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Deutsche Bank-Manager Garth Ritchie. Foto: Arne Dedert
Deutsche Bank-Manager Garth Ritchie. Foto: Arne Dedert
05.07.2019

Deutsche Bank baut um: Ritchie geht, Sewing übernimmt

Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Bank stellt die Führung ihrer zuletzt schwächelnden Investmentbank neu auf. Konzernchef Christian Sewing wird im Vorstand die Verantwortung für die Unternehmens- und Investmentbank übernehmen.Das teilte der Dax-Konzern mitten in den Beratungen über einen grundlegenden Umbau des Instituts am Freitag in Frankfurt mit.

Der derzeitige Chef der Sparte, der Brite Garth Ritchie, werde die Bank «in gegenseitigem Einvernehmen» verlassen und zum 31. Juli als Vorstandsmitglied zurücktreten. Er stehe der Bank aber noch bis Ende November 2019 beratend zu regulatorischen Fragen rund um den Brexit zur Verfügung.

Der im Jahr 1968 geborene Ritchie war erst im April 2018 vom Aufsichtsrat zu einem von zwei Stellvertretern des damals auf den Chefposten beförderten Sewing ernannt worden. Vorstandsmitglied war Ritchie, der 1996 zur Deutschen Bank gekommen war, seit dem 1. Januar 2016.

Doch die Geschäfte in seiner Sparte liefen unter dem Strich zuletzt schlecht. Für viel Kritik auf Aktionärsseite sorgte zudem die vergleichsweise üppige Bezahlung Ritchies.

8,6 Millionen Euro kassierte der Manager inklusive Boni für das Geschäftsjahr 2018 - mehr als Sewing (7 Mio Euro) und fast genauso viel wie die sieben Vorstände der Commerzbank zusammen, die beinahe zum Fusionspartner der Deutschen Bank geworden wäre. Allein 3 Millionen gestand der Aufsichtsrat Ritchie wegen dessen federführender Rolle bei den Brexit-Vorbereitungen des größten deutschen Geldhauses zu.

Bei der Deutschen Bank laufen derzeit Beratungen über einen radikalen Umbau. In Medienberichten wird seit Tagen über den Abbau von 15.000 bis 20.000 Vollzeitstellen spekuliert. Einschnitte werden vor allem im Investmentbanking erwartet.

Dazu zählen traditionell der Handel mit Wertpapieren und Devisen aller Art sowie die Betreuung von Firmenübernahmen, Fusionen und Börsengängen. Vor allem das US-Geschäft der Deutsche Bank könnte weiter zusammengestrichen werden.