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Symbolbild: Adobe Stock 

Zwei Kunstrasenplätze in Pforzheim mit Kork statt Mikroplastik geplant

Pforzheim. Zwei Kunstrasenplätze will die Stadt Pforzheim in den kommenden zwei Jahren bauen. Auf der Anlage der PSG Pforzheim soll im kommenden Jahr der Tennenplatz in einen Kunstrasenplatz umgebaut werden. Beim SV Büchenbronn soll hingegen der alte Kunstrasen 2022 ausgetauscht werden. Das Problem: Die Europäische Union prüft gerade, ob Mikroplastik, das derzeit häufig als Füllmaterial für Kunstrasenplätze benutzt wird, verboten werden soll.

Daher hat die Stadt Pforzheim über verschiedene Möglichkeiten nachgedacht. Das Ergebnis: Kork sei als Füllung „als einzig aktuell mögliche Alternative“ zu Mikroplastik anzusehen, heißt es in der Vorlage, über die am Mittwoch und Donnerstag der Bau- und Liegenschafts- sowie der Sportausschuss beraten. Auch Nicolas Krieg, der Betreiber des Heidelberger Ingenieurbüros, der die Stadt Pforzheim beraten hat, sieht Kork als gute Alternative. Wichtig sei aber, dass das Kork eine hohe Güte habe. Bei niedriger Güte sei der Holzanteil größer und es könnte Schimmel geben.

Zudem sollte der Kunstrasen eine hohe Dichte haben, um ein Ausschwemmen zu verhindern. Krieg baut seit rund sieben Jahren Kunstrasenplätze mit Korkfüllung. Es gebe noch keine Erfahrungswerte bezüglich der Haltbarkeit. Krieg schätzt diese auf etwa 15 Jahre.

„Ich bin mir sicher, dass unser Platz mindestens 20 Jahre hält“, sagt hingegen Karl-Heinz Rinklin, 1. Vorsitzender des SC Eichstetten. Der Verein aus Bahlingen hat seit sechs Jahren einen Kunstrasen mit Korkfüllung. „Wir sind super zufrieden damit “, sagt Rinklin.

Bei der PSG Pforzheim ist man dagegen skeptisch. „Wir freuen uns natürlich, dass wir einen Kunstrasenplatz bekommen, aber wir hätten gern einen mit einem gewöhnlichen Granulat gehabt“, sagt Jerry Jeschek, PSG-Abteilungsleiter. Kork berge ein paar Risiken, wie die Gefahr, dass der Kork ausgeschwemmt werden oder schimmeln könnte. Wolfgang Muhr, Abteilungsleiter vom SV Büchenbronn, will sich kein Urteil erlauben. Man wolle sich zuerst Plätze von anderen Vereinen anschauen.

Anna Wittmershaus 01

Anna Wittmershaus

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