760_0900_102125_Schule_als_Staat_THG_01.jpg
Einblicke ins Leben der Politiker: Victoria Baumann interviewt in der Eventbar die Landtagsabgeordneten Stefanie Seemann, Hans-Ulrich Rülke und Erik Schweickert (von links).  Foto: Meyer 
760_0900_102124_Schule_als_Staat_THG_07.jpg
Hoher Besuch: Die Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum und Katja Mast werden von Königin Samya I.(Spaltenberger) und ihrem Parlament, vertreten durch Regierungschefin Viola Primas und ihrem Stellvertreter Paul Jenisch (von links) in die Schule als Staat am THG eingeführt.  Foto: Meyer 
760_0900_102126_Schule_als_Staat_THG_04.jpg
Alles im Blick: Die Abiturienten Enrico Quitz, Jonas Karl und Luca Wolfinger (von links) haben zwar ihre Schulzeit schon hinter sich, engagieren sich aber dennoch eifrig in der Zentralbank.  Foto: Meyer 
760_0900_102127_Schule_als_Staat_THG_05.jpg
Lecker: Irem Naz Ata und Arathiya Sripavanantharajah (von links) bereiten Wraps für Hungrige vor.  Foto: Meyer 

„Schule als Staat“ - So erleben Pforzheimer Schüler Demokratie und Wirtschaft hautnah

Pforzheim. Wie funktioniert das Parlament? Was braucht es für den Geschäftserfolg? Und wie behält man seine Finanzen im Blick? Mit solchen und noch vielen anderen Fragen beschäftigen sich derzeit die Schüler des Pforzheimer Theodor-Heuss-Gymnasiums. Beim Großprojekt „Schule als Staat“ erleben sie Demokratie und Wirtschaft hautnah.

Eine Woche lang schlüpfen Schüler in andere Rollen,werden zu Angestellten, Beamten, Unternehmer oder Politiker. Denn am Theodor-Heuss-Gymnasium heißt es derzeit „Schule als Staat“ – mit allem, was dazugehört: einem Wappen, einer selbst getexteten und komponierten Hymne, einem gewählten Parlament und sogar einem royalen Staatsoberhaupt.

Gezahlt wird mit der Währung Theuss. Und davon brauchen die Schüler eine ganze Menge, wollen sie in den mehr als 80 Unternehmen Waren und Dienstleistungen kaufen sowie ihre Mitarbeiter in den Firmen bezahlen. Oder das Geld einfach mal aufs Spiel setzen wie im „Casino Royal“, wo sich Spielfreudige beim Poker, Roulette oder Blackjack versuchen.

Dass das Glücksspiel gut laufen würde, davon waren Sascha Bossert und die anderen Mitarbeiter der Firma überzeugt. Und tatsächlich: Nach der ersten Runde im Minus, sprudeln jetzt die Einnahmen. „Das ist ein toller Einblick in das spätere Arbeitsleben“, lobt Sascha das Mammut-Projekt, von dem Philipp Müller vermutet, dass es das Größte ist, das das Gymnasium an der Zerrennerstraße je auf die Beine gestellt hat. Gemeinsam mit seiner Kollegin Birgit Knobloch koordiniert der Gemeinschaftskundelehrer „Schule als Staat“, bei dem 970 Staatsbürger, also Schüler und Lehrer, mitwirken. Die Schüler gründeten Gastronomie-Betriebe, einen Blumenladen, eine Kartenmanufaktur, ein Theater, Kinos, Escape Rooms, Fotostudios, Anwaltskanzleien, Partnervermittlungen, einen Hochzeitsplaner oder ein Fitnessstudio. Für diese sollten sie ein Geschäftsmodell erarbeiten, Waren organisieren, die Einnahmen und Ausgaben im Blick haben und natürlich auch die Werbetrommel rühren.

Schon allein deswegen sieht Philipp Müller im Projekt einen großen Mehrwert für das THG. „In Zeiten, in denen unsere Gesellschaft politisch auseinanderzudriften scheint und die politische Bildung an Schulen in den Bildungsplänen vernachlässigt wird, ist es nötig und wichtig, Demokratie und Wirtschaft hautnah zu erleben und ein Grundverständnis dafür zu entwickeln“, sagt der Gemeinschaftskundelehrer.

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 18. Juli, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Nicola Arnet

Nicola Arnet

Zur Autorenseite