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Patrick „Mad“ Richter (links) und Johannes „Hansi“ Klepac (rechts) von den Supporters entlockten den KSC-Spielern Alexander Siebeck (Zweiter von links) und Dominik Stroh-Engel erfrischende Anekdoten aus ihrer Fußballerkarriere sowie ehrliche Einschätzungen zur fußballerischen Lage des Karlsruher SC.  Pick
Patrick „Mad“ Richter (links) und Johannes „Hansi“ Klepac (rechts) von den Supporters entlockten den KSC-Spielern Alexander Siebeck (Zweiter von links) und Dominik Stroh-Engel erfrischende Anekdoten aus ihrer Fußballerkarriere sowie ehrliche Einschätzungen zur fußballerischen Lage des Karlsruher SC. Pick
27.10.2017

Zwei Profis des KarlsruherSC beantworten Fragen von rund 50 Fans

Mittlerweile ist es üblich, dass Fußballer nach ihren Spielen nur noch Plattitüden von sich geben. Umso schöner, wenn sich Profis in einer launigen Runde den Fragen der Fans stellen, und frei „von der Leber weg“ ihre eigene Ansichten und Gefühlsregungen offenbaren. So geschehen diese Woche im Clubhaus der Spvgg Conweiler- Schwann.

Unter dem Titel „Nachspielzeit“ wurden den KSC-Profis Alexander Siebeck und Dominik Stroh-Engel von den Interviewern der Supporters Karlsruhe interessante Aussagen, auch über die aktuelle sportliche Lage des Karlsruher SC, entlockt.

Schwelgen in Erinnerungen

Dominik Stroh-Engel hat einiges zu erzählen. Vor allem von seiner Zeit beim SV Darmstadt 98. Dirk Schuster sei mit Abstand sein bester Trainer gewesen, wohingegen die Zusammenarbeit mit Norbert Meier von Beginn an unter keinem guten Stern stand.

Dass er zu Erstligazeiten als Nummer zwei hinter Sandro Wagner auf der Bank gesessen sei, haber er noch akzeptieren können. Später aber wollte er einfach wieder spielen: „Deswegen mein Gang in die 3. Liga zum KSC.“ Andere Vereine hätten keine Rolle gespielt. Er sei zu heimatverbunden. Stroh-Engel gab auch zu, „dass ich das eine Jahr merke, in dem ich kaum Fußball spielen durfte“. Eine Erklärung für seine schwache Torausbeute in dieser Saison (ein Tor in elf Spielen).

Alexander Siebeck kam von der abgemeldeten zweiten Mannschaft RB Leipzigs zum KSC. Er weiß natürlich um die Ablehung, die seinem ehemaligen Club bundesweit entgegenschlägt. „Aber die Ausbildung ist richtig gut und es gibt dort alles, um sich zu entwickeln.“ Der 23-Jährige verwies auf das gute Konzept, das Sportdirektor Ralf Rangnick in Leipzig entwickelt hat, gibt aber auch zu, dass das Geld von Sponsor Red Bull dort „unendliche Möglichkeiten offenbare“. Auf die Frage, wieso er die hervorragenden Bedingungen in Leipzig gegen die in Karlsruhe eingetauscht habe, antwortete er: “In meiner Zeit beim 1. FC Lokomotive Leipzig gab es zeitweise kein warmes Wasser zum Duschen. Der KSC ist im Vergleich dazu gar nicht so schlecht.“

Die Situation beim KSC

Die beiden Neuzugänge äußerten sich auch über die bedrohlich erscheinende Situation beim KSC. Für Dominik Stroh-Engel hat der Trainerwechsel wichtige Impulse gebracht. Der 31-Jährige gab zu, dass gerade die erfahrenen Spieler nicht immer von den Methoden des ehemaligen Trainers Marc-Patrick Meister begeistert waren. Unter dem neue Trainer Alois Schwartz („Charakterlich und fachlich top“) sei eine deutliche Verbesserung zu spüren. Alleinige Schuld habe aber nie nur der Trainer oder nur die Mannschaft, sondern beide Seiten. Genauso verhalte es sich im Erfolgsfall. Der Torjäger ging auch mit der eigenen Mannschaft hart ins Gericht. Er verstehe nicht, „dass man auswärts so schnell nervös wird und sich so wenig zutraut“.

Stroh-Engel verwies auch auf die neu gewonnene Stabilität, die es „so vor drei oder vier Monaten noch nicht gab“. Zurückhaltend gab sich Stroh-Engel als ein Zuhörer den Wunsch äußerte, dass Stroh-Engel die Mannschaft mit seiner Erfahrung mitreißen solle: „Ich bin nicht der Typ, der eine Mannschaft führen kann. Gerade wenn es wie jetzt schlecht läuft konzentriere ich mich mehr auf mich.“ Alexander Siebeck sprang ihm zur Seite und erklärte, „dass es mehrere Spieler sein müssten, die eine Mannschaft führen“. Mit Kai Bülow, Dirk Orlishausen, Anton Fink und Daniel Gordon hätte man dafür geeignete Kaniddaten.

Zwei Dinge, die er nie tun werde oder nicht mehr tun wolle, nannte Dominik Stroh-Engel noch. „Eher wird der Mond viereckig, bevor ich nach Offenbach gehe“, bezeugte der Ex-Darmständter innerhessische Aversionen. Und gegen Mats Hummels wolle er nicht mehr spielen. „Der war irgendwie immer schneller am Ball, als ich.“ So endete der Abend wie er begonnen hatte: ehrlich und unterhaltsam.