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Wellenreuther will KSC-Chef werden.
Wellenreuther will KSC-Chef werden © dpa
05.11.2010

Wellenreuther will KSC-Chef werden

KARLSRUHE. Not-Präsident Ingo Wellenreuther will auch dauerhaft Chef des Karlsruher SC werden. Bei der Ankündigung seiner Kandidatur brachte der CDU-Politiker gleich gute Nachrichten mit: Der abstiegsbedrohte Club hat die Nachlizenzierung der DFL bestanden.

Ingo Wellenreuther hat sich entschieden: Der CDU-Bundestagsabgeordnete will Präsident des Karlsruher SC werden. Er werde auf der Mitgliederversammlung des abstiegsbedrohten Fußball- Zweitligisten am 17. November für das Amt kandidieren, sagte der 50- Jährige am Freitag. Der Jurist führt derzeit die auch finanziell kriselnden Badener nach dem Rücktritt von KSC-Chef Paul Metzger übergangsweise als Not-Präsident. Ein weiterer Kandidat ist bis dato nicht bekannt. Die Bewerbungsfrist läuft Dienstag ab.

Pünktlich zu seiner Ankündigung brachte der Politiker gute Nachrichten von der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit. Die DFL habe ihm vorab mündlich mitgeteilt, dass der Traditionsclub die wegen erheblicher finanzieller Probleme erforderliche Nachlizenzierung bestanden habe. «Ohne Punktabzug, ohne Geldstrafe oder sonstige Sanktionen», erklärte Wellenreuther. Die schriftliche Bestätigung werde der Tabellen-16. Mitte oder Ende des Monats erhalten. Der KSC hatte sich nach sportlicher Talfahrt am Sonntag von Trainer Markus Schupp getrennt.

Bei der Hauptversammlung am 20. September, auf der Metzger sein Amt zur Verfügung stellte, hatte KSC-Aufsichtsratschef Peter Mayer von einer Unterdeckung im Etat von 3,64 Millionen Euro gesprochen. Wellenreuther scheint aber in der Lage zu sein, die Badener nach turbulenten Monaten wieder in ein ruhigeres Fahrwasser zu lotsen. «Die Banken, die dem KSC bisher geholfen haben, haben angekündigt, dass sie ihre Kreditlinie um 1,5 Millionen Euro erhöhen», sagte der ehemalige Richter am Landgericht Karlsruhe.

Zudem habe er bereits 300000 Euro an zusätzlichen Werbeeinnahmen akquiriert, den früheren Hauptsponsor EnBW als Trikotsponsor für die KSC-Jugend gewinnen können und «private Sicherheitsgeber» gefunden, die dem KSC mit Ausfallbürgschaften über 1,5 Millionen Euro helfen würden. «Ich hoffe, dass das eine Signalwirkung in die Wirtschaft hat», sagte Wellenreuther. Allerdings dürfte er auch auf eine Wirkung in der Karlsruher Bevölkerung hoffen: Wellenreuther liebäugelt damit, 2012 auch für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandidieren.

Neuer KSC-Chef möchte Wellenreuther im Team mit dem Unternehmer Günter Pilarsky und dem Wirtschaftsprüfer Georg Schattling werden. Sie kandidieren als neue Vize-Präsidenten. «Wir treten nur gemeinsam an. Wenn einer nicht gewählt wird, machen wir es alle nicht», betonte Wellenreuther. «Wir haben die Fachkompetenzen bewusst ausgewählt mit einem Juristen, Unternehmer und Wirtschaftsprüfer.»

Ein neuer Chefcoach soll erst nach der Präsidiumswahl gefunden werden. Bis dahin trainiert der U-23-Coach Markus Kauczinski die Profis. Bei seinem zweiten Debüt auf der Zweitliga-Bank setzt der 40- Jährige besonders auf die Leidenschaft seiner Spieler. «Ich möchte Leute mit Herz und Einsatzwillen sehen», sagte er mit Blick auf das Spiel beim VfL Osnabrück am Montag (20.15 Uhr/Sport1 und forderte gleich einen Sieg beim Aufsteiger. Kauczinski hatte den KSC schon einmal im Herbst 2009 zwischen der Trennung von Coach Edmund Becker und der Berufung von Schupp trainiert.