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Foto: Symbolbild © dpa
14.10.2015

Wegen Schiedsrichterentscheidungen: Wütende Wilferdinger verlassen den Platz

Kuriose Aktion des FC Alemannia Wilferdingen II in der Kreisklasse B1. 1:0 stand es für den gastgebenden FV Lienzingen, zwei Minuten waren noch zu spielen, da verließen die Wilferdinger Spieler wütend den Platz. Grund: Sie waren mit den Schiedsrichter-Entscheidungen nicht zufrieden.

Was war passiert? „Bis zur Halbzeit war noch alles okay, aber nach der Pause ist dem Schiri das Spiel aus den Händen geglitten“, sagt Wilferdingens Spielertrainer Otto Kromer, der in den ersten 45 Minuten spielte, sich dann aber an die Seitenauslinie zurückzog. Dort aber nicht lange blieb, denn nach Lienzingens 1:0 in der 49. Minute (Kromer: „Das war sowas von Abseits, das hat selbst der Gegner zugegeben“) war der 31-Jährige nur schwer zu beruhigen. Schiedsrichter Dieter Leins (FV Knittlingen) beorderte ihn hinter die Barriere, die es aber nicht gab. Also sollte Kromer das Sportgelände verlassen. „Ich bin dann zur Kabinentür, die war aber leider zu, das habe ich dem Schiri gesagt, woraufhin er mir die Rote Karte zeigte“, berichtet Kromer weiter. Wenig später wurde ihm aufgeschlossen. Das Spiel lief weiter.

Als „Zaungast“ sah der Wilferdinger Coach dann die zum Spielabbruch führende Szene so: „Es waren noch zwei, drei Minuten zu spielen. Lienzingens Torhüter hat untypischerweise einen Einwurf gemacht, den er aber falsch ausführte. Meine Spieler reklamierten das beim Schiri. Nur einer meiner Jungs meinte: ,Leute bleibt ruhig, er hat es vielleicht nicht gesehen‘. Daraufhin sah er die Rote Karte. Wegen Schiedsrichterbeleidigung. Ein Witz!“

Drei Lienzinger Spieler hätten den Referee noch umstimmen wollen. „Sie haben auf ihn eingeredet und gesagt, dass mein Spieler doch gar nichts gemacht habe“, so Kromer. Der Unparteiische revidierte seine Entscheidung allerdings nicht. Infolge dessen die Wilferdinger beschlossen, nicht weiterzuspielen und den Platz zu verlassen. Der Schiedsrichter wartete angeblich noch zwei, drei Minuten, dann brach er die Partie ab. „Wir sind vom Platz gegangen, weil wir unsere Spieler schützen wollten. Vielleicht wäre es sonst eskaliert“, meint Kromer, der mit etwas Abstand die Aktion allerdings ein wenig bereut.

Schiedsrichter Dieter Leins (60) darf diesbezüglich keine Auskunft geben. Schiedsrichter-Obmann Jörg Augenstein bezeichnet dagegen Leins als einen „langjähriger Kreisschiedsrichter“, der „sehr erfahren“ sei.

Was sagen die Lienzinger? „Der Unparteiische hatte wohl nicht seinen besten Tag, obwohl das Spiel recht fair war“, blickt FVL-Trainer Torsten Riexinger zurück. Die Schlussphase mit der zweiten Roten Karte für Wilferdingen fand er „überhaupt nicht dramatisch“, „meine Spieler haben ja auch noch versucht, den Schiri umzustimmen“. Dass eine Mannschaft dann einfach vom Platz läuft, hat Riexinger, der seit 25 Jahren im Trainergeschäft ist, „noch nie erlebt“. „Wir hoffen mal, dass es kein Wiederholungsspiel gibt, denn das wäre eine Frechheit!“

Die Spruchkammer wird entscheiden. Die Konkurrenz kratzt sich derweil am Kopf und fragt sich, warum es in den letzten vier Heimspielen der Lienzinger insgesamt fünf Platzverweise für den Gegner gab.

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