nach oben
Wo laufen sie denn? Für zwei Jahre kehrt der Citylauf in den Enzauenpark zurück. Wie es danach weitergeht, wird derzeit beim Veranstalter diskutiert.
Wo laufen sie denn? Für zwei Jahre kehrt der Citylauf in den Enzauenpark zurück. Wie es danach weitergeht, wird derzeit beim Veranstalter diskutiert.
19.01.2016

Zukunft des Pforzheimer Citylaufs ist offen - Ausweichstrecke Enzauenpark

Ein Auslaufmodell ist der Citylauf sicher nicht, obwohl derzeit viele Fragen rund um den größten Volkslauf der Region offen sind. 2017 und 2018 wird die beliebte Laufveranstaltung wegen diverser Bauarbeiten in Pforzheims Innenstadt in den Enzauenpark ausweichen. Was danach geschieht, ist derzeit Gegenstand strategischer Überlegungen beim Veranstalter WSP. Die PZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum zieht der Citylauf 2017 und 2018 in den Enzauenpark um?

Die Sanierung der Fußgängerzone und das Vorhaben „Innenstadt Ost“ tangieren die Strecke in den Jahren 2017 und 2018. Alternativen gibt es nicht oder sie wären dem Veranstalter, dem städtischen Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing (WSP), zu teuer. Deshalb weicht man in den Enzauenpark aus. Dort fand 2009 schon einmal der Citylauf statt.

Warum wurde der Citylauf 2016 um eine Woche verlegt?

In diesem Jahr findet der Citylauf noch einmal auf der altbewährten Strecke statt. Start und Ziel ist im Bereich Marktplatz in der Fußgängerzone. Wegen der Fußball-EM wurde der Lauf aber auf den 19. Juni verlegt. Am 26. Juni, dem eigentlichen Termin, könnte ein EM-Spiel der deutschen Mannschaft die Organisation erschweren.

Warum wird der Citylauf 2017 ein ganz Besonderer?

Er findet im Jahr des Jubiläums „250 Jahre Schmuck und Uhren aus Pforzheim“ statt. Deshalb wird am Tag des Citylaufes auch ein sogenannter Rassler-Halbmarathon (21,1 Kilometer) stattfinden. Rassler waren Personen, die früher zu Fuß zu ihren Arbeitsplätzen in der Schmuckindustrie in Pforzheim pendelten. Der Lauf soll von Kieselbronn nach Pforzheim mit dem Ziel im Enzauenpark stattfinden. Die genaue Strecke wird noch festgelegt. Parallel zu diesem Halbmarathon sollen die Läufe des Citylaufes stattfinden. „Das ist aber alles noch in der Rohplanung. Viele Details müssen noch geklärt werden“, betont WSP-Direktor Oliver Reitz im Gespräch mit der PZ.

Wer übernimmt die Regie beim Rassler-Lauf?

Im Gespräch ist der TV Kieselbronn, der durch seinen „Gaißeschenner-Lauf“ schon reichlich Halbmarathon-Erfahrung hat. Im Verein muss aber noch intern geklärt werden, ob man innerhalb von zwei Wochen zwei große Läufe organisatorisch stemmen kann und will. Denn der reguläre „Gaißeschenner-Halbmarathon“ findet am 10. Juni 2017 statt. Der Rassler-Lauf wäre zwei Wochen später.

Hat der Rassler-Lauf eine Zukunft?

Experten sagen, dass ein Halbmarathon in Pforzheim auf alle Fälle Zukunft habe. Je nachdem, welche Erfahrungen man 2017 macht, wäre ein solches Event als Dauereinrichtung denkbar. „Wenn der Lauf angenommen wird und die Organisation geklärt ist, warum nicht“, sagt Citymanager Rüdiger Fricke vom WSP. Auch Gerhard Baral, Koordinator des Schmuckjubiläums 2017, dessen Idee der Rassler-Halbmarathon ist, hofft, dass dieses Event keine Eintagsfliege bleibt.

Welche Zukunft hat der Citylauf grundsätzlich?

Die mittel- und langfristige Zukunft der beliebten Pforzheimer Laufveranstaltung ist derzeit offen. Dieses Signal geht vom Veranstalter WSP aus. Der städtische Eigenbetrieb hat alle Veranstaltungen, die unter seiner Regie ablaufen, auf den Prüfstand gestellt. Ein Ergebnis ist, dass man es nicht als Kernaufgabe sieht, Sportevents zu veranstalten, so Oliver Reitz. „Der WSP will hier in Zukunft weniger operativ, dafür mehr strategisch tätig sein“, sagt Reitz. Der WSP sucht Partner und Dienstleister, oder auch einen Sportverein, der den Citylauf künftig organisieren könnte. Wenn möglich, soll es den Lauf unter neuer Regie weiter geben.

Kehrt der Citylauf nach 2018 in die City zurück?

Auch das ist in der Diskussion. Reitz und Fricke halten die Infrastruktur im Enzauenpark für sehr gut geeignet. Man könnte auch wieder auf den Freitag zurückkehren und damit die Schulen wieder einbeziehen. Allerdings gab es nach dem Enzauen-Intermezzo im Jahre 2009 Kritik wegen der Strecke und der Atmosphäre. Der Tenor lautete: Der Citylauf gehört in die City – und dahin kehrte er dann auch zurück.