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Unter dem Vorsitz des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement versuchen die Tarifparteien einen Kompromiss
Unter dem Vorsitz des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement versuchen die Tarifparteien einen Kompromiss zu finden. Foto: Marcel Kusch
11.05.2018

Neuer Anlauf für Einigung in Bau-Tarifschlichtung

Berlin (dpa) - In einer zweiten Schlichtungsrunde haben die Tarifpartner der Bauwirtschaft nach einem Tarifkompromiss gesucht.Es geht um die Tariflöhne von rund 800.000 Bauarbeitern. Der unabhängige Schlichter, Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, sprach kurz vor Wiederaufnahme der Gespräche von einer «schwierigen Situation». «Es ist keineswegs sicher, dass es zu einer Lösung kommt», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) verlangt unter anderem 6 Prozent mehr Lohn bei 12 Monaten Vertragslaufzeit. Die Arbeitgeber hatten zuletzt eine Lohnerhöhung um 4,2 Prozent angeboten sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro bei einer Laufzeit von 22 Monaten.

Dieser Vorschlag sei «in mehreren Punkten völlig unzureichend», sagte der IG-BAU-Vorsitzende und Schlichtungsführer Robert Feiger am Freitagmorgen. Er bedeute auf 12 Monate gerechnet lediglich ein dauerhaftes Lohnplus von 2,3 Prozent. Das spiegele nicht die Hochkonjunktur der Branche wider.

Das Angebot zeige auch keinen Weg auf, wie die Lücke von 7 Prozent zwischen Ost- und Westlöhnen bis zum Jahr 2022 geschlossen werden könne, wie das vereinbart sei, ergänzte Feiger. In ihrem Angebot hatten die Arbeitgeberverbände einen Spielraum von 1,8 Prozent für die Annäherung der niedrigeren Ostlöhne an das Westniveau genannt.

Die IG BAU fordert zudem eine Aufstockung des 13. Monatsgehalts sowie eine Vergütung für lange Anfahrtszeiten zu wechselnden Baustellen. Dazu gab es nach Angaben der Gewerkschaft noch kein Angebot.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Uwe Nostitz, sagte zum Auftakt am Freitag, mit ihrem neuen Angebot sei man der Gegenseite bereits entgegengekommen und nun «ziemlich an der Grenze». Beide Seiten rechneten mit langen Verhandlungen bis zum späten Abend oder sogar bis in die Nacht. Für die Schlichtung bleibt nach den vereinbarten Regeln Zeit bis zum 21. Mai.