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IWF-Chefin Christine Lagarde lauscht während einer Konferenz auf Bali. Foto: Firdia Lisnawati/AP
IWF-Chefin Christine Lagarde lauscht während einer Konferenz auf Bali. Foto: Firdia Lisnawati/AP
11.10.2018

IWF-Chefin Lagarde geht auf Distanz zu Trump

Nusa Dua (dpa) - IWF-Chefin Christine Lagarde ist in wesentlichen wirtschaftspolitischen Fragen auf Distanz zu US-Präsident Donald Trump gegangen.Das internationale System des weltweiten Handels dürfe nicht zerstört werden, sagte Lagarde zur Eröffnung der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Nusa Dua (Indonesien). Ihre Forderung: «Repariert es, aber zerstört es nicht.» Die Regeln des Welthandels hätten allen Nationen Nutzen gebracht.

Lagarde betonte auch, dass Zentralbanken ihre Zinsentscheidungen entsprechend ökonomischen Indikatoren treffen müssten. Wenn das Wachstum stark und die Arbeitslosigkeit extrem niedrig sei, müssten die Zentralbanken «die Entscheidungen treffen, die sie treffen», betonte die frühere französische Finanzministerin.

US-Präsident Trump hatte zuvor der US-Notenbank vorgeworfen, sie sei «verrückt geworden». Die Federal Reserve hat in diesem Jahr bereits dreimal den Leitzins in den USA erhöht, ein vierter Schritt erscheint wahrscheinlich. Trump befürchtet offensichtlich vor den Kongresswahlen, dass der Boom in der US-Wirtschaft dadurch gebremst werden könnte.

IWF-Chefin Christine Lagarde hat außerdem das finanziell angeschlagene Euro-Land Italien aufgefordert, bei der Haushaltsführung die Regeln der Europäischen Union einzuhalten. «Wir unterstützen sicherlich die haushaltspolitische Konsolidierung», sagte Lagarde am Donnerstag. «EU-Mitglieder sollten die Regeln akzeptieren, zu denen sie sich durch ihre Mitgliedschaft bekannt haben.» Zugleich müsse Konsolidierung wachstumsfreundlich gestaltet werden.

Italien weist einen enormen Schuldenberg von etwa 2,3 Billionen Euro auf, das sind mehr als 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). In der EU sind nach gemeinsam vereinbarten Regeln lediglich 60 Prozent erlaubt, um die Finanzstabilität nicht zu gefährden. Neben Italien liegen aber auch viele andere Mitgliedstaaten über dieser Marke.

Die in Rom regierende populistische Koalition aus der rechten Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung will ihre zusätzlichen Haushaltsausgaben zur Finanzierung von Wahlversprechen großteils durch Aufnahme neuer Schulden finanzieren.