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Wie immer zu Scherzen aufgelegt: Ryanair-Chef Michael O'Leary präsentiert die Wachstumpläne des Billigfliegers in Frankf
Wie immer zu Scherzen aufgelegt: Ryanair-Chef Michael O'Leary präsentiert die Wachstumpläne des Billigfliegers in Frankfurt und Deutschland. Foto: Frank Rumpenhorst
28.02.2017

Ryanair bringt fünf neue Flugzeuge nach Frankfurt

Frankfurt/Main (dpa) - Von Deutschlands Flughäfen sind im vergangenen Jahr so viele Passagiere gestartet wie nie zuvor. Auf weiteres schnelles Wachstum setzt dabei der Billigflieger Ryanair etwa am größten deutschen Flughafen in Frankfurt.Vier Wochen vor dem ersten Start einer Ryanair-Maschine am Drehkreuz des Konkurrenten Lufthansa kündigte der Chef der Billigairline Michael O'Leary am Dienstag 20 neue Verbindungen an.

Ab Ende Oktober sind dann in Frankfurt sieben Ryanair-Maschinen stationiert, die jährlich etwa 2,3 Millionen Kunden transportieren sollen. Mittelfristig kann sich O'Leary bis zu 20 Maschinen an dem Standort vorstellen, der aber weiterhin von hohen Kosten geprägt sei.

O'Leary erneuerte seine Einschätzung, dass Ryanair perspektivisch neben den Direktflügen auch Zulieferflüge für Langstreckenanbieter übernehmen werde. Mit Norwegian wolle man bereits im April beginnen. Es gebe derzeit aber noch Probleme, die unterschiedlichen IT-Systeme miteinander zu verbinden. Das werde man aber innerhalb weniger Monate in den Griff bekommen, sagte O'Leary.

Der von den Billiganbietern getriebene Europaverkehr hat 2016 auch die Passagierzahlen von deutschen Flughäfen gesteigert. Die Zahl der abreisenden Fluggäste stieg insgesamt um 3,4 Prozent auf den Rekordwert von 111,9 Millionen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Überdurchschnittliche Zuwachszahlen verzeichneten die Ferienziele Spanien und Griechenland.

Ende März stationiert Ryanair als größter europäischer Billigflieger in Frankfurt erstmals zwei Jets, die regelmäßig zu den Sonnenzielen Mallorca, Alicante, Malaga und Faro fliegen sollen. Diese Flüge könnten vom ersten Tag an profitabel betrieben werden, sagte der Ryanair-Chef. Für den Winterflugplan 2017/2018 mit dann sieben Flugzeugen rechne er hingegen mit Anlaufverlusten in Frankfurt. Schwieriger werde weiteres Wachstum auf der 120 Kilometer entfernten Ryanair-Basis am Hunsrück-Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz.

In Frankfurt profitiert Ryanair wie andere Anbieter in den ersten drei Jahren von einem Gebührenrabatt, den der Flughafenbetreiber Fraport bei neuen Verbindungen gewährt. Der Hauptkunde Lufthansa wie auch der Ferienflieger Condor hatten die vom Land Hessen genehmigte Preispolitik heftig kritisiert. Der Lufthansa-Konzern will zum Sommer 2018 selbst die eigene Billigtochter Eurowings in Frankfurt an den Start bringen.

Möglicherweise führt der Lowcost-Boom auch zu einem schnelleren Ausbau des Frankfurter Flughafens. Der Betreiber Fraport hatte erklärt, Baumaßnahmen für die zusätzlichen Passagiere zumindest zu prüfen. Bis zur für 2023 geplanten Inbetriebnahme des Terminals 3 könnten zwischenzeitliche Erweiterungen notwendig sein. Im Gespräch sind ein weiterer Ausbau des Terminals 2 sowie ein Abfertigungsgebäude im Süden des Flughafengeländes.