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Verbraucher müssen für Energie deutlich mehr Geld ausgeben als vor einem Jahr. Foto: Oliver Berg
Verbraucher müssen für Energie deutlich mehr Geld ausgeben als vor einem Jahr. Foto: Oliver Berg
30.07.2018

Inflation im Juli bei 2,0 Prozent

Wiesbaden (dpa) - Steigende Energiepreise haben die Inflation in Deutschland auch im Juli angetrieben. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes vom Montag lagen die Verbraucherpreise um 2,0 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.Es war der dritte Monat in Folge mit einer 2 vor dem Komma. Gegenüber dem Juni 2018 legten die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent zu.

Vor allem für Haushaltsenergie und Kraftstoffe mussten die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen als im Jahr zuvor (plus 6,6 Prozent). Nahrungsmittel wurden gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls überdurchschnittlich teurer (plus 2,6 Prozent). Allerdings verlangsamte sich der Preisauftrieb. In den Monaten April bis Juni hatte bei dieser Produktgruppe jeweils noch eine 3 vor dem Komma gestanden.

Die Landwirtschaft ächzt unter den Folgen des heißen und trockenen Sommerwetters. Zum Teil wird mit deutlichen Ernteeinbußen gerechnet. Bis sich mögliche Preiserhöhungen bei bestimmten Agrarerzeugnissen bei den Verbraucherpreisen niederschlügen, dürfte es jedoch eine Weile dauern, erklärte ein Experte des Bundesamtes. Das komplette Schadensbild dürfte ohnehin erst nach der Erntebilanz Ende August vorliegen.

Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der Förderbank KfW, erwartet, dass die Inflationsrate in den nächsten Monaten eher wieder etwas sinkt. «Denn die Rohölpreise als ihre jüngsten Haupttreiber tendieren derzeit wieder schwächer.»

Die Europäische Zentralbank strebt für den Euroraum insgesamt mittelfristig eine Teuerungsrate knapp unter 2,0 Prozent an. Dieser Wert gilt als Garant für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung, weil er weit genug entfernt ist von der Nullmarke. Denn sind Preise dauerhaft niedrig oder sinken gar auf breiter Front, könnte das Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Dies könnte dann das Wirtschaftswachstum bremsen.

Weil die Teuerung seit geraumer Zeit nach oben zeigt, hat die Notenbank in Aussicht gestellt, ihre umstrittenen Wertpapierkäufe zum Jahresende zu beenden. Die Zinsen im Euroraum sollen aber bis mindestens «über den Sommer» 2019 auf dem Rekordtief verharren.