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Mit einer emotionalen Botschaft im Internet hat die Berliner Polizei auf eine Stein-Attacke gegen Polizeiwagen reagiert. 

Stein-Attacke gegen Polizei - Reaktion mit emotionaler Facebook-Botschaft

Berlin (dpa) - Mit einer emotionalen Botschaft im Internet hat die Berliner Polizei auf eine Stein-Attacke gegen Polizeiwagen reagiert. «In unseren Fahrzeugen befinden sich Menschen», schrieb das Social-Media-Team am Sonntag auf Facebook und postete ein Video mit Bildern der demolierten Wagen. Unbekannte hatten in Berlin-Mitte mehrere Polizeiwagen mit Steinen beworfen. Dabei wurden fünf Fahrzeuge stark beschädigt. Ein Polizist wurde am Auge und im Gesicht verletzt, wie die Sicherheitskräfte mitteilten.

«Die Polizistinnen und Polizisten leisten eine harte Arbeit. Sie haben es nicht leicht», heißt es in dem Text. «Die vielen Überstunden, wechselnde Dienste – auch an Wochenenden und in der Nacht, unvorhersehbare Alarmierungen, von all dem können auch die Familien und Angehörigen zur Genüge berichten.»

Polizistinnen und Polizisten seien Männer und Frauen, Väter und Mütter, Freundinnen und Freunde, die sich für diese Entbehrungen bei der Berufswahl entschieden hätten. «Wofür sie sich jedoch nicht entschieden haben – und was sie sich auch nicht gefallen lassen müssen, sind solche feigen Angriffe.» Bis Montagmorgen unterstützten Tausende Menschen die Botschaft bei Facebook mit «Likes». Unterstützung kam auch vom Bundesinnenministerium via Twitter: Es sei «eine Botschaft, die wir wichtig finden und gerne teilen».

Laut Polizei wurde gegen 2.00 Uhr ein Streifenwagen des Objektschutzes angegriffen. Als wenig später vier Polizeiwagen zur Unterstützung eintrafen, wurden auch diese mit Steinen beworfen. Die Täter entkamen unerkannt. Die Polizei vermutet einen politischen Hintergrund, der Staatsschutz ermittelt.

Kompletter Facebook-Post der Berliner Polizei:

+++ In unseren Fahrzeugen befinden sich Menschen +++

Unbekannte haben vergangene Nacht mehrfach Steine auf Polizeiautos geworfen. Das stellt einen Angriff dar, zu dem wir den Tätern aber auch der Öffentlichkeit etwas zu sagen haben…

Unsere Kolleginnen und Kollegen sind auf der Straße für jeden von Ihnen rund um die Uhr da. Ihre Aufgaben sind vielfältig. Um nur einige Beispiele zu nennen: Sie helfen, trösten, trauern, (be-)schützen, passen auf und hören zu. Aber sie schlichten auch Streits, sorgen Nachts für Ruhe, überprüfen, kontrollieren, finden klare Worte, wo diese angebracht sind und nehmen fest.
Natürlich machen sie sich dabei auch bei dem Einen oder Anderen unbeliebt. Das ist quasi Berufsrisiko und gehört ebenso wie der Dank vieler Berlinerinnen und Berliner zum Dienst dazu.
Was jedoch gar nicht geht, sind feige Übergriffe, wie in der letzten Nacht.

Dort wurde zunächst gegen 2 Uhr ein Fahrzeug unseres Zentralen Objektschutzes während einer Streifenfahrt in der Köpenicker Straße in Höhe der Adalbertstraße mit Steinen beworfen. Als wenige Minuten später die alarmierten Funkwagen eintrafen, prasselten erneut Steine nieder und trafen die Autos unserer Kolleginnen und Kollegen. Ein Angestellter des Objektschutzes wurde bei dem Angriff leicht verletzt. Die Täter flüchteten anschließend und blieben bislang unerkannt. 
Insgesamt wurden fünf Polizeiautos stark beschädigt. Der Polizeiliche Staatsschutz unseres #LKA ermittelt.

Wir wünschen dem Kollegen des Objektschutzes gute Besserung und möchten noch eines mit auf den Weg geben:

Die Polizistinnen und Polizisten leisten eine harte Arbeit. Sie haben es nicht leicht. Die vielen Überstunden, wechselnde Dienste – auch an Wochenenden und in der Nacht, unvorhersehbare Alarmierungen, von all dem können auch die Familien und Angehörigen zur Genüge berichten. Ja richtig. Angehörige. Die zuhause darauf hoffen, dass Sie gesund nach Hause kommen. Denen Sie in die Augen sehen müssen und erklären, weshalb Sie es „mal wieder nicht rechtzeitig zum Abendbrot schaffen“ oder „warum sie auf der Geburtstagsfeier von XY mal wieder fehlen werden“. 
Polizistinnen und Polizisten sind Männer und Frauen, Väter und Mütter, Freundinnen und Freunde, die sich für diese Entbehrungen bei der Berufswahl entschieden haben. Wofür Sie sich jedoch nicht entschieden haben – und was sie sich auch nicht gefallen lassen müssen, sind solche feigen Angriffe.

Sorry für diesen langen Text.

Kommen Sie gut und sicher durch den Sonntag. Wenn was ist – unsere Kolleginnen und Kollegen sind für Sie da.

LG vom Social Media Team der Polizei Berlin