nach oben
Ein Doping-Schatten fällt auf die Bundesliga. Foto: dpa
Ein Doping-Schatten fällt auf die Bundesliga
04.03.2015

Zeitung "Le Monde": Doping-Verdacht fällt auch auf Karlsruhe

Karlsruhe. Die französische Zeitung "Le Monde" hat nach dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg weitere Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga mit dem mutmaßlichen Doping-Arzt Armin Klümper in Verbindung gebracht: Der Autor zitiert einen Zeugen mit den Worten: „Es gibt gefährliche Dokumente für mehrere Clubs.“

Nach Informationen von „Le Monde“ schreibt Klümper in einer Anfang der Nuller Jahre verfassten, bisher aber unveröffentlichten Biografie über ein „Vertrauensverhältnis“ zu Spielern von Karlsruhe, dem FC Bayern, Nürnberg und Hamburg. Andreas Singler, der Einblick in die Akten hatte und die Vorwürfe gegen den VfB und den SCF öffentlich gemacht hatte, sagte auf PZ-Anfrage, dass Karlsruhe, Bayern, Nürnberg und Hamburg in diesen Akten nicht auftauchten. Jedoch seien "Vereinsapotheken" im Profifußball recht üblich gewesen.

Bisher war nur die Pressemitteilung der Untersuchungskommission an der Universität Freiburg bekannt. Diese wirft dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg vor, in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren gemeinsam mit dem Sportmediziner Dr. Armin Klümper Anabolika-Doping betrieben zu haben. Der dopende Spieler „würde sich in der Leistung eher verschlechtern“, meinte dazu VfB-Sportdirektor Robin Dutt in der "Sportschau". Dagegen sagt der DFB-Arzt Tim Meyer, dass anabole Steroide in der Reha und zur Erholung ebenso wirksam wie in anderen Sportarten wären. Und auch von Mitteln gegen Müdigkeit und für mehr Ausdauer können Fußballer profitieren.

Der KSC, der am Mittwoch Nachmittag noch nichts von dem „Le Monde“-Bericht wusste, verwies auf PZ-Anfrage nur darauf, dass die damals Verantwortlichen schon lange nicht mehr im Amt sind. „Da müssen sie die damals handelnden Personen fragen“, sagte Pressesprecher Jörg Bock. Auskunftsfreudiger war Manfred Krafft, der von 1978 bis 1981 die Karlsruher und zehn Jahre später auch den 1. FC Pforzheim trainierte. Der 77-Jährige räumt unumwunden ein, Klümper zu kennen. „Aber über Doping haben wir nie gesprochen.“ An diese Möglichkeit habe man damals „nicht einmal gedacht“. Der damalige Coach glaubt nicht, dass der Mediziner zu seiner Zeit KSC-Spieler behandelt hat. „Das hätte ich mitbekommen“, sagt Krafft.

Wie der Blog fussballdoping.de berichtete, war der umstrittene Dr. Klümper bei Deutschlands Sportgrößen bestens vernetzt. Demnach gründeten einst Fußballer um Hansi Müller und Karlheinz Förster einen Förderverein für ihn - für ihn gespendet haben demnach auch Karl-Heinz Rummennige, Uli Hoeneß und Paul Breitner.

Den Text in voller Länge, ergänzt um alle Quellen sowie PDFs der Pressemitteilungen der Kommission, lesen Sie als PZ-news-Plus-Abonnent auf der Plus-Artikel-Übersichtsseite.

Dem Autor können Sie hier auf Twitter folgen.