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Mit Zug zum Tor agierte Eray Gür, bereitete zwei Treffer gegen Oberachern (links Evans Erius) vor. Doch am Ende stand erneut eine Niederlage.  Foto: Becker 

„Wir müssen jetzt dringend die Trendwende schaffen“: Für den FC Nöttingen beginnt der Abstiegskampf

Remchingen-Nöttingen. Es hätte ein Freudentag für Eray Gür und den FC Nöttingen in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg werden können. An beiden Treffern zur 2:0-Führung der Remchinger gegen den SV Oberachern war der 26-jährige Deutsch-Türke beteiligt: Beim Elfmetertor durch Timo Brenner war er der Gefoulte und beim zweiten Treffer durch Tolga Ulusoy legte Gür einen tollen Sololauf auf der rechten Seite hin und passte mustergültig zu seinem Teamkameraden.

Und überhaupt: Fast jedes seiner Zuspiele fand den richtigen Adressaten. Dabei war die Partie für den Mann, der bis Januar 2019 ein halbes Jahr lang das Trikot der Oberacherner trug, ehe er zurück nach Nöttingen kam, angeblich ein „Spiel wie jedes andere“. Dass die Elf aus dem Enzkreis am Ende beim 2:3 erneut ihre Heimschwäche untermauerte, lag vorwiegend an Konzentrationsmängeln der Abteilung Abwehr. „Wenn man verliert, zählt die eigene Leistung nicht“, wiegelte Gür das Lob ab. Ohne danach gefragt worden zu sein, versuchte er eine Antwort auf die Misere zu finden: „Woran liegt es? Ist es mangelndes Selbstvertrauen? Ich weiß es nicht. Wir lassen aber einfach zu viele Chancen des Gegners zu.“ Jedenfalls sind die Lilahemden jetzt voll im Abstiegskampf angekommen. „Wir müssen Gas geben. Sonst wird es eng“, steht für Gür nach seiner großen Kür fest.

Auch Trainer Michael Wittwer erkennt den Ernst der Situation. „Ich denke, dass wir – seit ich in Nöttingen bin – noch nie eine solche Phase gehabt haben“, sinniert er und ergänzt: „Wir müssen jetzt dringend die Trendwende schaffen.“ Dazu hat seine Elf am Samstag im Hohenlohischen beim TSV Ilshofen Gelegenheit. Ein Trost: Auswärts hat der FCN das Siegen nicht verlernt, was er viermal in dieser Saison bewiesen hat. Nur daheim klappt es diese Runde einfach nicht. Wenngleich Wittwer seinem Personal das Vertrauen ausspricht, räumt er ein, dass sich die Clubführung alsbald auf dem Spielermarkt umsehen muss. Der Coach kündigt an: „Wir versuchen, in der Winterpause Qualität dazu zu holen.“