borussia Dortmund Schiri Manuel Gräfe den Handschlag. Auf den sind die Karlsruher sauer, seitdem er mit einer Fehlentscheidung die Niederlage im Relegationsspiel gegen den Hamburger SV eingeleitet hat.

Reinhold Yabo (ablösefrei zu RB Salzburg):

Ganz anders sehen viele Fans heute ihren Ex-Liebling Reinhold Yabo. Dass er stets angab, sich sportlich weiterzuentwickeln und dann trotz Angeboten aus der Bundesliga zu RB Salzburg in Österreichs erste Liga wechselte, nehmen im viele übel. „Mann, bist du ein Versager! Geldgeiles Bullenschwein“, schrieb einer auf Yabos Facebook-Seite unter ein Foto des 23-Jährigen. Darauf war dieser im RB-Trikot zu sehen, dazu der Spruch: „I will return stronger than before.“ Auf Deutsch: „Ich werde stärker zurückkehren.“ Wegen einer Knorpelabsplitterung im Knie hat der Mittelfeldantreiber noch kein Spiel für den Dosenclub absolviert. Ohne ihn scheiterte Salzburg erst in der Champions-League-Quali an Malmö FF, dann in der Euroleague-Quali an Dinamo Minsk.

Seine Reha absolviert Yabo derzeit in Köln, in Hannover überreichte ihm der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Fairplay-Medaille – weil er sich im Hinspiel gegen den HSV trotz eines Fouls von Johan Djourou im Strafraum nicht hinfallen ließ. Zwei Minuten später netzte Ivo licevic zum 1:1 ein. Yabo berichtete, deswegen mit Mitspielern und Fans Probleme gehabt zu haben: „Warum lässt Du dich nicht fallen? Wir wären durch gewesen“, hätten diese gesagt. Zu seiner Zukunft äußerte er sich auf dfb.de: „Ich gehe davon aus, dass ich noch dieses Jahr wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Erste Priorität momentan ist es, vollkommen fit zu werden, um dann schnellstmöglich in unserer Mannschaft Fuß zu fassen.“

Rouwen Hennings (für etwa 2,5 Millionen Euro zum FC Burnley):

Ist jetzt der Knoten geplatzt? Am 28. November traf Hennings – der bei Englands Zweitligisten FC Burnley noch kein Spiel über 90 Minuten machen durfte – erstmals in die Maschen. 0:2 stand es, als der 28-Jährige in Cardiff 14 Minuten vor dem Ende eingewechselt wurde. Neun Minuten später: Pass George Boyd, Schuss Hennings – das 1:2. Und in der Nachspielzeit holte der Ligafünfte dank eines Eigentors noch das 2:2. Von einem „großartigen Gefühl“ sprach Hennings anschließend im „Burnley Express“. „Ich wusste, dass ich Tore machen kann und heute habe ich das auch gezeigt. Aber ich muss es nun auch wiederholen.“ Um so wichtiger sei dieses Erfolgserlebnis gewesen: „Jedes Tor macht jeden Stürmer ein kleines bisschen stärker.“ Inzwischen habe er sich in der Liga akklimatisiert – und hoffe, bald auch häufiger von Beginn an spielen zu dürfen.

Silvano Varnhagen (ablösefrei zu Eintracht Trier):

Regionalliga statt zweite Liga heißt es für Vernhagen. Doch bei Eintracht Trier ist er vom Pech verfolgt. Ende Oktober hatte sich der 22-Jährige gegen Worms endlich in die Startelf gekämpft. Nach elf Minuten blieb er im Rasen hängen und musste vom Feld: Kreuzbandriss.

Philipp Klingmann (ablösefrei zum SV Sandhausen):

Dieser Wechsel hat sich gelohnt: 16 von 17 Spielen machte der Rechtsverteidiger für den Zweitligisten, Durchschnittsnote beim „Kicker“ ist eine solide 3,5. Und als aktueller Tabellen-Fünfter schicken sich seine Sandhäuser an, zum neuen SV Darmstadt zu werden.

Jung-Bin Park (ablösefrei zu Hobro IK):

Zwölfter ist Park mit seinem neuen Arbeitgeber in Dänemarks erster Liga. Dumm nur: In der Alka Superligaen spielen auch nur zwölf Mannschaften. In neun von 14 Spielen seit seinem Wechsel durfte der 21-jährige Flügelflitzer bisher ran. Einmal traf er, ein Tor bereitete er vor.

Dennis Mast (für etwa 50.000 Euro zu Arminia Bielefeld):

Als Mast im Vorjahr an Bielefeld ausgeliehen war, verhalf er dem damaligen Drittligisten mit fünf Toren und vier Vorlagen zum Aufstieg. Klar, dass die Arminia ihn danach verpflichtete. Doch in der 2. Bundesliga läuft es für den 23-Jährigen noch nicht rund: 298 Minuten spielte er – insgesamt. Aber immerhin: Beim 2:1-Sieg gegen den KSC stand er erstmals volle 90 Minuten lang auf dem Rasen.

Ilian Micanski (für eine unbekannte Summe zu den Suwon Bluewings):

Beim südkoreanischen Erstligisten Suwon Bluewings kämpft der Bulgare derzeit um einen Stammplatz. Acht Spiele, kein Tor. Das ist – gerade für einen Stürmer – ausbaufähig.