Seine Brexit-Partei könnte bei der Europawahl einen spektakulären Erfolg einfahren: Ex-Ukip-Chef Nigel Farage. Foto: Dan
Seine Brexit-Partei könnte bei der Europawahl einen spektakulären Erfolg einfahren: Ex-Ukip-Chef Nigel Farage. Foto: Danny Lawson/PA Wire

Brexit-Partei überflügelt Volksparteien vor Europawahl

Einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Opinium im Auftrag der Sonntagszeitung «Observer» zufolge käme die Farage-Partei derzeit auf mehr Stimmen als die beiden etablierten Volksparteien, Konservative und Labour, zusammen.

Die Brexit-Partei würde demnach 34 Prozent der Stimmen erhalten, weit mehr als die auf Platz zwei liegende Labour-Partei mit 21 Prozent. Die Konservativen von Premierministerin Theresa May liegen abgeschlagen auf Platz vier mit nur 11 Prozent. Auf Platz drei rangieren die Liberaldemokraten mit 12 Prozent.

Bisherigen Umfragen zufolge lagen Labour und die Brexit-Partei Kopf an Kopf. Die Konservativen von Premierministerin Theresa May schneiden in allen Umfragen schlecht ab.

Farage scheint es zu gelingen, einen Großteil der Brexit-Befürworter hinter sich zu scharen. Die Stimmen von proeuropäischen Wählern hingegen verteilen sich auf mehrere Parteien, unter anderem auf Labour, die Liberaldemokraten und die neu gegründete Partei Change UK. Britische Abgeordnete nehmen 73 der 751 Sitze im EU-Parlament ein.

Sogar bei einer Parlamentswahl würde die Brexit-Partei einem Bericht des «Sunday Telegraph» zufolge die Konservativen derzeit prozentual überflügeln. Das ergab demnach eine Umfrage des Instituts ComRes. Die Brexit-Partei käme auf 20 Prozent der Stimmen, die Konservativen nur auf 19 Prozent. Labour wäre mit 27 Prozent stärkste Kraft.

Für die Sitzverteilung im britischen Parlament ist die Gesamtzahl der Stimmen jedoch nur bedingt aussagekräftig, weil das britische Wahlsystem nur Direktmandate kennt. Das bedeutet, nur der Kandidat mit den meisten Stimmen in einem Wahlkreis zieht ins Parlament ein - die Stimmen der anderen Parteien verfallen. Die etablierten Volksparteien mit ihren prominenten Kandidaten und ihrer landesweit gut organisierten Parteistruktur werden dadurch massiv bevorzugt. Im EU-Parlament dagegen wäre die Brexit-Partei tatsächlich auch mit den meisten britischen Abgeordneten vertreten, wenn sie die Wahl gewinnen würde.