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"Ich habe als Amateur und Profi alles erreicht und kann jetzt gesund und zufrieden die spannende Karriere nach der Karriere angehen», sagt Wladimir Klitschko. © dpa
03.08.2017

Wladimir Klitschko beendet Box-Karriere - Kein Rückkampf gegen Joshua

Der ehemalige Boxweltmeister Wladimir Klitschko beendet seine Karriere. «Ich habe mir nach meinem letzten Kampf gegen Anthony Joshua bewusst genügend Zeit zur Entscheidungsfindung genommen. Ich habe als Amateur und Profi alles erreicht und kann jetzt gesund und zufrieden die spannende Karriere nach der Karriere angehen», sagte Klitschko in einer Mitteilung seines Managements am Donnerstag. 

Bildergalerie: Wladimir Klitschko besucht Lernstiftung Hück

«Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich eine so lange und erfolgreiche sportliche Laufbahn haben würde. Ich danke allen von Herzen, die mich dabei immer unterstützt haben. Vor allem meiner Familie, meinem Team und meinen vielen Fans», sagte der 41-jährige Klitschko weiter.

Der Ex-Champion aus der Ukraine hat sich damit entschieden, die Offerte für einen Rückkampf gegen seinen Bezwinger Anthony Joshua auszuschlagen. Den ersten Kampf hatte Klitschko am 29. April in London gegen den britischen Olympiasieger durch technischen K.o. in der elften Runde verloren. Seitdem war es fraglich gewesen, ob der jüngere Bruder von Vitali Klitschko noch einmal in den Ring steigen würde. Bei einem Rückkampf wäre es neben den Titeln von WBA und IBO auch um den Gürtel des Verbandes IBF gegangen.

Vor einer Woche noch hatte Wladimir Klitschko die Räumlichkeiten der Hück-Stiftung an der Maximilianstraße in Pforzheim besucht. Uwe Hück, Porsche-Betriebsratsvorsitzender, ehemalige Thaibox-Europameister und Vereinsvorsitzender des FSV Buckenberg, und Box-Europameister Firat Arslan sowie Sparkassenchef Stephan Scholl, Mitglied des Kuratoriums der Lernstiftung, die sich im Grundsatz nicht unterscheidet von der vor 15 Jahren gegründeten Klitschko Foundation, waren ebenfalls bei der Besichtigungstour von Klitschko dabei. „Ich habe schon viel von Uwes Stiftung gehört“, sagte Klitschko, „jetzt will ich mir das mal anschauen.“

Klitschko zählt zu den erfolgreichsten Sportlern der Box-Geschichte. Seine Laufbahn bei den Amateuren krönte er mit dem Olympiasieg 1996 in Atlanta. Danach startete er bei den Profis durch: Von 2000 bis 2003 und von 2006 bis 2015 war der «kleine Klitschko» Weltmeister im Schwergewicht. Nach dem legendären Joe Louis war er der am längsten amtierende Schwergewichts-Champion der Box-Historie. Er vereinigte damals die WM-Gürtel der Weltverbände WBA, WBO, IBF und IBO.

Von 2008 bis 2012 waren die Brüder Vitali (damals WBC-Champion) und Wladimir Klitschko sogar gleichzeitig Weltmeister und hielten alle verfügbaren WM-Titel. Wladimir Klitschkos Profirekord steht bei 69 Kämpfen, von denen er 64 gewann, 54 davon vorzeitig. Er bestritt 29 WM-Kämpfe, was ebenfalls eine Bestmarke im Schwergewicht ist.

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