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Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras (r) und Finanzminister Efklidis Tsakalotos (l) im Parlament in Athen. F
Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras (r) und Finanzminister Efklidis Tsakalotos (l) im Parlament in Athen. Foto: Petros Giannakouris
19.05.2017

Neue griechische Sparmaßnahmen: Last und Lichtblick zugleich

Athen/Frankfurt (dpa) - Mit der nunmehr 15. Rentenkürzung hat die griechische Regierung im Ringen mit den Gläubigern einen weiteren Kraftakt hinter sich gebracht. Auch eine massive Senkung des Steuerfreibetrags wurde beschlossen.Auf die Bevölkerung kommen nun noch härtere Zeiten zu - wobei die Maßnahmen im Umfang von 4,9 Milliarden Euro erst 2019 umgesetzt werden. Entsprechend gespalten sind die Meinungen, nachdem das Parlament in Athen das Paket in der Nacht zum Freitag billigte.

Während die liberale griechische Zeitung «Eleftheria» die neuen «katastrophalen Maßnahmen» als verheerend für den Mittelstand wertet, fordert das regierungsnahe Blatt «I Avgi» alle Beteiligten des Schuldenpokers auf, jetzt verantwortungsvoll zu handeln. Es gehe nun darum, dass die Gläubiger sich darauf verständigten, ob und wie der gewaltige Schuldenberg des Landes schrittweise verringert werden könne. Die Brüsseler EU-Kommission begrüßte die Abstimmung. Die Gesetzgebung solle nun sorgfältig von Experten geprüft werden.

Noch sind sich die europäischen Geldgeber und der Internationale Währungsfonds (IWF) nicht einig. Der IWF betont seit Monaten, dass die griechische Schuldenlast - zurzeit knapp 180 Prozent des Bruttoinlandproduktes - nicht tragbar sei. Die europäischen Gläubiger hingegen wollten darüber bisher erst im Juni 2018 reden, also nach dem Ende des laufenden Hilfsprogramms.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras pocht auf zügige Zugeständnisse auch seitens der Gläubiger. Sein Land setze darauf, dass bei der Tagung der Eurogruppe am kommenden Montag in Brüssel ein Beschluss über die Regelung der griechischen Schulden falle, ließ der Regierungschef noch in der Nacht zum Freitag mitteilen. «Der Ball liegt jetzt im Spielfeld der Gläubiger.»

Tsipras hofft unter anderem, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Griechenland in ihr Milliarden-Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren aufnimmt («Quantitative Easing»/QE). Die EZB erwirbt monatlich Papiere der Euroländer von Investoren wie Banken, um die Kreditvergabe im Währungsraum anzukurbeln.

Griechenland ist davon derzeit ausgenommen, weil umstritten ist, ob das Land mit seiner ohnehin schon hohen Schuldenlast langfristig klarkommt. Würde die EZB griechische Bonds kaufen, könnte das die Zinsen drücken und Athen sich dann am Markt günstiger Geld leihen.

Für Tsipras bedeutet die aktuelle Entwicklung in jedem Fall eine Verschnaufpause: Wenn die Gläubiger angesichts des neuen Sparpakets weitere Hilfsgelder fließen lassen, kann sein Land im Juli fällige Rückzahlungen von gut 6 Milliarden Euro leisten und eine erneut drohende Pleite abwenden. Gibt es obendrein noch ein klares Signal in Sachen Schuldenerleichterung, könnte Griechenland überdies versuchen, langsam die Rückkehr an die Finanzmärkte zu wagen.

Isis
19.05.2017
Parlament in Athen billigt Sparprogramm

Seltsam: NIE hört man was über die Rentenhöhe der Griechen. Zuviel wars auf jeden FAll, wenn schon 17 x die Rente gekürzt wurde. Die Deutschen haben in der Regel miese Renten und GR ist ein 3. Weltland dagegen. Beträge und Euros bitte. mehr...

Ladygaga
19.05.2017
Parlament in Athen billigt Sparprogramm

Man hört auch nichts, dass den Reichen an die Finanzen gegangen wird. Ich denke die Geldgeber werden weiter an der Nase herumgeführt. Jeden Tag wird in Deutschland eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Die Probleme sind so mannigfaltig, dass viele schon aufgegeben haben. Die Politik wird es schon richten. Ich bin einer der nicht daran glaubt. mehr...

foodo
19.05.2017
Parlament in Athen billigt Sparprogramm

Ganz so einfach ist das nicht. Hier ein Artikel aus 2015, in dem etwas ausführlicher besprochen wird: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-was-rentner-im-vergleich-zu-deutschland-wirklich-kriegen-a-1039256.html Dass man sich in so einer Situation schwer tut, in kurzer Zeit größere systematische Veränderungen vorzunehmen bzw. durchzusetzen, dürfte klar sein. Das wird vermutlich einer der Gründe sein, warum man in so vielen Schritten macht. Ich weiß auch aus eigener ...... mehr...

Schreiberling
19.05.2017
Parlament in Athen billigt Sparprogramm

Ich hörte unlängst folgenden Vorschlag: GR hat praktisch gleich viele Einwohner wie BaWü. Jeder Einwohner aus BaWü adoptiert einen aus GR. Und er unterstützt ihn natürlich auch. Win-Win: Die Leute aus BaWü können dann günstig bei ihren Adoptivkindern Urlaub machen und die können bei ihren Adoptiveltern im Garten arbeiten. Gegenüber der aktuellen Konzepte hätte das Modell den Vorteil, dass nicht die Anleger (Banken), sondern wirklich der kleine Mann unterstützt und gerettet würde. Und wegen ...... mehr...