Chris Murphy
US-Senator Chris Murphy plädiert für schärfere Waffengesetze. 

US-Senator nach Massaker an Schule: «Warum sind wir hier?»

US-Senator Chris Murphy hat entsetzt auf das Massaker an einer Grundschule im Bundesstaat Texas reagiert und bewegende Worte an seine Senatskollegen gerichtet.

«Was machen wir?», fragte der Demokrat im US-Kongress. «Warum verbringen Sie so viel Zeit damit, für den Senat der Vereinigten Staaten zu kandidieren? Warum machen Sie sich die Mühe, diesen Job zu bekommen (...), wenn Ihre Antwort lautet, dass wir nichts tun, während diese Metzelei zunimmt und unsere Kinder um ihr Leben rennen», fragte er sichtlich um Fassung ringend. «Warum sind wir hier?»

Bei dem Amoklauf an einer Grundschule in der kleinen Stadt Uvalde nahe San Antonio in Texas wurden US-Medien zufolge 18 Kinder getötet.

Murphy: «So etwas passiert nur in diesem Land»

Murphy kommt aus dem Bundesstaat, in dem 2012 im Ort Sandy Hook bei einem Massaker in einer Grundschule 20 kleine Kinder getötet worden waren. Solche Massaker seien nicht unvermeidlich. «So etwas passiert nur in diesem Land. Und nirgendwo sonst», sagte Murphy. «Nirgendwo sonst gehen kleine Kinder mit dem Gedanken zur Schule, dass sie an diesem Tag erschossen werden könnten.» Murphy fügte hinzu: «Es ist unsere Entscheidung, ob das weitergeht.»

«Arbeiten Sie mit uns zusammen, um einen Weg zu finden, Gesetze zu verabschieden, die dies weniger wahrscheinlich machen», forderte der Demokrat weiter. «Ich weiß, dass meine republikanischen Kollegen nicht mit allem einverstanden sein werden, was ich befürworte, aber wir können einen gemeinsamen Nenner finden.» Für eine Verschärfung der Waffengesetze ist der Kongress zuständig, das US-Parlament. Viele Republikaner lehnen einen solchen Schritt ab. Die Waffenlobby ist in den USA sehr mächtig.

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