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Der CfR (linkes Bild in Blau Sven Bode) ist hinten noch nicht sattelfest. Gegen Oberachern mit Andreas Weissgerber reichte es unter anderem dank Toren von Nico Charrier zum Sieg. Foto: Ripberger
Der CfR (linkes Bild in Blau Sven Bode) ist hinten noch nicht sattelfest. Gegen Oberachern mit Andreas Weissgerber reichte es unter anderem dank Toren von Nico Charrier zum Sieg. Foto: Ripberger
20.08.2017

Zittersieg statt Schützenfest: CfR Pforzheim siegt gegen Oberachern

Pforzheim. Beste Unterhaltung wurde den rund 300 Zuschauern am Samstagnachmittag im Holzhofstadion beim ersten Heimspiel des 1. CfR Pforzheim geboten. Doch was eigentlich ein Schützenfest hätte werden können, wurde am Ende nur ein Zittersieg. Es gibt eben doch noch einige Baustellen in der neuen CfR-Mannschaft.

Trainer Adis Herceg vertraute der Elf, die beim 1:0-Pokalsieg unter der Woche im 4-4-1-1-System gegen den Ligakonkurrenten SV Spielberg überzeugt hatte. Und die CfR-Fans mussten bis zum ersten Torjubel nicht lange warten. In der zweiten Minute schickte Rechtsverteidiger Toni Suddoth Stürmer Dominik Salz auf die Reise, der sich auf halbrechts durchsetzte und mit einem satten Schuss SVO-Keeper Manuel Buss keine Chance ließ: 1:0.

Die Handschrift von Trainer Adis Herceg zeigte sich dann beim zweiten Treffer. Frühes Pressing, lautet die Vorgabe des CfR-Trainers, den Gegner schon beim Spielaufbau durch aggressives Zweikampfverhalten stören. Dominik Salz hielt sich daran, ging dazwischen, nach einem Pressschlag mit Manuel Buss musste der Pforzheimer Angreifer nur noch quer legen, Neuzugang Nico Charrier schob zum 2:0 (7.) ein. Und das CfR-Feuerwerk ging munter weiter. Raphael App ließ in der 13. Minute drei Gegenspieler an der Strafraumgrenze stehen und verlud mit einem satten Schuss den SVO-Schlussmann zum dritten Male.

Das Tempo beim CfR stimmte, auch kombinierten die Herceg-Jungs super. In der 15. Minute wurde aber auch deutlich, dass die Mannschaft noch etwas Zeit braucht, um in allen Mannschaftsteilen zusammenzuwachsen. Vor allem in der Abwehr, die Nico Huber frei zum Schuss kommen ließ. Plötzlich hieß es 1:3. „Schon da hatte ich ein komisches Gefühl“, meinte Herceg nach der Partie. „Ich habe gewusst, dass es noch eng werden wird“, so der CfR-Coach, der in der Innenverteidigung wieder Joao Tardelli, der tadellos spielte, aufbot, da Eldin Hadzic noch länger verletzt ausfällt. „Ich spiele da, wo mich der Trainer aufstellt, damit habe ich kein Problem“, meinte der Mittelfeldmann hinterher und gab zu, dass noch die Feinabstimmung in der Defensive fehle.

Ernüchterung nach der Pause

Um die Offensive muss man sich dagegen beim CfR keine Sorgen machen. Seinen Killerinstinkt bewies Nico Charrier auch in der 19. Minute, als er eine Vorlage von Dominik Salz mit einem sehenswerten Volleyschuss aus zehn Metern zum 4:1 in die Maschen drosch. Die Fans waren aus dem Häuschen. Doch die Ernüchterung folgte nach der Halbzeit. Bei zwei Standard-Situationen schlief die CfR-Abwehr. In der 53. Minute nutzte Gabriel Gallus seinen Freiraum und traf nach einer Ecke zum 2:4, zwei Minuten später sorgte Andreas Volk nach einem Freistoß per Kopf für den 3:4-Anschluss.

Der Vorsprung war dahin, es begann das große Zittern beim CfR. Nervosität auf den Rängen, Verunsicherung auf dem Feld. Da half auch nicht die rote Karte für Oberacherns Philip Kern, der Raphael App beim Eintritt in den Strafraum hinderte. Schiedsrichter Dennis Boyette entschied auf Notbremse. Doch auch mit einem Mann mehr fand der CfR kein Zugriff mehr aufs Spiel. „Wir haben dann einfach zu wenig gemacht“, meinte Joao Tardelli, der als einziger immer wieder lautstark seine Jungs kommandierte.

Als dann der starke Manuel Salz im CfR-Kasten zwei Minuten vor dem Ende einen Freistoß von Andreas Weisgerber entschärfte, war das große Zittern im Holzhofstadion vorbei – und Adis Herceg froh: „Wir müssen einige Dinge verbessern. Vor allem suchen wir für die Defensive noch Verstärkung, allerdings keinen Durchschnittsspieler. Ansonsten war es heute einfach nur wichtig, gewonnen zu haben.“