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Wie weit ist der VfB?
Wie weit ist der VfB? © dpa
28.10.2011

Wie weit ist der VfB?

Wie sich die Zeiten ändern! Als der VfB Stuttgart Ende August 2010 sein Heimspiel gegen Borussia Dortmund mit 1:3 verlor, war das der Beginn eines langen Abstiegskampfes. Er zog sich hin bis zum Ende der vergangenen Saison.

Nun reist der deutsche Fußball-Meister nach genau 14 Monaten wieder an, um in Stuttgart am heutigen Samstag (15.30 Uhr/Sky) das Top-Duell des elften Bundesliga-Spieltags auszutragen. Der VfB steht mittlerweile auf Rang fünf und erwartet den Zweiten BVB. Und die Perspektive ist glänzend: Mit einem Sieg könnten die Schwaben sogar an Dortmund vorbeiziehen. Ihre Linie wollen der Stuttgarter Trainer Bruno Labbadia und der Sportdirektor Fredi Bobic deshalb aber nicht verlassen. „Ich hätte nichts dagegen“, sagte Labbadia gestern zu einem möglichen Sprung nach vorn. „Aber wir müssen kleinere Brötchen backen, wir wissen, wo wir herkommen.“ Der Bayern-Jäger Nummer eins sei Dortmund, nicht der VfB. Von Überheblichkeit ist nichts zu spüren am Cannstatter Wasen.

Die Stuttgarter sind noch weit weg vom spielerischen Glanz der Borussia. Den Aufschwung mit nur einer Niederlage in den vorigen sechs Bundesliga-Partien haben sie vor allem mit Ordnung und taktischer Disziplin erreicht. Und so sehen sie sich nicht als wirklichen Konkurrenten des BVB. Vielmehr ist die Begegnung eine Art Test, wie gut die Mannschaft schon ist. „Wir werden alles versuchen, gegen den Meister drei Punkte zu holen“, erklärte Bobic. „Wir gehen mit Selbstvertrauen rein und wollen schauen, wie weit wir schon sind.“ Labbadias Elf könne zwar jede Mannschaft schlagen. „Aber sie kann auch gegen jede verlieren, wenn sie nicht alles abruft.“

Besonders Labbadia ist anzumerken, dass er sich richtig freut auf das „schöne Spiel“, das in läuferischer Hinsicht „sehr intensiv“ werde. Zudem ist die Mercedes-Benz Arena mit 60 400 Zuschauern das zweite Mal in dieser Spielzeit ausverkauft. „Es ist positiv, dass wir die Leute locken“, sagte der Trainer. Doch die Borussia sei dem VfB „um drei Jahre voraus, weil sie unter seinem Kollegen Jürgen Klopp etwas aufgebaut habe. Beim VfB dauere das noch etwas. Zudem bangt der 45-Jährige um den Einsatz der Nationalspieler Serdar Tasci und Cacau. Stürmer Cacau leidet seit dem Pokalerfolg über Zweitligist FSV Frankfurt (3:0) an einer leichten Zerrung des Gesäßmuskels. Auch bei Verteidiger Tasci, der das Spiel wegen eines Schlags aufs Knie verpasste, ist noch offen, ob er spielen kann.

Anstelle von Cacau könnte der erst 20-jährige Christoph Hemlein, der gegen Frankfurt zum 1:0 traf, sein Startelf-Debüt in der Bundesliga feiern. „Christoph ist näher heran gerückt“, meinte Labbadia. Er sehe kein Problem darin, ihn zu bringen. Und fällt der Innenverteidiger Tasci aus, könnte es zum Bundesliga-Comeback von Georg Niedermeier nach langer Verletzungspause (Vorstufe eines Ermüdungsbruchs) kommen.

Mit einem Sieg gegen Dortmund würde der VfB auch Manager Bobic beschenken: Der wird morgen 40.

Mögliche VfB-Aufstellung:

Ulreich – Boulahrouz, Tasci (Niedermeier), Maza, Molinaro – Kvist, Kuzmanovic – Harnik, Hajnal,

Okazaki – Cacau (Hemlein)