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Insgesamt sechs Gegentreffer kassierte VfB-Torhüter Gregor Kobel. Das 3:1 des Hamburgers Sonny Kittel war vorentscheidend.  Foto: Eibner 
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Nach dem 2:6 war das VfB-Team um Altmeister Mario Gomez (rechts) bedient. 
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Einen schwarzen Tag erwischte VfB-Verteidiger Maxime Awoudja (links). Die HSV-Elf um Hamburgs Jeremy Dudziak siegte verdient.  Foto: dpa/Molter (2) 

Zustand des VfB erschreckt die Fans: Stuttgarter Niederlage im Spitzenspiel fällt deftig aus

Hamburg/Stuttgart. Lange Gesichter, Frust sowie innerlich mit Sicherheit auch eine gewisse Wut – diese Gemengelage machte sich bei Fußball-Zweitligist VfB breit. „In seiner Ausrichtung stand der HSV ein wenig tiefer, als er das bei anderen Gegnern tut. Dann haben sie auf unsere Fehler gewartet, wir haben sie gemacht und die haben sie eiskalt ausgenutzt“, fasste Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat kurz und knapp das 2:6-Debakel vom Samstagnachmittag zusammen. Mislintat ergänzte: „Im Umkehrschluss waren wir aber auch nicht cool genug, um den 2:3-Anschluss herzustellen.“

Der VfB Stuttgart hatte auch im Zweitliga-Topspiel beim Spitzenreiter Hamburger SV mehr Spielanteile, leistete sich jedoch abermals hanebüchene Fehler und hatte erneut eine mangelhafte Effizienz beim Abschluss. Die Pleite bedeutete die dritte Niederlage in Folge. Da Arminia Bielefeld bei Dynamo Dresden mit 1:0 siegte, rutschte der VfB auf den dritten Tabellenplatz.

Das „Große und Ganze“ (Mislinitat) werde noch nicht infrage gestellt, aber eine Krise wird nicht mehr kategorisch dementiert. „Drei Spiele punktlos ist natürlich nicht das, was man sich vorstellt“, so der Sportdirektor. „Wir haben den Gegner eingeladen zum Toreschießen. Und die haben das auch kalt ausgenutzt“, meinte Trainer Timo Walter. Seine risikobehaftete Spielweise ist nach einem fabelhaften Saisonstart mit 20 Punkten aus acht Spielen mittlerweile alles andere als gewinnbringend. 62 Chancen in den zurückliegenden drei Partien brachten nur drei Treffer. Aufgrund größtenteils eklatanter individueller Fehler kassierte der VfB seither neun Tore.

Am Samstang trafen die Schwaben mit brotloser Ballbesitz-Überlegenheit (63 Prozent) auf Hanseaten, die 14 Torschüsse zu sechs Treffern nutzen. „Wir waren nicht robust genug in der Defensive“, monierte VfB-Innenverteidiger Marc Oliver Kempf. Sonny Kittel (14. Minute/Foulelfmeter, 36.), Bakery Jatta (24.), Gonzalo Castro (56./Eigentor), Martin Harnik (76.) und Adrian Fein (90.+1) sorgten für den fünften HSV-Heimsieg hintereinander. Da reichten Tore von Nicolas Gonzalez (33.) und Silas Wamangituka (63.) für den VfB bei Weitem nicht.

Philipp Försters vermeintliches 3:4 wurde wegen vorherigen Handspiels von Nico Gonzalez nach Videobeweis nicht anerkannt. Diese Entscheidung war richtig.

5500 Stuttgarter Fans hatten sich auf den Weg ins erstmals in dieser Saison mit 57.000 Zuschauern ausverkaufte Volkspark-Stadion gemacht. Dort kommt es am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) in einer Zweitrunden-Partie im DFB-Pokal bereits zur Revanche.