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Sie wollen doch nur spielen: Doch ehe Pforzheim (grüne Trikots) auf Frankfurt trifft, müssen noch einige Fragen geklärt werden. Foto: Keller
Sie wollen doch nur spielen: Doch ehe Pforzheim (grüne Trikots) auf Frankfurt trifft, müssen noch einige Fragen geklärt werden. Foto: Keller
24.04.2012

Zoff um Hablfinale der Rugby-Bundesliga: Ja, wo spielen sie denn?

Noch dreimal schlafen, dann geht für die Rugby-Spieler des TV Pforzheim ein Kindheitstraum in Erfüllung: Am Samstag um 14.00 Uhr steigt ihr Bundesliga-Halbfinale gegen den SC 1880 Frankfurt. Aber wo? In Pforzheim? Oder in Frankfurt? Die Auseinandersetzung um den Spielort des Halbfinalduells hat am Dienstag durch die Entscheidung des Sportgerichts zugunsten Frankfurts und einen Kommentar von Staffelleiter Uwe Kaelcke eine weitere Wende genommen.

Zunächst hatte das Gericht den Pforzheimer Einspruch gegen den Abzug von zwei Zählern abgelehnt. Die Begründung: Der Punktabzug wegen mangelnder Jugendarbeit wurde dem TVP schon 2011 mitgeteilt. Mit der Entrichtung der mit der Strafe verbundenen erhöhten Lizenzgebühr habe der Verein die Entscheidung anerkannt. Somit würde Pforzheim auf Rang drei zurückfallen und das Heimrecht an Frankfurt verlieren, die ebenfalls unbedingt zu Haue spielen wollen. Dass der Abzug erst zum Saisonende erfolgte, ändere nichts an dessen Gültigkeit, heißt es im Urteil weiter.

Den späten Zeitpunkt des Abzugs kreiden die Richter der „spielleitenden Stelle“ an. Dies wiederum ließ diese – in Person von Staffelleiter Uwe Kaelcke – nicht auf sich sitzen: „Die spielleitende Stelle hatte die Information, dass Pforzheim die Auflagen erfüllt hätte“, so Kaelcke in einem Eintrag auf www.totalrugby.de. Gegenüber der PZ konkretisierte er: „Ich habe mich auch beim Verband erkundigt, was denn nun mit dem Punktabzug ist.“ Von einer „verantwortlichen Stelle im Verband“ sei ihm daraufhin mitgeteilt worden, „dass alles ok ist, weil Pforzheim da nachgelegt hat“.

Darauf habe er sich verlassen – bis Kaelckes Ansprechpartner ihn am 16. April darüber informierte, sich getäuscht zu haben: Nun mussten die Punkte doch abgezogen werden. „Ich hätte also gar nicht früher reagieren können“, so Kaelcke. Ob der TV Pforzheim nun gegen das Urteil des Sportgerichts vorgeht – eine Entscheidung des Schiedsgerichts steht noch aus – konnte Manager Jens Poff am Dienstagnachmittag noch nicht sagen: Erst am späten Abend sollte auf einem Treffen des Organisatorenteams das weitere Vorgehen beraten werden. Möglich wäre es zum Beispiel, eine einstweilige Verfügung anzustreben.

Wann dann das Halbfinale stattfinden wird, steht noch in den Sternen. Aber beim Deutschen Rugby-Verband hat man ohnehin Probleme mit der Terminplanung. Das letzte Nachholspiel sollte am Tag des ersten Halbfinales ausgetragen werden, beziehungsweise als Ausweichtermin wenige Tage vor dem Finale. Der Auswärtsgegner RG Heidelberg will der Fahrtkosten wegen jedoch nicht in Berlin antreten.

Poffs Planungen gehen nach den neuen Erkenntnissen um die Ungereimtheiten zur Punktabzug-Historie zweigleisig weiter. Das heißt auch: „Wenn wir in Frankfurt spielen, werden wir für unsere Fans kostenlose Busse zur Verfügung stellen“, so der Manager. Die Kosten werden durch die Mannschaftskasse und den Verein beglichen. Die Fanbusse würden am Samstag 10 oder 11 Uhr am Bohrain Sportplatz, Werner-Siemens-Straße 76 in Pforzheim, abfahren. Verbindliche Anmeldungen sind bis Donnerstag, 12 Uhr, unter tvpforzheim@gmx.de möglich. „Sollte das Halbfinale in Pforzheim sein, erhalten unsere Fans, die uns auch in Frankfurt unterstützt hätten, ein Extra“, sagte Poff zu PZ-news.