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Hat nichts zu verschenken: Nöttingens Trainer Michael Wittwer.  Foto: Becker 

Wird der FC Nöttingen im Titelrennen zum Zünglein an der Waage?

Remchingen-Nöttingen. Die ganz große Motivation ist weg. Der FC Nöttingen wird nicht mehr in das Rennen um die Aufstiegsplätze in der Fußball-Oberliga eingreifen können. Aber abschenken wird die Elf die letzten drei Spiele in der Oberliga deshalb noch lange nicht. „Wir wollen ja nicht den Wettbewerb verzerren“, sagt Michael Wittwer. Der Nöttinger Trainer weiß, dass sein Team eines Tages auch wieder darauf angewiesen sein kann, dass andere Mannschaften sich im Saisonendspurt nicht hängenlassen.

Zwei unnötige Niederlagen haben die Nöttinger in den letzten drei Spielen kassiert – unnötig deshalb, weil die Mannschaft in Friedrichstal und daheim gegen Göppingen Chancen genug hatte, um zu siegen. Hätte das Team jeweils gewonnen, läge man nun mit zwei Punkten Rückstand auf die Stuttgarter Kickers auf dem dritten Tabellenplatz. Jetzt aber gibt es nur noch eine Minimalchance auf Rang zwei.

Eine entscheidende Rolle im Titelrennen kann der FCN dennoch spielen, wenn er am Samstag beim Tabellenführer Bahlinger SC antritt. Ein Nöttinger Sieg, und die Stuttgarter Kickers könnten wieder die Spitze übernehmen. „Wir fahren nicht zum Gratulieren da hin“, sagt Michael Wittwer vor der Reise nach Südbaden und fügt kämpferisch hinzu: „Wir haben auch Qualitäten.“

Tatsächlich haben die Nöttinger in der laufenden Saison schon 63 Tore erzielt – das ist der zweitbeste Wert der Liga. Führend in dieser Rubrik ist aber Bahlingen mit 70 Toren. Die Breisgauer sind auch enorm heimstark (11 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen) und haben im heimischen Stadion in 15 Spielen nur neun Gegentore kassiert. Das wird für die FCN-Offensive also eine Herausforderung. Für Michael Wittwer steht Bahlingen „nicht umsonst da oben“. Nöttingens Trainer beschreibt den Gegner als sehr flexibel im Spielaufbau.

In Nöttingen plant man schon die neue Saison. Mit Jimmy Marton (zum Regionalligisten FCA Walldorf) steht der erste Abgang fest. Ansonsten bleibt das Team weitgehend zusammen. Bislang haben lediglich Niklas Kolbe, Leutrim Neziraj und Marco Manduzio noch keinen Vertrag für die neue Spielzeit.