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Das gelungene Comeback von Filip Prsa (rechts) war ein Lichtblick bei der Heimniederlage der TGS Pforzheim in der 3. Liga gegen Balingen-Weilstetten II. 

Zur Niederlage gab es noch Beleidigungen für die TGS

Von vorweihnachtlichem Frieden war nach dem Abpfiff der Drittliga-Begegnung zwischen der TGS Pforzheim und HBW Balingen/Weilstetten II nichts zu spüren. Mit Schimpfworten, die teils unter die Gürtellinie gingen, soll Balingens Trainer Andre Doster während des Spiels und auch nach dem Abpfiff auf Kroatisch gezielt Pforzheims Comebacker Filip Prsa beleidigt haben.

Das war Grund genug für TGS-Boss Wolfgang Taafel, die Pressekonferenz nach dem Verfolgerduell zwischen den Wartber-gern und den „Junggalliern“ zu verlassen „Mit diesem Mann stelle ich mich nicht an einen Tisch“, sagte er und blieb auch dabei, nachdem Doster Verfehlungen eingeräumt und sich entschuldigt hatte.

Acht Tore für den Rückkehrer

Aus TGS-Sicht war Rückkehrer Filip Prsa das Positive des Spiels am Samstag, Mit acht Treffern schoss sich der Linkshänder den Frust einer 15-monatigen Zwangspause wegen eines Kreuzbandrisses von der Seele, den ersten fünf Sekunden, nachdem er in der 20. Minute von Andrej Klimovets endlich auf das Parkett geschickt worden war. Deren fünf waren es schon beim Pausenpfiff und deren acht als die Partie beim Spielstand von 30:36 zugunsten des Gasts abgepfiffen wurde. Pluspunkte gab es auch noch für zwei TGSler, die man vor dem Verfolgerduell wohl kaum auf der Rechnung hatte, zum einen für Keeper Dominik Merz, der in der zweiten Hälfte mit sieben, acht starken Reaktionen verhinderte, dass es im Kasten der Pforzheimer nicht sogar 40-mal „klingelte“. Bedingt gilt das Lob auch für Rechtsaußen Christopher Bregazzi, der die beiden sich ihm bietenden Chancen eiskalt verwertete, im Gegensatz zu dem auf derselben Position spielenden TGS-Torjäger Marco Kikillus, der an diesem Tag leer ausging – dies ist für ihn wohl ein Novum.

Ansonsten war das Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die sich nach vorausgegangenen klaren Niederlagen rehabilitieren wollten, aus Pforzheimer Sicht fast eine Kopie des Spiels gegen Oppenweiler/Backnang. Bis zum 6:6 in der 8. Minute hielt vor allem ein agiler Michal Wysokinski mit vier Toren in Folge die Wartberger im Spiel. Weil die Pforzheimer Abwehr zu lange brauchte, um sich nach Fehlwürfen zu formieren, brachten Diebel und Soos aus dem Rückraum sowie Heinzelmann vom Kreis die Balinger aber schon nach dem ersten Spielviertel mit 12:8 vorentscheidend weg.

Beim 16:20-Pausenstand bestand im Lager der Gastgeber noch Hoffnung, doch nach den ersten Minuten nach dem Wechsel (Spielstand 17:23) war klar, dass die Zähler auf die Alb gehen. Zehn Minuten vor dem Schlussgong glühte dann nach dem Siebenmetertreffer von Florian Taafel zum 21:25 kurzfristig noch einmal das Hoffnungslämpchen, ehe es endgültig erlosch.

Sehnsucht nach Winterpause

TGS-Boss Wolfgang Taafel erklärte den erneuten Spielverlust damit, dass die Leistungsträger im Team derzeit stark verunsichert seien. Das zeige sich im Abschluss ebenso wie im passiven Agieren in der Abwehr. Es ist gut, dass die Wartberger nach der abschließenden Begegnung am Samstag in Baden-Baden eine Pause bis Ende Januar haben. Dann ist wohl auch wieder Sebastian Ullrich wieder dabei. Wie wertvoll und wichtig der verletzte Keeper ist, hat sich in den beiden letzten Spielen mit zusammen mehr als 70 Gegentoren gezeigt.