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Die Infineon-Aktie hat nach der Veröffentlichung der guten Zahlen stark zugelegt. Foto: Andreas Gebert
Die Infineon-Aktie hat nach der Veröffentlichung der guten Zahlen stark zugelegt. Foto: Andreas Gebert
02.02.2017

Infineon profitiert von Boom bei Auto-Chips

Neubiberg/München (dpa) - Der Chipkonzern Infineon setzt auch künftig auf gute Geschäfte mit der Automobilindustrie und hält an seinen Jahreszielen fest.Nach einem guten Auftaktquartal zeigte sich Infineon-Chef Reinhard Ploss in München zuversichtlich. «In den kommenden Monaten erwarten wir weiteres Wachstum in unseren Märkten, auch die langfristigen Trends stimmen uns zuversichtlich.» Zu den Treibern gehören dabei die Elektromobilität, Fahrerassistenzsysteme und eine zunehmende Vernetzung der Fahrzeuge.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr (30. September) bekräftigte Ploss. Der Umsatz dürfte demnach zwischen vier und acht Prozent zulegen und im operativen Geschäft soll das Ergebnis 16 Prozent des Umsatzes ausmachen. Grundlage für die Prognose sei ein Eurokurs von 1,10 Dollar.

Da der Euro zuletzt deutlich unter dieser Marke stand, hatten einige Analysten auf eine höheres Jahresziel spekuliert. An der Börse legten die Infineon-Aktien trotzdem kräftig zu: Am Mittag notierten die Papiere zeitweise knapp 2,4 Prozent im Plus bei 17,56 Euro.

Von den protektionistischen Tendenzen des neuen US-Präsidenten Donald Trump fürchtet Ploss zunächst keine größeren Probleme für Infineon. Auch das Einreiseverbot, das Trump für Bürger aus sieben überwiegend muslimischen Ländern verhängt hatte, habe bisher kaum Auswirkungen auf das Unternehmen gehabt. «Wir gehen davon aus, dass sich das Ganze wieder in normale Bahnen bewegt.» Grundsätzlich sei ein ungestörter Handel für die globale Wirtschaft von großer Bedeutung, erklärte der Konzernchef.

Im Startquartal konnte Infineon die saisonal normalen Rückgänge beim Verkauf von Chips für Konsumgüter wie Handys oder Tablets dank florierender Umsätze im Automobilgeschäft begrenzen. Der Umsatz sank im ersten Geschäftsquartal 2016/17 im Vergleich zum Vorquartal zwar um zwei Prozent auf knapp 1,65 Milliarden Euro, das waren aber sechs Prozent mehr als vor Jahresfrist. Bei Halbleiter-Herstellern ist wegen stark schwankender Preise ein Vergleich mit dem Vorquartal üblich. Unter dem Strich blieben mit 161 Millionen Euro 28 Prozent weniger übrig als im vorangegangenen Drei-Monats-Zeitraum, aber zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.