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Sport bringt viele Menschen zusammen. Doch auch dort gibt es Missbrauch - und eine hohe Dunkelziffer.
Sport bringt viele Menschen zusammen. Doch auch dort gibt es Missbrauch - und eine hohe Dunkelziffer © dpa
31.01.2014

Wenn der Trainer zum Täter wird: Missbrauch im Sport

Pforzheim/Enzkreis. Es ist noch immer ein Tabu-Thema: Sexueller Missbrauch im Sport. Zwar sorgen spektakuläre Prozesse wie der gegen den Mannheimer Jugendtrainer, der 2012 für 68-fachen Missbrauch zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde, alle paar Monate für Schlagzeilen. Doch Präventionsmaßnahmen gibt es bei den meisten Vereinen in der Region trotzdem noch nicht.

Dabei beginnt die sexuelle Gewalt oft abseits dieser Extremfälle – wie in den Beispielen, die Sozialpädagogin Christine Faaß von der Beratungsstelle Lilith e.V. und Jugendsekretär Thorsten Väth vom Badischen Sportbund aufzählen: Die Hand des Turntrainers etwa, die bei der Hilfestellung unnötig lange auf dem Po der Sportlerin liegt. Die Blicke des Betreuers, der gemeinsam mit seinen Schwimmern duscht. Der sexistische Spruch des Übungsleiters, den er den gegnerischen Kickern zuruft. „Schon hier fängt es an“, sagt Faaß: „bei sexualisierten, abwertenden Bewertungen.“

33 Fälle sexuellen Kindes-Missbrauchs gab es 2012 in Pforzheim und dem Enzkreis - 25 davon wurden aufgeklärt. Doch dass entsprechende Fälle bekannt werden, ist noch immer die große Ausnahme - dies zeigen auch die folgenden Zahlen.

Und an wen kann man sich im Fall der Fälle wenden?

Sowohl die Sport-Institutionen als auch Beratungsstellen in der Region helfen Opfern von sexueller Gewalt – und unterstützen auch jeden, der Zeuge wurde oder einen entsprechenden Verdacht hat. Eine wichtige Beratungsstelle für betroffene Mädchen und Jungen ist „Lilith e.V.“ – daher wird die Einrichtung auch durch die PZ-Aktion „Menschen in Not“ unterstützt. Zu erreichen ist Lilith unter 07231/353434. Die Badische Sportjugend hat als Jugendorganisation des Badischen Sportbundes Nord zwei Ansprechpartner zu diesem Thema: Jugendsekretär Thorsten Väth (0721/1808-19) und Bildungsreferentin Diana Lang (0721/1808-21).

Den ausführlichen Bericht zum Thema lesen Sie am Samstag in der "Pforzheimer Zeitung".