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Können die Karlsruher Fußballer gegen Osnabrück wieder feiern?  Foto: Heiko Rebsch/dpa 

Wieder Sprungbrett Osnabrück für den Karlsruher SC?

Karlsruhe. Ob sich die Geschichte wohl wiederholt? Zu Beginn der Saison tat sich der Karlsruher SC in der 3. Liga schwer, dümpelte nach sechs Spieltagen mit nur sieben Punkten im Mittelfeld der Tabelle mit Sichtkontakt zur Abstiegszone.

Dann wurde ein 1:0-Sieg beim bis dahin ungeschlagenen VfL Osnabrück zum Sprungbrett für den Aufschwung, der die Badener dauerhaft in die Aufstiegsränge katapultierte.

Und jetzt: Drohte der Karlsruher SC mit einem sehr mäßigen Start ins neue Jahr – wieder nur sieben Punkte aus sechs Spielen – das zuvor mühsam erkämpfte Terrain zu verspielen. Dann aber kam der VfL Osnabrück, inzwischen unangefochtener Tabellenführer, ins Wildparkstadion. Wieder konnten die Karlsruher eine starke Leistung abrufen. 2:1 (0:0) hieß es nach 90 packenden Minuten. Für die Osnabrücker war es die erste Auswärtsniederlage der ganzen Saison.

Danach musste Daniel Thioune einer unangenehmen Pflicht nachkommen: „Eigentlich wollte ich in dieser Saison keinem Gegner zweimal gratulieren“, sagte der Trainer des VfL Osnabrück. Dass er es beim KSC musste, hatte zwei Gründe. Zum einen ein engagierter und überlegener Auftritt der Badener mit einem deutlichen Chancenplus, der zu den Treffern durch Marvin Pourié (48.) und Daniel Gordon (85.) führte. Zum anderen die Entscheidung von Schiedsrichter Robert Hartmann, in der vierten Minute der Nachspielzeit weiterspielen zu lassen, statt auf Tor für Osnabrück zu entscheiden. Daniel Gordon hatte gegen VfL-Torjäger Marcos Alvarez geklärt – ob vor, auf oder hinter der Linie, konnten selbst die Fernsehbilder nicht aufklären.

Der Ausgleich für Osnabrück wäre letztlich doch recht glücklich gewesen. Zuvor gab es nämlich, abgesehen vom 1:1 durch Konstantin Engel, selten eine gefährliche Annäherung an das Karlsruher Tor. Selbst Daniel Thioune gestand ein: „Ein Unentschieden wäre glücklich gewesen. Und als Sieger hätten wir nicht vom Platz gehen dürfen.“

Rückkehrer als Vorbereiter

So ähnlich war es den Karlsruher zuletzt ergangen. Es gab zwar reichlich Diskussionen darüber, wie denn Leistungen und Resultate einzuschätzen seien, doch Angreifer Anton Fink verpasste den jüngsten Auftritt ungeschönt das Prädikat „miserabel“. Das bezog er auch auf die eigenen Leistungen. Dennoch war er „sauer und enttäuscht“, als er gegen Lotte zunächst auf die Bank hatte müssen. Gegen Osnabrück stand er anstelle von Sercan Sararer wieder in der Startelf und rechtfertigte das Vertrauen mit der Vorarbeit zum 1:0.

Läuft es wie in der Vorrunde? Dann würden die Karlsruher auch die nächsten Spiele gewinnen. Das ist auch notwendig, die Konkurrenz schläft nicht. „Es war nur ein kleiner Schritt“, ordnet Matchwinner Daniel Gordon das 2:1 ein. Fast so wichtig wie der Sieg sei die Erkenntnis, „dass wir gesehen haben, wie man für einen Dreier spielen muss“.

Dass die KSC-Kicker ihre Lektion gelernt haben, können sie am Freitagabend beim Verfolger Uerdingen zeigen. Dann wird Sven Müller vermutlich wieder auf der Bank sitzen. Der hatte gegen Osnabrück im Tor den verletzten Benjamin Uphoff (Steißbeinprellung) vertreten, über weite Strecken einen geruhsamen Nachmittag verbracht, am Ende aber fast den Ausgleich verschuldet, als er vor der Alvarez-Chance den Ball nicht festhalten konnte.