nach oben

CfR Pforzheim

Dieser Kopfball von Dominik Salz (Mitte) sicherte dem CfR am Ende noch einen Punkt. Fotos: Ripberger
Dieser Kopfball von Dominik Salz (Mitte) sicherte dem CfR am Ende noch einen Punkt. Fotos: Ripberger
Die ersten zwei CfR-Tore gingen auf das Konto von Kreshnik Lushtaku (am Ball). Foto: Ripberger
Die ersten zwei CfR-Tore gingen auf das Konto von Kreshnik Lushtaku (am Ball). Foto: Ripberger
22.04.2019

Wechselbad der Gefühle: Verrückte Torfolge beim 4:4 des 1. CfR Pforzheim gegen den SV Linx

Pforzheim. Acht Treffer in 90 Minuten – kuriose Punkteteilung im Stadion Holzhof: Trotz früher 2:0-Führung gerät der 1. CfR Pforzheim gegen den Abstiegsaspiranten SV Linx am Ostersamstag beinahe noch unter die Räder und rettet am Ende in Unterzahl mit dem 4:4 dank Kapitän Dominik Salz einen Punkt.

Die zuletzt viel kritisierte Offensive der Pforzheimer besticht vor allem in der Anfangsphase, was auch CfR-Trainer Gökhan Gökce hoffen lässt: „Heute haben alle getroffen, hoffen wir, das geht so weiter.“

Marco Nabinger vom CfR-Vorstand brachte das Erlebte nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: „Ich weiß gar nicht, wem ich hier heute für den Punktgewinn gratulieren soll, oder wen ich für die die verlorenen zwei Punkte bedauern soll.“ Tatsächlich lagen hinter allen Anwesenden 90 Minuten im Wechselbad der Gefühle.

Der Pforzheimer Oberligist startete famos. Auch dank eines bärenstarken Kreshnik Lushtaku, der die Kritiker an der CfR-Offensive bereits in der ersten Minute verstummen ließ. Sowohl beim feinen Zusammenspiel mit Dominik Salz beim 1:0 (1.) als auch bei der starken Aktion Lushtakus, die zum 2:0 (23.) führte, wurde die Linxer Defensive vorgeführt. „So hatten wir uns das vorgestellt. Die Jungs haben das überragend gemacht,“ lobte CfR-Coach Gökce seine Kicker.

Doch kurze Zeit später wendete sich das Blatt. Wie aus dem Nichts erzielten die Gäste nach einem Freistoß von links durch Adrian Vollmer den 1:2-Anschlusstreffer. Das Unheil nahm seinen Lauf. Noch vor der Halbzeit gelang es Marc Rubio, per Kopf den Ausgleich für den Gast in Rot zu erzielen. „Dann gehst du mit einem 2:2 in die Kabine und natürlich sind die Spieler enttäuscht und genervt“, kommentierte Gökce die Situation nach dem Ausgleich.

Nach dem Seitenwechsel kam es noch dicker für die Hausherren. Einen zunächst abgewehrten Schuss von Jean-Gabriel Dussot verwertete Adrian Vollmer (47.) und ließ die Linxer Fans jubeln. Damit aber nicht genug, setzte Wacim Tine mit seinem Treffer zum 4:2 (59.) doch noch einen drauf. Doch die CfR-Kicker bewiesen Moral. Unmittelbar nach dem Anstoß verkürzte der kurz zuvor eingewechselte Stanley Ratifo, der ein Missverständnis in der Linxer Hintermannschaft nutzte und den Ball zum 3:4 (60.) an Linx‘ Torhüter Mury vorbeischob.

In 72. Minute mussten die Goldstädter einen weiteren Rückschlag verkraften: Verteidiger Bogdan Cristescu wurde nach einer Tätlichkeit an Dussot von Schiedsrichter Felix Ehing mit Rot vom Platz geschickt. Gökce stellte klar: „Das darf absolut nicht passieren.“ Nun nur noch zu zehnt bäumten sich die Pforzheimer ein weiteres Mal auf und konnten nach einer Ecke vom spielenden Co-Trainer Fatih Ceylan durch einen Kopfball von Dominik Salz doch noch den Punktgewinn sichern (81.).

Ein bitteres Ende für den SV Linx, das sah auch Coach Sascha Reiß, der einst für den FCP spielte: „Das fühlt sich für uns wie eine Niederlage an. Wenn man aus einem 0:2 ein 4:2 macht, musst man das auch nach Hause bringen.“ Sein Gegenüber Gökce widersprach aus Pforzheimer Sicht: „Für mich ist es wie ein Sieg, denn es war wichtig, heute nicht zu verlieren, um die Distanz auf Linx zu halten.“ Sich der nicht ganz rosigen Lage seines Clubs bewusst, beendete er sein Statement mit einer alten Weisheit: „Wenn man nicht gewinnt, sollte man wenigstens nicht verlieren.“

Das gilt auch für Mittwoch, wenn der CfR auf dem Holzhof um 18.30 Uhr zu einem Nachholspiel den FC Normannia Gmünd erwartet.