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21.11.2009

Wieder ein 1:0 – aber diesmal gegen den 1. FC Pforzheim

PFORZHEIM. Das typische Ergebnis in dieser Saison für den 1. FC Pforzheim lautet 1:0. Damit hat es den Torminimalisten bislang auf Platz zwei in der Verbandsliga gereicht. Auch am Samstag gab es wieder ein 1:0 - aber dieses Mal gegen die Kicker aus dem Brötzinger Tal. Die drei Siegerpunkte nahm der VfR Mannheim mit.

Beide Fußball-Verbandsligisten agierten 45 Minuten lang defensiv auf beachtlichem Niveau. Nach der Pause war klar: Wer den entscheidenden Fehler macht, verliert das Spiel. Das geschah in der 78. Minute. Nach einem mustergültig vorgetragenen Konter der Mannheimer wurde der eingewechselte Nils Meinfelder rechts freigespielt. Dessen flache Hereingabe hätte FCP-Verteidiger Lukas Buck aus der Gefahrenzone schlagen können. Doch er zögerte einen Augenblick zu lange. Papa Ndiaga Thiam spitzelte den Ball an Buck vorbei und erzielte aus kurzer Distanz, unhaltbar für FCP-Keeper Oliver Nell, das Tor des Tages.

Zu diesem Zeitpunkt spielten die Gäste in Unterzahl. VfR-Kapitän Reinhard Schlenker hatte in der 57. Minute nach Meckern die Gelb-rote Karte gesehen.

FCP-Trainer Rudi Herzog war enttäuscht, ging mit seiner Mannschaft aber nicht allzu hart ins Gericht. „Wir haben uns in vielen Aktionen dumm angestellt. Dass wir verloren haben lag aber auch an einem sehr starken Gegner“, meinte Herzog.

Der FCP, vor der Partie seit acht Spielen ohne Niederlage, begann in der Spitze mit Francesco Grifo, weil Simon Mössner beruflich bedingt erst kurz vor dem Anpfiff anwesend sein konnte. Grifo enttäuschte auf der ganzen Linie. Aber auch Mössner strahlte nach seiner Einwechslung in der 56. Minuten null Torgefahr aus. Auffällig war, dass der FCP in 90 Minuten keine einzige zwingende Torchance herauszuspielen vermochte. „Ein 0:0 war möglich. Für einen Sieg hätten wir heute aber sehr, sehr viel Glück gebraucht“, erkannte Rudi Herzog die Qualität des Gegners an.

Beide Mannschaften verteidigten vor allem in der ersten Hälfte sehr konzentriert. „Trotz des 0:0 nach 45 Minuten war das ein richtig gutes Spiel“, meinte der Mannheimer Trainer Gernot Jüllich, der nach dem Spiel sichtlich geschafft war. „Das hat heute viel Nerven gekostet. Wenn wir verloren hätten, hätten wir nämlich den Anschluss nach oben endgültig verpasst gehabt.“

Buck klärt auf der Linie

Zwei Minuten nach der Pause war die Mannheimer Führung schon einmal fällig. Ali Özgün lief alleine auf Torhüter Oliver Nell zu, umkurvte diesen und schob den Ball Richtung Tor. Zum Glück für den FCP konnte Lukas Buck in höchster Not auf der Linie klären. Nach dem Platzverweis für Schenker verstand es der FCP nicht, aus der Überzahl Kapital zu schlagen. Die Bälle wurden zu oft planlos und hoch in die Mitte geschlagen. Auf den Außenbahnen herrschte überwiegend Funkstille. So hatte es Mannheim leicht, die Zone vor dem eigenen Tor sauber zu halten und gefährliche Konter zu starten. Einer davon führte zum 0:1.

„Nach vorne waren wir einfach zu fahrig. Der letzte Schritt hat gefehlt. Mannheim war aber auch die beste Mannschaft, die in dieser Saison im Brötzinger Tal gespielt hat“, zeigte sich FCP-Kapitän Bruno Martins als fairer Verlierer.

Statistik:

1. FC Pforzheim: Nell – Buck, Tuzluca, Wacker, Garcia-Franco (56. Mössner) – Scozzari, Maier, Kraski, Heimberger (36. Parisi), Martins – Grifo

VfR Mannheim: Hoffmann: – Wegmann, Oppong, Calbert, Bayram – Schenker, Kocak, Mühlbauer, Jüllich (87. Franke) – Thiam, Özgün (66. Meinfelder)

Tor: 0:1 (78.) Thiam

Zuschauer: 350

Schiedsrichter: Kimling (Östringen)

Gelbe Karten: Garcia-Franco, Kraski, Maier, Buck, Mössner/Jüllich, Özgün

Gelb-rote Karte: Schenker (57.)