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Den Gegner vom Leib gehalten: Karlsruhes Jerome Gondorf (rechts) behauptet sich gegen Danilo Wiebe.  Foto: Pförtner/dpa 

Zweites KSC-Erfolgserlebnis in Folge

Zunächst konnte der Fußball-Zweitligist Karlsruher SC in Braunschweig praktisch nahtlos an seinen 3:0-Sieg beim FC St. Pauli vor der Länderspielpause anknüpfen. Kyoung-Rok Choi (14.) und Marvin Wanitzek (18.) schossen die Badener 2:0 in Führung. Nick Proschwitz erzielte allerdings noch vor der Pause das 1:2 aus Sicht des gastgebenden Aufsteigers (31.). Nach dem Seitenwechsel hatten die Wildparkprofis dann stellenweise großes Glück, dass der Eintracht nicht der Ausgleich gelang. Mit Chois zweitem Tor und dem 3:1 (63.) entschied die Mannschaft von Trainer Christian Eichner das Spiel aber endgültig zu ihren Gunsten.

 „Dadurch zeichnen wir uns im Moment auch ein Stück weit aus, dass wir die Tore einfach zum richtigen Zeitpunkt machen“, sagte KSC-Stürmer Philipp Hofmann nach dem Erfolg an seiner vorherigen Wirkungsstätte (Januar 2018 – Juni 2019). Der Goalgetter der Gäste (bisher vier Tore) ging diesmal zwar leer aus, lieferte aber die Vorlage zu dem spielentscheidenden Treffer.

 „Bis zum 3:1 haben wir mehrmals ums Überleben gekämpft“, schilderte KSC-Coach Eichner die Viertelstunde nach der Pause, in der das Spiel aus seiner Sicht hätte kippen können. „Die Braunschweiger hätten das 2:2 mehr als verdient gehabt.“ Es gehöre aber einfach auch zum Fußball, meinte der Karlsruher Sportdirektor Oliver Kreuzer nach dem Abpfiff, „dass man solche Phasen übersteht und das Glück auf seine Seite zieht.“

 So spannend hätten es die Gäste aber gar nicht mehr werden lassen müssen. Denn Wanitzek hatte nach seinem Freistoßtor bereits das 3:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an Braunschweigs Schlussmann Felix Dornebusch (28.). Und nachdem die Hausherren durch Proschwitz Hoffnung geschöpft hatten, hätten Marc Lorenz  (35., abgefälscht) und Philipp Hofmann, der den Ball nicht richtig traf (37.), durchaus den alten Abstand noch vor der Pause wieder herzustellen und für Gelassenheit sorgen können.

Selbst in Bredouille gebracht

Weil der KSC zu Beginn der zweiten Halbzeit dann „nicht mehr richtig ins Spiel fand“ (Kreuzer), wurde es speziell in der 56. Minute richtig brenzlig für die Gäste. Felix Kroos setzte einen Braunschweiger Freistoß an den Winkel des Gäste-Tores und Proschwitz stolperte den Nachschuss vorbei. Der Ausgleich der Eintracht lag auch bei einer scharfen Hereingabe von Fabio Kaufmann von rechts in der Luft, die aber unberührt von Freund und Feind vor dem KSC-Tor vorbei zischte (62.). Durch „Ballverluste, Abspielfehler, Konzentrationsmängel, unnötige Fouls“, so Kreuzer, brachten sich die Gäste ein ums andere Mal selbst in die Bredouille. Braunschweig war jedenfalls „drauf und dran“, so Eichner, seine schon in Sandhausen, nach einem 0:2-Pausenrückstand, gezeigten „Comeback-Qualitäten“ (Kreuzer) erneut unter Beweis zu stellen.

 Stattdessen brachte Choi der Mannschaft von Daniel Meyer („Wir haben nicht zweitligatauglich verteidigt“) nach dem 0:0 gegen Kiel und den Siegen gegen Bochum (2:1) und Nürnberg (3:2) die erste Heimniederlage in dieser Saison bei und sorgte mit seinem Doppelpack dafür, dass der KSC erstmals unter der Regie von Christian Eichner zwei Spiele hintereinander für sich entscheiden konnte.