nach oben
Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen
Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen
26.06.2017

Dax startet mit leichtem Plus in die Woche

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montagnachmittag merklich an Schwung verloren und sein zwischenzeitlich klares Plus mehr als halbiert. Der Dax gewann letztlich 0,29 Prozent auf 12.770,83 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich um rund 0,8 Prozent gestiegen war.Diese frühen Gewinne basierten auf Anzeichen eines ungebrochenen Wachstumskurses der deutschen Wirtschaft. So stieg der ifo-Geschäftsklimaindex im Juni und übertraf damit den Rekordwert vom Vormonat.

Händler machten für das letztlich nur knappe Plus die Flaute an der Wall Street verantwortlich, wo der Dow-Jones-Index nach einer festeren Eröffnung zuletzt knapp ins Minus drehte. Negative Impulse kamen zudem von erneut nachgebenden Ölpreisen und einem unerwartet deutlichen Rückgang der Aufträge für langlebige US-Güter. Leichte Schockwellen sandten die Edelmetallmärkte aus, wo der Goldpreis am Montag blitzartig rund 1,5 Prozent an Wert verlor.

Der Preis für das Edelmetall fiel bis unter 1237 US-Dollar je Feinunze (etwa 31,1 Gramm) auf den tiefsten Stand seit Mitte Mai. Einige Händler sprachen von einem «Fat-Finger-Trade», also einem unabsichtlich ausgelösten Preisrutsch durch einen Tippfehler eines Händlers. Da der Handel an den Finanzmärkten inzwischen zum großen Teil durch Computeralgorithmen gesteuert wird und automatisiert erfolgt, kann schon ein relativ kleiner fehlerhafter Handel eine starke Abwärtsspirale auslösen, die auch auf andere Marktsegmente ausstrahlen kann. Experten sprechen in solchen Fällen von einem «Flash-Crash». Am frühen Abend lag der Preis noch immer gut ein Prozent im Minus.

Der MDax, in dem die mittelgroßen deutschen Unternehmen repräsentiert sind, schloss 0,20 Prozent höher bei 25.262,96 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,03 Prozent auf 2267,45 Zähler ein.

Unter den Einzelwerten standen deutsche Airline-Aktien mit deutlich gegenläufigen Bewegungen im Blickpunkt. So stiegen die Papiere der Lufthansa an der Dax-Spitze um 3,06 Prozent auf 19,20 Euro, nachdem das Investmenthaus Mainfirst das Kursziel auf 25 Euro angehoben hatte. Es sei ein seltenes Phänomen, treffe aber in diesem Jahr wohl für die Lufthansa wie auch Air France-KLM zu: Steigende Durchschnittserlöse bei im Schnitt sinkenden Kosten, schrieb Analyst Johannes Braun.

Dagegen verloren die Aktien von Air Berlin letztlich mehr als 4 Prozent, hatten dabei aber zwischenzeitliche Verluste von rund 11,5 Prozent eingegrenzt. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte der schwer angeschlagenen Fluggesellschaft zwar weitere Unterstützung in Aussicht gestellt, eine Übernahme des Rivalen aber zieht der Manager momentan nicht in Betracht.

Bis Handelsschluss spannend blieb das Rennen um die Übernahme des Arzneimittelherstellers Stada. Nachdem die Annahmefrist für die Offerte der Finanzinvestoren Bain und Cinven abgelaufen ist, warten die Anleger auf die Veröffentlichung der endgültigen Annahmequote. 67,5 Prozent der Aktionäre müssen der Übernahme zustimmen, sonst scheitert der Deal. In diesem Fall drohen größere Kursverluste. Einen Vorgeschmack davon gab es am Montag, denn die Papiere sackten am MDax-Ende um mehr als 3 Prozent ab.

Im TecDax zogen die Papiere von SLM Solutions um gut 1,5 Prozent an. Der 3D-Drucker-Hersteller erhielt einen Millionen-Auftrag aus China. Es geht dabei um zehn Multilasermaschinen. Klarer Spitzenreiter im SDax der gering kapitalisierten Werte waren die Anteilscheine von Wacker Neuson mit einem Gewinn von mehr als 11 Prozent. Das Bankhaus Lampe hatte die Aktien des Baumaschinenherstellers zum Kauf empfohlen.

Der EuroStoxx 50 stieg um 0,51 Prozent auf 3561,76 Punkte. Der französische Leitindex CAC 40 und der Londoner FTSE 100 schlossen ebenfalls moderat im Plus. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial bewegte sich zum Handelsschluss in Europa knapp über der Nulllinie.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,10 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 141,81 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,22 Prozent auf 165,41 Punkte. Der Kurs des Euro notierte zuletzt bei 1,1196 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1187 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8939 Euro gekostet.