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07.04.2008

Zu schnell für den Gegner

So eine stattliche Kulisse mit über 400 Zuschauern bekommt man in der Handball-Kreisliga nur alle Jubeljahre zu sehen wie beim Spitzenspiel, das Tabellenführer TV Eutingen II mit 29:19 gegen den punktgleichen TSV Knittlingen deutlich für sich entschied.

Dass der TV Eutingen in der entscheidenden Partie um den Titel und den Aufstieg kein Risiko eingehen wollte, war gleich zu sehen. Im Aufgebot der TVE-Reserve standen auch Oberliga-Torhüter Dalibor Mandic und Oberliga-Spielertrainer Marc Nagel. Ex-Nationalspieler Nagel musste dann aber nicht ins Geschehen eingreifen. „Wir wollten eben auf Nummer sicher gehen, weil das Hinspiel mit 24:24 eng gewesen ist“, begründete Wolfgang Lipps seine Strategie. Sorgen, dass gegen Knittlingen etwas schieflaufen könnte, musste sich der Eutinger Trainer freilich nicht machen. Dazu war seine Truppe im Duell Erster gegen Zweiter einfach zu dominant.

Schon zu Beginn der Partie legte das junge Gastgeber-Team (Altersschnitt 21 Jahre) ein irres Tempo vor und hielt es auch bis zum Ende durch. Hinzu kam eine äußerst kompakte Deckung, die den deutlich älteren und routinierteren Knittlingern mit einem aggressiven 4:2-Formation das Leben schwer machte.

Dass es um viel ging, bekamen die Protagonisten auf beiden Seiten zu spüren. So fiel Knittlingens Keeper Peter König nach einem Gesichtstreffer bis Mitte der zweiten Halbzeit mit blutiger Nase aus und TVE-Spielmacher Carsten Lipps wurde durch eine Fußverletzung längere Zeit auf die Bank gezwungen. Die Vorentscheidung in der Partie fiel Ende der ersten Halbzeit, als Knittlingen durch Matthias Plapp, Frank Oechsle und Kreisläufer Markus Elsner beste Chancen vergab und Routinier Thilo Schubert zu allem Übel eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte.
„Wir waren acht Minuten nur mit vier Mann auf dem Feld. In Unterzahl haben wir's vergeigt“, ärgerte sich TSV-Spielertrainer Mehmed Ganic, dem es mit seinen 45 Jahren allerdings auch nur selten gelang, Akzente zu setzen.

Ein Doppelschlag von Simon Karpstein ließ die Eutinger auf 13:9 davonziehen, ehe Nicolas Grünling und Nils Wilhelm die 15:9-Halbzeitführung besorgten. Der Rest zum 29:19 war nur noch ein Kinderspiel, weil die Knittlinger dem hohen Tempo des Gegners Tribut zollen mussten und sich zusehends in ihr Schicksal fügten.

Zum dritten Mal nur Zweiter

Für Knittlingen war es die dritte Vizemeisterschaft in Folge ein. „Das ist zwar bitter“, meinte Trainer Ganic, der den Verein Richtung Kronau/Östringen verlassen wird, „aber wir haben uns aber speziell in der zweiten Hälfte zu wenig bewegt, um noch Paroli bieten zu können.“
Beim Eutinger Trainer Wolfgang Lipps mischte sich dagegen – bei aller Freude über den Aufstieg – auch eine Spur Ärger über den Badischen Handball-Verband in die Siegesfreude. Schließlich hatte der BHV nach Auflösung der Spielgemeinschaft mit dem TB Pforzheim den Eutingern eine zusätzliche Spielgenehmigung für die Landesliga für diese Saison verweigert. „Dadurch haben wir ein Jahr verloren und Knittlingen bleibt ein weiteres Jahr in der Kreisliga“, hielt der sportliche Leiter des TV Eutingen grimmig fest.

TV Eutingen II: Bauer, Mandic – Wilhelm (2), Langjahr (6/2), Dietrich, Grünling (1), Kurz (2), Dieckmann (2), C. Lipps (2/1), Bossert (1/1), Nagel, Kallfass (6), Karpstein (6/1), Zorn (1)
TSV Knittlingen: König, Müller – Schubert (1), Hofmann, T. Hohenschläger, Oechsle (3/1), Ignatovic (4), M. Hohenschläger (2), Ganic (3/3), Plapp (2/1), Büchle (2), Scholl, Moch, Elsner (2),