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12.11.2015

Zum Abschluss der Turnliga kämpfen Stuttgart und Straubenhardt im direkten Duell um ihre Titelchance

Selten hatten die Terminplaner in der Deutschen Turnliga so ein glückliches Händchen: Wenn sich am letzten Wettkampftag morgen um 18.00 Uhr in der Stuttgarter Scharrena der Tabellenführer MTV Stuttgart (12:0 Punkte) und die KTV Straubenhardt (10:2) gegenüberstehen, heißt es hopp oder top.

Der Sieger zieht ins Finale um den deutschen Meistertitel ein, der Verlierer muss sich mit dem Kampf um Platz drei begnügen. Dass der Tabellendritte TG Saar (10:2) gegen den Tabellenvierten Cottbus (6:6) gewinnt und dank am Verlierer des Spitzenduells vorbeizieht, gilt als ausgemacht – notfalls dank der besseren Gerätepunkte.

Die Straubenhardter Ambitionen haben in dieser Woche einen Dämpfer erlitten. Der US-Amerikaner Paul Ruggieri, für die entscheidenden Wettkämpfe an drei Geräten fest eingeplant, musste absagen. „Er hat Schulterprobleme und deshalb Sportverbot“, sagt Dirk Walterspacher. Vor der Ruggieri-Absage hatte der KTV-Trainer die Chancen seines Teams noch auf 60:40 taxiert. „Jetzt sind es 40:60“, so Walterspacher. Ruggieris Absage könnte das Team fünf bis sechs Scorepunkten kosten. Und das ist in einem Wettkampf, der sehr eng werden könnte, sehr viel.

Kuksenkov als Joker

Ganz anders sieht es bei den Stuttgartern aus. Die haben mit Nikolai Kuksenkov einen Joker in der Hinterhand. Der Russe war vor zwei Wochen Sechster im WM-Mehrkampffinale, turnte zwischen 14,666 und 15,033 Punkte an den sechs Geräten. Mit dem Briten Kristian Thomas teilt er sich die Ausländerposition, bei der KTV tun das Anton Fokin und Filip Ude. Das Finale vor dem Finale ist auch ein Stelldichein der WM-Teilnehmer. Alle vier Ausländer waren ebenso in Glasgow dabei wie die Stuttgarter Fabian Hambüchen und Sebastian Krimmer sowie die Straubenhardter Marcel Nguyen und Andreas Bretschneider für Deutschland. „Das ist der Wettkampf der Saison, das ist Weltklasseniveau“, sagt MTV-Geschäftsführer Karsten Ewald. Rund 2000 Zuschauer werden in der Scharrena erwartet, 100 bis 200 davon aus Straubenhardt.

Für die KTV wird es zunächst vor allem darum gehen, die vier Duelle am Boden unbeschadet zu überstehen. Am Pauschenpferd sind die Gäste dann – auch dank Ude – stark besetzt. „Da können wir zurückschlagen und Stuttgart unter Druck setzen“, hofft Walterspacher. Ein verpasstes Finale wäre für ihn zwar eine große Enttäuschung. Doch er fügt fast trotzig mit Blick auf den Gegner hinzu: „Wir wollen ins Finale – die müssen.“