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Keinen Sportlerjubel (Symboldbild) wünscht sich die CDU am 23. Februar in Pforzheim. Im Gemeinderat wollen aber nicht alle dieser Idee folgen. Einigen Stadträten würde eine Gedenkminute zum Erinnern an die Bombardierung Pforzheims genügen.
Keinen Sportlerjubel (Symboldbild) wünscht sich die CDU am 23. Februar in Pforzheim. Im Gemeinderat wollen aber nicht alle dieser Idee folgen. Einigen Stadträten würde eine Gedenkminute zum Erinnern an die Bombardierung Pforzheims genügen. © Symbolbild: PZ-news-Archiv
08.01.2013

Weiter Diskussion über Sportverbot am 23. Februar

Gegen den Vorschlag der CDU-Fraktion, den 23. Februar durch einen Gemeinderatsbeschluss für sportliche Veranstaltungen künftig sperren zu lassen, spricht sich die Fraktionsgemeinschaft aus Freien Wählern/Unabhängigen Bürgern und ListeBürgerbeteiligungsHaushalt aus.

Das geht aus einer Presseerklärung hervor. Statt Hallen und Sportstätten prinzipiell an diesem für Pforzheim so wichtigen Gedenktag für sportliche Veranstaltungen zu schließen, erachten es die parteifreien Kommunalpolitiker bei Wettkämpfen für sinnvoller, mit einer Gedenkminute und anderen Aktionen wie etwa Informationstafeln oder Berichten in Hallenheften dafür zu sorgen, dass die Besucher über die Pforzheimer Stadtgeschichte informiert würden. Die Fraktionsgemeinschaft könnte sich sogar vorstellen, dass die Stadtverwaltung entsprechend gleichlautende Seiten erstellt und den Vereinen kostenlos zur Verfügung stellt. Gedenkminute und Informationen zum 23. Februar seien auch bei kulturellen Ereignissen und anderen Freizeitveranstaltungen an diesem Tag vorstellbar, wo dies nicht schon ohnehin gemacht würde.

Hinter dem Antrag der Christdemokraten vermutet die Fraktionsgemeinschaft ein Jahr vor der Kommunalwahl bereits ein Wahlkampfmanöver, da sie die Zuständigkeit für eine solche Maßnahme ohnehin bei der Verwaltung und nicht im Gemeinderat angesiedelt sieht. Darüber hinaus habe die Verwaltung im letzten Sportausschuss bereits erklärt, in kommenden Jahren Hallen und Sportstätten am 23. Februar aus dem Rahmenterminkalender nehmen zu wollen.

Der Anfang Januar von der CDU gestellte Antrag findet offenbar auch nicht die ungeteilte Zustimmung der gesamten CDU-Gemeinderatsfraktion. Stadtrat Jörg Augenstein erklärte gestern gegenüber der PZ, dass seine Partei mitnichten gegen Sport am 23. Februar sei. Er und Teile seiner Fraktion hätten sich etwas gewundert über den Vorstoß des Kollegen Klaus Gutscher. Gutscher hatte den Antrag im Namen der Fraktion an OB Gert Hager gerichtet. Unterschrieben ist das Papier von Klaus Gutscher und dessen Fraktionskollegen Wolfgang Schick. Gutscher hatte auf Nachfrage gegenüber der PZ ausdrücklich versichert, dass die gesamte CDU-Fraktion hinter dem Antrag stehe.

Jörg Augenstein verweist auf eine Fraktionssitzung vor Weihnachten, in der vorherrschende Meinung gewesen sei, dass man nur dann für ein Sportverbot am Gedenktag 23. Februar sei, wenn auch Tanz- oder Vergnügungsveranstaltungen an diesem Tag untersagt würden. Ansonsten sei man eher für Gedenkminuten oder andere Aktionen, wie sie jetzt auch von der Fraktionsgemeinschaft angeregt werden.

Falsch sei auch die Aussage von Klaus Gutscher, so Augenstein, dass der SV Kickers Pforzheim für den 23. Februar ein Testspiel angesetzt hätte – just zu dem Zeitpunkt, an dem auf dem Hauptfriedhof die Gedenkfeier für die 17 000 Toten des Bombenangriffs am 23. Februar stattfinde. „Wir hatten am 23. Februar nie ein Testspiel geplant“, so Augenstein.

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