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Das Gesicht hinter der bekannten Stimme: Wolff-Christoph Fuss.Foto: Sky / Firo
Das Gesicht hinter der bekannten Stimme: Wolff-Christoph Fuss.Foto: Sky / Firo
Eines der letzten Spiele, dass Wolff-Christoph Fuss im Wildpark kommentierte, fand im Oktober 2008 statt: Vier Minuten vor Schluss überwand Bayerns Miroslav Klose KSC-Torwart Markus Miller und Verteidiger Maik Franz (von links). Foto: Deck
Eines der letzten Spiele, dass Wolff-Christoph Fuss im Wildpark kommentierte, fand im Oktober 2008 statt: Vier Minuten vor Schluss überwand Bayerns Miroslav Klose KSC-Torwart Markus Miller und Verteidiger Maik Franz (von links). Foto: Deck
Ein Tor hat der FC Nöttingen im DFB-Pokal bereits erzielt: 2012 traf Leutrim Neziraj (rechts) gegen Hannover, Steven Cherundolo kam zu spät. Foto: Strobel
Ein Tor hat der FC Nöttingen im DFB-Pokal bereits erzielt: 2012 traf Leutrim Neziraj (rechts) gegen Hannover, Steven Cherundolo kam zu spät. Foto: Strobel
04.08.2015

Wolff-Christoph Fuss: „Ich finde die Nöttinger echt spektakulär“

Neun Sky-Kameras werden am Sonntag (16 Uhr) beim Pokalkracher auf die Spieler des FC Nöttingen und des FC Bayern gerichtet sein, 30 Mitarbeiter sind für die Produktion des Livespiels vor Ort. Der bekannteste unter ihnen ist Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss. Im PZ-Interview erinnert er an bisherige Fußball-Wunder und verrät, wie er sich die Namen der Nöttinger Spieler merkt.

PZ: Herr Fuss, Sie haben schon vier Finalspiele der Champions League kommentiert. Löst da ein Oberligist überhaupt noch ein Prickeln aus?

Wolff-Christoph Fuss: Natürlich, der Pokal immer. Das ist die Faszination erste Runde DFB-Pokal. Da treibt es einen in Städte oder zu Mannschaften, von denen man vielleicht noch nie gehört hat.

PZ: So wie der FC Nöttingen?

Nein, ich hatte das große Glück, dass ich in Baden-Württemberg aufgewachsen bin. In sofern war mir der FC Nöttingen als landesweite Größe ein Begriff. Aber viele Kollegen mussten erstmal gucken: Wo ist das überhaupt? Ich war vor ein paar Jahren in Wilhelmshaven, ich war in Niederauerbach – das ist grandios, das macht mir immer viel Spaß. Ich finde es dann nur schade, wenn man nicht in den Heimatstadien ist. Aber ich kann das im Nöttinger Fall natürlich nachvollziehen. Und das Wildparkstadion ist ja Wunder erprobt – so wie 1993 im Uefa-Cup

PZ: Wann waren Sie denn das letzte Mal im Wildpark?

Da war der KSC noch Erstligist. Karlsruhe gegen Bayern habe ich von dort schon mal übertragen. Das war relativ knapp mit einem Bayern-Sieg durch ein Klose-Tor kurz vor Schluss (8. Spieltag der Saison 2008/09, Anm. d. Red.).

PZ: Haben Sie im Wildpark außergewöhnliche Spiele gesehen?

Wunder-Spiele nicht, aber ich verbinde mein eindrucksvollstes Erlebnis als Kommentator mit dem Wildpark. Ich war da, als Ümit Özat vom 1. FC Köln zusammengebrochen ist und man nicht genau wusste, ob er überleben wird. Das war ein Moment, in dem der Sport zur Nebensache wurde. (3. Spieltag, Saison 08/09, Anm. d. Red.).

Özat litt an einer Herzmuskelentzündung, wegen der er später seine Karriere beendete. Doch sonst hat er keine Spätfolgen des Kollapses – ein kleines Wunder. Haben Sie auch schon fußballerische Wunder erlebt?

Da erinnere ich gerne an das Wunder von Mailand im Jahr 2011, als Schalke 5:2 bei Inter gewonnen hat. Und ich habe mit Werder Bremen gar manche Wunderschlacht geschlagen. Deshalb sage ich Ihnen auch: Ich bin auf alle Eventualitäten vorbereitet. Ich gehe davon aus, dass Nöttingen 120 Minuten mauert und das dann im Elfmeterschießen klarmacht. (lacht)

Und realistisch gesehen?

Realistisch betrachtet ist es ein Erfolgserlebnis für einen Fünftligisten gegen den deutschen Meister, wenn er nicht zweistellig rausläuft. Ich glaube, so muss man das auch als Spieler verpacken: Andere Vereine müssen viel Geld ausgeben, um die Bayern einzuladen. Sie selbst haben sich das sportlich verdient. Und das Los war nach dem unglücklichen Abstieg auch ein Stückweit ausgleichende Gerechtigkeit. Am Beispiel Nöttingen sieht man auch, was Ehrenämtler bei einem Verein bewirken können. Wenn ich höre, dass eine Hymne für dieses Spiel entwickelt wurde. Wenn ich lese, dass der Metzger eine Vereinswurst verkauft. Dann finde ich die Nöttinger echt spektakulär.

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