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Damit sich die Sportler wie Ulli Mutscheller wieder ins Zeug legen können, braucht auch die Agentur Eventpower als Veranstalter des Triathlons in ühlacker einen langen Atem (rechts der Senderstädter Rathaus-Chef Frank Schneider).  Foto: Ripberger/PZ-Archiv 

Weiter Weg zum nächsten Triathlon in Mühlacker

Mühlacker/Darmstadt. Was hundertprozentige Kurzarbeit bedeutet, zeigt sich beim Versuch, Kontakt zu Eventpower aufzunehmen. Anders als noch zu Beginn der Corona-Krise passiert bei der Agentur in Darmstadt nun offenbar nahezu nichts. Erklären lässt sich das dadurch, dass die Saison für Ausdauersportler inzwischen vorbei ist. Und relevant für Mühlacker ist Eventpower, da die Agentur der Veranstalter des Triathlons ist, der nach der Absage 2020 im nächsten Jahr möglichst wieder stattfinden soll. Yannic Renth, einer der Mitarbeiter, macht trotz der Auswirkungen der Pandemie und der Unwägbarkeiten vorsichtig Hoffnung.

Renth versicherte im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“, er sei nicht auf dem Absprung, suche noch gar keinen neuen Job und mit Kurzarbeit würde Eventpower sicherlich auch noch ein zweites extrem mageres Jahr überleben.

Einfallsreiche Idealisten

80 Prozent Lohn bekommen Renth und seine Kollegen inzwischen. Er stehe nun auch im Supermarkt hinter der Wurst- und Käse-Theke, um etwas dazuzuverdienen. Auch im Weinberg waren Eventpower-Mitarbeiter schon.

Die Darmstädter Triathlon-Freunde brauchen einen langen Atem. Um im Bild zu bleiben: Auch wenn sich die Existenzfrage nicht stellen sollte, dürften die Agenturleute bis zum Ende der Corona-Krise zumindest noch ein Marathon durchzustehen haben.

Renths Hoffnung ist, dass die Kurzarbeit nur noch bis Februar dauert und man dann wieder mit der Vorbereitung von Veranstaltungen loslegen kann. Wenigstens zum Ende einer völlig verkorksten beziehungsweise gar nicht existenten Saison 2020 hatte Eventpower Glück: Als einzige von elf geplanten Veranstaltungen konnte der White Hills Run durchgeführt werden – am 24. Oktober, also kurz bevor der Freizeitsport bundespolitisch aufs Neue ausgebremst wurde.

„Viel rumgekommen ist dabei auch nicht“, sagt Renth zum Rennen in Osthessen zunächst. Trotz einer Teilnehmerzahl im Bereich von 250, 300 habe man letztlich draufgelegt, verrät er auf Nachfrage. „Ein vierstelliges Minus“ sei zu verzeichnen gewesen. Doch beim ersten Mal sei ja allgemein nicht mit einem Plus zu rechnen.

Auf den ersten Blick hat all das mit Mühlacker nichts zu tun. Nur haben die Senderstädter Initiatoren ja schon erlebt, wie wichtig ein starker Partner ist. Nachdem in der Heimat von Ironman Sebastian Kienle zunächst eine andere Agentur für die Triathlon-Premiere sorgen sollte, ging es erst nach einem Wechsel zu Eventpower 2017 los. Und die Veranstaltung hat sich gut entwickelt. „Wir haben uns ein wenig in Mühlacker verliebt“, sagte Agentur-Chefin Annette Albers, die damals noch den Namen Gasper trug, 2019.

Beste Zeit soll noch kommen

Die Zuneigung beruht auf Gegenseitigkeit. Vereine und Helfer bringen sich mit großem Einsatz ein. An sich ist das Triathlon-Projekt ein vollen Erfolg. Nur geht es für Eventpower noch darum, nach der Aufbauarbeit der vergangenen Jahre so richtig in die Gewinnzone zu kommen. Im vergangenen Juli war das nicht möglich, da corona-bedingt kein Rennen möglich war und der Großteil der Startgebühren daher zurückgezahlt wurde.

Nun geht der Blick Richtung 18. Juli 2021. Vielleicht klappt es ja dann mit der seit Langem ins Auge gefassten Radrundstrecke über Lomersheim.

Renth ist auf Auflagen gefasst. So könnte er sich Corona-Schnelltests vorstellen. Wer die Kosten für Zusatzausgaben übernimmt, muss sich zeigen. Ohnehin weiß Eventpower noch nicht, wie die Stimmungslage in Mühlacker ist: Noch ist der Senderstädter Triathlon-Sonntag 2021 zu weit weg.